Amen Ushta ist das neuste Projekt des Rom e. V. Der Name bedeutet: “Wir stehen auf.“
In dem Projekt geht es um die schulische Förderung von Roma-Flüchtlings-kindern und von Kindern aus bulgarischen und rumänischen Familien, die im rechtsrheinischen Köln leben.

Vorgeschichte:

Dieses Projekt ist an fünf ausgewählten rechtsrheinischen Grundschulen angesiedelt und bezieht sich direkt auf die gesetzliche Verpflichtung der Schulen zur Inklusion.
Armut, unsicherer Aufenthalt, katastrophale Wohnsituationen, mangelnde Sprachkenntnisse und Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft unterstützen eine erfolgreiche Schulkarriere bekanntlich nicht. Außerdem fehlen Schulplätze in großer Zahl, da die Stadt Köln weder mit einer wachsenden Zahl von Einwanderern, noch mit größeren Flüchtlingsströmen gerechnet hatte, obwohl die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einwanderung aus Osteuropa gegeben war und sich, ebenfalls absehbar, die Situation in den Herkunftsländern der Flüchtlinge eher verschlechtert hat. So fehlten seit 2013 viele Schulplätze und es kam zu langen Wartezeiten (ein halbes Jahr und länger).

Im Juni 2013 wurde der Rom e. V. von der Schuldezernentin Frau Dr. Klein gebeten, im rechtsrheinischen Köln ein zweites Amaro Kher zu betreiben. Die Finanzierung sollte von „Wir helfen“ und der Waisenhausstiftung übernommen werden.

Der Rom e. V. entschied sich nach gründlichen Überlegungen und internen Diskussionen gegen ein zweites Amaro Kher und legte ein Konzept zur Förderung der Einwanderer- und Flüchtlingskinder direkt an den Grundschulen vor. Diese Idee wurde vom Jugendamt (Herrn Völlmecke) aufgegriffen und unterstützt.
Nach einigen Rückschlägen und Abstrichen am ursprünglichen Konzept startete Amen Ushta zu Schuljahresbeginn 2014/15, statt im Februar 2014, wie ursprünglich geplant.

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Das Team über seine Arbeit im Projekt:

„Amen Ushta“ ist ein Projekt des Rom e.V. Köln zur Bildungsförderung von Roma Kindern und Jugendlichen. Amen Ushta bedeutet Wir stehen auf. Ziel unserer Arbeit ist die Unterstützung von Eltern und Kindern bei der Integration in das deutsche Bildungssystem und in die deutsche Gesellschaft. Um unser Ziel, die „Schulfähigkeit“ der teilnehmenden Kinder zu erreichen, gehen wir folgendermaßen vor:

Analyse

In einem ersten Schritt analysieren wir über Hospitation in den Klassen und über einen spielerischen Test die aktuelle Situation. So beobachten wir die sozialen, körperlichen und schulischen Kompetenzen der Kinder. Bei einem Hausbesuch lernen wir die Lebensumstände der Familien kennen.
Nun entwickeln wir in enger Absprache mit allen Beteiligten (Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen) einen maßgeschneiderten Förderplan für die Kinder und wenn es nötig ist einen Hilfeplan für die Familien.
Über regelmäßige Treffen dokumentieren wir die Fortschritte „unserer“ Familien und passen unsere Förderung und Hilfen an.

Förderung

-Mediation: Unter Mediation verstehen wir sehr viel mehr als Streitschlichtung. Wenn es nötig ist, begleiten wir die Kinder unterstützend im Unterricht. So eröffnen wir Ihnen über ihre eigene Muttersprache den Weg in das deutschsprachige Schulsystem. Denn neben mehreren Roma-Dialekten sprechen wir auch Serbisch, Mazedonisch, Bulgarisch, Albanisch und natürlich Deutsch. So erfahren die Kinder hautnah die Vorteile auch ihrer eigenen Mehrsprachigkeit. Selbstbewusstsein und Lernmotivation steigen. In Gesprächen über den Schulalltag setzten sich die Kinder mit ihrer Situation auseinander und fügen sich leichter in die Schulgemeinschaft ein. Der Schulbesuch bekommt Wert und Schulabsentismus verringert sich deutlich.

-Familienarbeit: Wir unterstützen die Familien bei allen sozialen, gesundheitlichen und schulischen Fragen und helfen Neubürgern bei allen existenziellen Problemen. Mithilfe unseres Netzwerkes verbinden wir die Familien mit Sportvereinen, Erwachsenenbildung und familienorientierten Angeboten in ihrer Umgebung und beugen so Isolation und Abgrenzung vor. Wir begleiten, auch als Dolmetscher, bei Ämtergängen, Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Schulgesprächen. So fungieren wir als Mittler zwischen den Familien und den Institutionen und Behörden und wir fördern gezielt die Verbindung zu den Schulen. Dazu veranstalten wir Elterncafés, Infoabende und gehen zu Elterngesprächen. Die Eltern fassen über unsere Vermittlung Vertrauen zum deutschen Bildungssystem und kümmern sich aktiv um die Schulkarriere ihrer Kinder!

Deutschförderung: Sprache muss gesprochen werden. Während des Schullalltages bleibt oft wenig Raum für die notwendigen Bedürfnisse von Neulernern. Mit Übungen zum Hörverstehen, Sprechtraining, freien Sprechen zu vorgegebenen Themen und dem Erlernen fester Phrasen stärken wir die Sprachkompetenz der Kinder. Unsere Methoden sind altersangemessen – spielerisch. Gleichzeitig fördern wir die zum Schreibenlernen notwendige Feinmotorik und die Hand-Auge-Koordination und natürlich die Konzentration. Unsere Lernziele und Themen lehnen sich eng an die im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen festgelegten Inhalte und Niveaus. Und natürlich fördern wir immer in enger Absprache mit den begleitenden Klassenlehrern.

Das Amen Ushta Team

Kontakt:
Telefon: 02203-1865245
E-Mail: amen.ushta@romev.de