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Geschichte des Rom e.V.

Im Winter 1986/87 suchten fast 1000 Roma vor allem aus Jugoslawien in Köln Zuflucht. Damals hatten Italien und Frankreich ihre Politik gegen Flüchtlinge verschärft und die Familien wurden vertrieben.

In Köln campierten die Roma auf einem Brachgelände vor der Stadt, das im Frühjahr 1987 völlig verschlammte. Die Stadtverwaltung weigerte sich monatelang den Familien Lebensunterhalt, Unterkünfte und medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Anwohner und die Kölner Medien inszenierten eine pogromartige Kampagne, die rassistische Anfeindungen und Übergriffe provozierte. Die Polizei führte wiederholt Razzien durch. In dieser Situation nahmen Hartwig Beseler, Doris Schmitz, Renate Graffmann und Kurt Holl, Kontakt zu den Familien auf und gründeten die „Kölner Roma-Initiative“ .

Die „Roma-Initiative“ erreichte, dass die Familien versorgt wurden und schließlich auch in Wohnheimen untergebracht wurden. Jetzt konzentrierte sich die Arbeit auf die Durchsetzung des Bleiberechts. Damit sollte der verhängnisvolle Kreislauf von Vertreibung, Verelendung, Kriminalisierung und erneuter Verreibung durchbrochen werden. 1988 wurde der „ROM eV.“ mit diesem Hauptziel gegründet . Mehrere direkte Aktionen der Vereinsmitglieder, darunter die Besetzung der Gedenkstätte im sog. EL DE Haus (eh. Gestapozellen) sowie ein Go-In in die Kölner Oper anlässlich der Gedenkfeier zur Pogromnacht von 1938 führten schließlich zu einem Ratsbeschluss der den ersten fast 200 Roma ein Bleiberecht gewährte.

Der Rom e.V. beteiligte sich im Januar 1990 an der Besetzung des Kölner Doms, die zum Ausgangspunkt des 6 wöchigen Bettelmarsches durch NRW wurde, an dem sich auch viele Kölner Roma beteiligten. Ministerpräsident Rau stellte schließlich das Bleiberecht in Aussicht. Zu großen Enttäuschung der Roma wurde die Zusage bald zurückgenommen und statt dessen ein „Rückkehrprogramm“ beschlossen. Mit Unterstützung des ROM e.V. wurde daraufhin ein Protestlager direkt unterhalb der Staatskanzlei an der Düsseldorfer Kniebrücke errichtet, in dem fast 1000 Roma ständig vom Juni bis Dezember 1991 campierten. Auch wenn das Hauptziel einer generellen Bleiberechtslösung nicht erreicht werden konnte, so blieben zumindest in Köln Roma jahrelang von Abschiebungen verschont.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Arbeit des Vereins auf Integrationshilfen für die Familien: Wohnung, Familienzusammenführung, Arbeitsuche, Sozialhilfe, Schulbesuch und natürlich Aufenthaltsprobleme. Gleichzeitig musste der Verein immer wieder gegen rassistische Berichterstattung und gegen Polizeiübergriffe vorgehen.
Mit dem Kosovokrieg erreichten Hunderte neuer Flüchtlinge Köln, die vor den Bombardements der Nato und dem Terror der UCK geflohen waren; außerdem erreichten viele Roma aus Italien auch Köln, die der zunehmenden Repression der rechten Provinzregierungen und der Regierung Berlusconi weichem mussten. Den Versuchen der Stadtverwaltung die Lebensbedingungen der Roma-Flüchtlinge in Köln stetig zu verschlechtern, „damit Köln für diese Personengruppe nicht mehr attraktiv ist“ setzte der Rom e.V und andere Initiativen massiven Widerstand entgegen, dem sich auch Kirchenvertreter anschlossen. Schließlich wurde vom Rat der Stadt eine „neue Flüchtlingspolitik“ beschlossen, die vor allem Wohnbedingungen und soziale Betreuung verbessern sollte.

Ab 2004 beteiligte sich der Rom e.V. an den pädagogischen Projekten, die die Stadt Köln und Land NRW für Roma Straßenkinder einrichteten. Der Verein ist einerseits in Heimen aktiv und betreibt vor allem das Modellprojekt „Amaro Kher“

Neben der sozialen und der politischen Arbeit baute der ROM e.V. seit 15 Jahren ein Archiv und Dokumentationszentrum auf, das mittlerweile die größten Sammlungen in Europa zur Geschichte und Kultur der Roma besitzt. Es berät ständig Journalisten Studenten, Politiker und Verbände, die seriöse Informationen zum Thema suchen. Es wurde 1999 von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse eröffnet.