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Erstes Leipziger Kulturfestival der Sinti und Roma

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen

6. bis 13. September

Erstes Leipziger Kulturfestival der Sinti und Roma

Die Gipsy Kings

Im Rahmen des Festivals rappen die jungen Sinti und Roma „Gipsy Kings“ im OFT Völkerfreundschaft – Eintritt kostenfrei. Bildrechte: Gipsy Kings

 

Die Kultur der Sinti und Roma steht erstmals im Mittelpunkt eines Festivals in Leipzig. Geplant sind vom 6. bis 13. September unter anderem Ausstellungen, Diskussionen, Lesungen und Konzerte. Unter dem Titel „Latcho Dives“ („Ein schöner Tag“) werde die Vielfalt und Poesie der Kultur und Lebenswelt der Sinti und Roma erlebbar, teilte der Leipziger Verein Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus als Mitveranstalter am Donnerstag mit. Diese Kultur spiegele etwa mit ihrer authentischen Musik- und Tanzkunst „wahren europäischen Geist wider“, hieß es.

Im Verein Romano sind 150 Roma und Sinti engagiert

Ins Leben gerufen wurde das Festival vom Verein Romano Sumnal – der einzigen in Sachsen existierenden Selbstorganisation der Sinti und Roma – und dem Zentrum für jüdische Kultur Ariowitsch-Haus. Im Leipziger Verein Romano Sumnal sind nach eigenen Angaben etwa 150 Roma und Sinti engagiert. „Das Festival ist ein guter Schritt, um ein breiteres Bewusstsein für die Anliegen der Sinti und Roma zu schaffen“, erklärte Sachsens Europaministerin, Katja Meier (Grüne). Es sei „ein Statement gegen Vorurteile, Rassismus, Hass und Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft“.

Viele Musiker von Sinti-und-Roma-Kultur beeinflusst

„Kaum jemand weiß, dass etwa Vertreter der europäischen Klassik wie Haydn, Mozart und Beethoven von der Musik der ungarischen Roma beeinflusst waren“, sagte Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland. „In Zeiten, in denen in unserem Land Nationalismus, Antiziganismus und Antisemitismus zunehmen und Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion verfolgt und ermordet werden, sind kulturelle Projekte wie das Festival der Roma- und Sinti-Kultur wichtiger denn je und Ausdruck unserer lebendigen und bunten Zivilgesellschaft.“

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma begrüßt es, dass sich der Leipziger Verein Romano Sumnal mit dem Ariowitsch-Haus e. V. „ein Zeichen für Toleranz und Dialog“ setzt. Bildrechte: dpa

 

Festival beginnt am 6. September mit Ausstellung

Das Programm beginnt am 6. September mit der Vernissage der Ausstellung „Forgotten Lines“. Gezeigt werden Arbeiten des Berliner Roma-Künstlers Emanuel Barica. Während des Festivals ist zudem im Leipziger Rathaus eine Ausstellung zur Ausgrenzung und Deportation der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus zu sehen.

Debatte um Zigeunersauce

Erst vor zwei Wochen hatte der Lebensmittelhersteller Knorr angekündigt, seine „Zigeunersauce“ in „Paprikasauce Ungarische Art“ umzubenennen. Damit reagiere man auf die aktuelle Rassismusdebatte. Kurze Zeit danach teilte auch der sächsische Lebensmittelhersteller Bautz‘ner Senf & Feinkost mit, dass dessen entsprechenden Würzsauce umbenannt werden soll. „Die Namensänderung ist auch bei uns schon länger in Planung und der Zeitpunkt nur noch von produktionstechnischen Umständen abhängig“, sagte eine Sprecherin. Infolgedessen entbrannte eine weitere Debatte um politische Korrektheit sowie Rassismus.

Quelle: MDR/epd/kt

https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/erstes-leipziger-kulturfestival-fuer-sinti-und-roma-100.html

TKO Theater – Angst essen Seele auf
von Rainer Werner Fassbinder

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen

Premiere am 11.09.2020

 

Wo:

Theater der Keller
In der TanzFaktur
Siegburger Str. 233w
50679 Köln

 

Wann:

Freitag, 11. September, 20 Uhr (Premiere)
Samstag, 12. September, 20 Uhr
Freitag, 25. September, 20 Uhr
Samstag, 26. September, 20 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.tko-theater.de/logicio/pmws/indexDOM.php?client_id=tko&page_id=aktuelles&lang_iso639=de

 

Aktion: Stolpersteine gemeinsam putzen!

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen, Veranstaltungen

Die Stadt Köln ruft vom 11. – 17.08.2020 dazu auf, Stolpersteine zu reinigen und so zu einer lebendigen Erinnerungskultur beizutragen. Auch der Rom e.V. unterstützt den städtischen Aufruf an die Kölner Bürger_innen.

Daher lädt das Projekt RomBuK – Bildung und Kultur im Namen des Rom e.V. an zwei Terminen zu einer gemeinsamen Putz-Aktion mit Stadtteilführungen unter dem #GlanzstattHetze in Innenstadt (Altstadt-Süd) und Ehrenfeld ein. Die genauen Treffpunkte werden noch bekanntgegeben.

Termin 1: 12.08.2020, 16 Uhr
Termin 2: 13.08.2020, 17.30 Uhr 

Die Aktionen werden jeweils ca. 1–1,5 h dauern. Putzutensilien werden gestellt.

Die Plätze sind sehr begrenzt. Anmeldung und weitere Informationen unter: rombuk@romev.de oder telefonisch: 0221- 278 60 76

Die Stolpersteine für 3 Kinder aus Sinti_ze und Rom_nja-Familien wurden im September 2019 von Demnig in Sülz verlegt © Rom e.V.

 

Offizieller Gedenktag an die ermordeten Rom_nja und Sinti_ze im Nationalsozialismus

By Aktuelles, Stellungnahmen

In der Nacht vom 2. auf den 3. August ermordete die SS die noch inhaftierten Rom_nja und Sinti_ze in dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz- Birkenau.

Einige Monate zuvor, am 16. Mai 1944, konnte die bereits geplante Ermordung der im KZ Auschwitz-Birkenau inhaftierten  Rom_nja und Sinti_ze noch durch den eigenen Widerstand verhindert werden.  Daraufhin wurden die Angehörigen der Minderheit, die noch als „arbeitsfähig“ galten, in Konzentrationslager auf dem Gebiet des Deutschen Reiches deportiert, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Die übrigen Rom_nja und Sinti_ze wurden in der Nacht vom 2. auf 3. August in den Gaskammern durch die SS ermordet.

Erst seit 2015 ist der 2. August durch das EU-Parlament zum offiziellen Holocaust-Gedenktag für Rom_nja und Sinti_ze erklärt worden.

75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus richten wir den Blick in die Gegenwart und müssen feststellen, dass die Geschichtsvergessenheit in Bezug auf die NS-Verbrechen an Rom_nja und Sinti_ze weiterhin stark in der Dominanzgesellschaft verbreitet ist:
Nur 8 Jahre nach der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas, für dessen Errichtung die Bürger_innenrechtsbewegung unermüdlich kämpfen musste,  plant die Deutsche Bahn für den Bau einer S-Bahn-Linie das Denkmal teilweise abzubauen bzw. unzugänglich zu machen. Der Deutschen Bahn, als Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn, die die unschuldigen Menschen in die Konzentrationslager deportierte, sollte die Pietätslosigkeit dieses Vorhabens bewusst sein. Dem Widerstand aus der Community und weiteren Verbündeten ist es zu verdanken, dass die DB gezwungen ist, ihre Pläne zu überdenken.

Und so zeigt sich, dass die Wahrung der Erinnerung und des Gedenkens wichtiger ist denn je – gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie, die ein gemeinsames Erinnern vor neue Herausforderungen stellt.

Im Namen des Rom e.V. lädt RomBuK anlässlich des 2. Augusts zu einem Filmabend ein. Wir zeigen die Dokumentation „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“  von Melanie Spitta. Mehr Infos zu unserer Veranstaltung finden Sie hier: https://www.romev.de/?p=3649

Pressemitteilung: Gedenken an den 2./3. August 1944

By Aktuelles, Presse

Gedenken an den 2./3. August 1944

Gedenken an die ermordeten Sinti_ze und Rom_nja vom 2. auf den 3. August 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau/auch 2020 mangelndes Bewusstsein der Gesellschaft für Rassismus

 

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die noch im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau inhaftierten Rom_nja und Sinti_ze, rund 4300 Menschen, in den Gaskammern ermordet. Nachdem diese bereits für Mai 1944 geplante Ermordung vorerst an der Gegenwehr von Rom_nja und Sinti_ze gescheitert war, wurden diejenigen aus der Minderheit, die noch als „arbeitsfähig“ galten, in  den  Monaten bis August 1944 in Konzentrationslager im Deutschen Reich deportiert und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Die übrigen wurden durch die SS in der Nacht zum 3. August 1944 ermordet.

Das Projekt RomBuK im Rom e.V. lädt in Gedenken an die Opfer, am 02. August 2020 um 18 Uhr zum Filmabend im Roten Salon des Rom e.V. ein. Vorgeführt wird die Dokumentation „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“ von Melanie Spitta, Tochter einer Sintiza, die den Völkermord überlebte. In dem Film begleitete Spitta Überlebende und deren Kinder nach Auschwitz. Als Filmemacherin und Bürgerrechtlerin setzte sich für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Völkermordverbrechen an Sinti_ze und Rom_nja ein, die jahrzehntelang von der Gesellschaft geleugnet worden waren. In ihren Filmen lässt sie Rom_nja und  Sinti_ze selbst zu Wort kommen, dokumentiert  die  nationalsozialistischen Verbrechen sowie die rassistischen Kontinuitäten nach 1945 und die damit verbundenen Erfahrungen der Überlebenden. So leistete Spitta einen außerordentlichen Beitrag im Kampf um eine Sichtbarmachung des Völkermordes und eine gleichberechtigte Teilhabe.

Obwohl der Film bereits 1981 erschienen ist, zeigt sich, 38 Jahre nach seiner Entstehung, dass die deutsche Gesellschaft nach wie vor ein ernstzunehmendes Rassismusproblem hat: NSU, die rassistischen Terrorakte in München, Halle, Hanau, rechtsextreme Drohmails, Verbindungen zu rechtsextremen Netzwerken in der Bundeswehr…Die Auflistung ließe sich beliebig erweitern. Die jüngsten Forderungen aus Stuttgart, Stammbäume der Menschen zu erstellen, die sich vermutlich an den dortigen Randalen beteiligt hatten, offenbart nur mehr als deutlich, wie langlebig rassistische Denkmuster sind, die, wie hier suggerieren es gebe einen Zusammenhang zwischen kriminellen Taten und der Herkunft/ Zugehörigkeit einer Gruppe. Diese rassistischen Praxen zeigen sich auch in der Geschichte der Verfolgung von Rom_nja und Sinti_ze. Gerade in diesen Zeiten ist eine Erinnerung an das Vergangene und eine Beschäftigung mit der Geschichte, die die Kontinuitäten des Rassismus und des rechten Terrors in der Gesellschaft sichtbar machen, unabdingbar!

Für den Rom e.V. wird Carmen Spitta, Tochter der inzwischen verstorbenen Filmemacherin und Aktivistin Melanie Spitta, am 2. August 2020 ein Grußwort übermitteln.

Die Platzzahl ist aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen begrenzt. Es wird um Anmeldung bis 31. Juli 2020 gebeten. Anmeldungen bitte per Mail an rombuk@romev.de.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Serçe Berna Öznarçiçeği, unter: serce.oeznarcicegi@romev.de

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Filmabend „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Allgemein, Veranstaltungen

Filmabend „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“ (Melanie Spitta)
am 2. August 2020, 18 Uhr

„Für uns ist die Vergangenheit nicht tot.“ (Melanie Spitta)

In Erinnerung an die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944, in welcher die letzten noch im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau inhaftierten Rom_nja und Sinti_ze in den Gaskammern ermordet wurden, zeigen wir am 2. August 2020 um 18 Uhr im Roten Salon des Rom e.V. Köln die Dokumentation „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“ von Melanie Spitta und Katrin Seybold (1981). Zudem freuen wir uns verkünden zu dürfen, dass die Tochter von Melanie Spitta, Carmen Spitta, ein Grußwort übermitteln wird. Hierzu möchten wir Sie und Euch im Namen des Rom e.V. herzlich einladen!

Es ging Tag und Nacht, liebes Kind

Ausschnitt des Filmcovers. (c) Carmen Spitta

Melanie Spitta, Tochter einer Sintiza, die den Völkermord an Rom_nja und Sinti_ze überlebte,  setzte sich als Filmemacherin und Bürgerrechtlerin für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Völkermordverbrechen an Sinti_ze und Rom_nja ein, die jahrzehntelang von der Gesellschaft geleugnet worden waren. In ihren Filmen lässt sie Rom_nja und Sinti_ze selbst zu Wort kommen, dokumentiert die nationalsozialistischen Verbrechen sowie die rassistischen Kontinuitäten nach 1945 und die damit verbundenen Erfahrungen der

Überlebenden. So leistete Melanie Spitta einen außerordentlichen Beitrag im Kampf um eine Sichtbarmachung des Völkermordes und eine gleichberechtigte Teilhabe der Minderheit.

In der Dokumentation „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“ begleitete sie Überlebende und deren Kinder nach Auschwitz: „Dieses ist kein Film über Auschwitz, sondern ein Film mit Menschen, die Auschwitz erleiden mussten.“

Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen, bitten wir um Anmeldung bis zum 31.07. 2020 an folgende Mail-Adresse: rombuk@romev.de