{"id":116,"date":"2013-11-05T11:44:54","date_gmt":"2013-11-05T09:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amaro-kher.de\/romev\/?page_id=116"},"modified":"2021-07-12T08:33:06","modified_gmt":"2021-07-12T07:33:06","slug":"wir-ueber-uns","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=116","title":{"rendered":"Wir \u00fcber uns"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<p>Seit dem Winter 1985\/1986, also seit bald 30 Jahren, setzt sich der Rom e.V. K\u00f6ln f\u00fcr die Menschen- und B\u00fcrgerrechte von Sinti und Roma ein. Alles begann als damals Hunderte von Roma-Fl\u00fcchtlingen aus Jugoslawien in K\u00f6ln Zuflucht suchten. Seitdem haben viele K\u00f6lnerInnen zusammen mit AktivistInnen aus der Minderheit eine Organisation aufgebaut, die sich in vielen K\u00e4mpfen und tagt\u00e4glicher Kleinarbeit bei Mitb\u00fcrgern, Medien, Beh\u00f6rden und Politikern Geh\u00f6r verschaffte.<\/p>\n<p><em>Der Verein ist in folgenden Bereichen aktiv: \/\/<a href=\"https:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2020-11-30-Organigramm_a.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(hier finden Sie unser Organigramm zum Download)<\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n<h5>1. Bleiberecht<\/h5>\n<p>Seit den B\u00fcrgerkriegen auf dem Balkan haben Tausende von Roma in der BRD und auch in K\u00f6ln Zuflucht gesucht. Politik der Stadt K\u00f6ln war es lange Zeit unterst\u00fctzt von der immer restriktiver werdenden Ausl\u00e4ndergesetzgebung, jeden weiteren Zuzug durch Abschreckung zu verhindern: durch m\u00f6glichst kurze Duldungen, fr\u00fchmorgendliche Festnahmen und Abschiebungen, N\u00f6tigung zur \u201efreiwilligen&#8220; Ausreise, Unterbringung in oft maroden Ghettoheimen, Verweigerung von Sozialhilfe, Naturalien statt Bargeld, Arbeitsverbot und Ausschluss der Kinder von der Schulpflicht (bis 2005) usw.<\/p>\n<p>Der Rom e.V. hat in zahlreichen Kampagnen den Widerstand dagegen organisiert (Besetzungen des Ausl\u00e4nderamtes und anderer st\u00e4dtischer Beh\u00f6rden, des Reg Pr\u00e4sidiums, von EU-Stellen, ferner Protestcamps, Bettelmarsch, Mahnwachen, Kampagnen gegen einzelne Medien. Mit Unterst\u00fctzung vieler K\u00f6lnerInnen, der Kirchen und einzelner PolitikerInnen, vor allem der Gr\u00fcnen, haben wir erreicht, dass mittlerweile zahlreiche Roma-Familien <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=25\">Bleiberecht<\/a> in K\u00f6ln erhielten, Arbeit fanden und in eigenen Wohnungen leben. Auch wenn viele andere immer noch als nur Geduldete und in menschenw\u00fcrdigen Verh\u00e4ltnissen leben m\u00fcssen, ist das Leben dieser Fl\u00fcchtlinge sicherer geworden, weil die Stadt den Widerstand gegen Abschiebungen weiterhin f\u00fcrchtet.<\/p>\n<h5>2. Staatsb\u00fcrgerschaft f\u00fcr deutsche Sinti und Roma<\/h5>\n<p>Viele \u00dcberlebende deutsche Sinti und Roma wurden nach dem Krieg als \u201edisplaced persons&#8220; behandelt und erhielten nur eine Fremdenpass, obwohl sie vorher K\u00f6lner B\u00fcrger waren und die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit hatten. Jetzt waren sie B\u00fcrger zweiter Klasse, denen man elementare Recht vorenthielt wie die Reisefreiheit und anderes. Der Rom e.V. konnte ihre deutsche Herkunft in m\u00fchsamen Recherchen in Archiven schlie\u00dflich beweisen und in jahrelangen Verhandlungen mit der Stadt K\u00f6ln die deutschen P\u00e4sse f\u00fcr die Menschen durchsetzen. Er ber\u00e4t die Nachkommen der K\u00f6lner Sinti erfolgreich auch bei der Verweigerung des Wehrdienstes. Deutschen Sinti und Roma steht der Verein nach wie vor bei <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=25\">Wohnungs- und Arbeitssuche<\/a> (hier bis zum Bundesarbeitsgericht) bei.<\/p>\n<h5>3. Beratung und Hilfe f\u00fcr EU \u2013Migranten<\/h5>\n<p>Seit dem Beitritt Rum\u00e4niens und Bulgariens zur EU genie\u00dfen deren B\u00fcrger Freiz\u00fcgigkeit in Europa. Viele Roma ergreifen diese M\u00f6glichkeit um den menschenunw\u00fcrdigen Zust\u00e4nden in diesen L\u00e4ndern zu entkommen. Ihre jahrhundertelange Diskriminierung hat sich seit dem Anschluss weiter versch\u00e4rft. Neoliberale Wirtschaftspolitik, forciert von ausl\u00e4ndischen Investoren, hat auch viele National- Rum\u00e4nen und Bulgaren verarmen lassen. Aber es traf vor allem Roma, die unter dem Sozialismus zu \u00fcber 80 % in Arbeit waren: jetzt waren sie als erste entlassen worden. Dennoch gaben viele in Rum\u00e4nien den Roma Schuld an der allgemeinen Verschlechterung. Zu den menschenunw\u00fcrdigen Lebensbedingungen z\u00e4hlen auch marode Ghettosiedlungen, Behausungen auf M\u00fcllhalden, Aussonderung der Romakinder aus \u00f6ffentlichen Schulen, schlechte medizinische Versorgung und allt\u00e4glicher Rassismus, der oft in pogromartige \u00dcbergriffe m\u00fcndet. Die Menschen, die aus diesen L\u00e4ndern zu uns kommen, haben lediglich Aufenthaltsrecht, aber keinen Anspruch auf Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu Sozialleistungen Wir versuchen trotzdem mit befreundeten \u00c4rzten Menschen mit akuten Krankheiten zu versorgen. Genau so wichtig ist die Unterbringung, weil die Leute oft unter Pappkartons im Wald schlafen. Unter bestimmten Bedingungen k\u00f6nnen wir ihnen manchmal Arbeit besorgen. Pro <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=25\">Beratungstag<\/a> haben wir oft an die 25 Familien. Wo es den Menschen nicht gelingt, in Scheinselbst\u00e4ndigkeit zu \u00fcberleben oder durch Betteln, verdingen sie sich als Prostituierte oder auf dem \u201eHilfsarbeiterstrich. Dennoch schaffen es einige Familien, ihre Kinder in den Schulen anzumelden, auch bei uns in Amaro Kher.<\/p>\n<h5>3. Soziaberatung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge oder \u201eillegal&#8220; Eingereiste.<\/h5>\n<p>Im Unterschied zu den Migranten besteht hier, jedenfalls solange die Beh\u00f6rde das Aufenthaltsrecht pr\u00fcft, Anspruch auf Versorgung. Dabei geht es nicht nur um Aufkl\u00e4rung \u00fcber ihre Rechte, sondern auch um Intervention und Durchsetzung von Rechten bei den st\u00e4dtischen \u00c4mtern, die f\u00fcr Sozialhilfe, Arbeitsm\u00f6glichkeiten, Gesundheitsversorgung, Wohnversorgung sowie Ausbildung und Schule zust\u00e4ndig sind. Der Verein vermittelt bei Konflikten mit den \u00c4mtern durch Dolmetscherdienste und Begleitung und hat inzwischen mit einigen \u00c4mtern eine vertrauensvolle Kooperation erreicht. Der Verein betreibt auch eine Kleiderkammer und gibt Windeln und Spielsachen aus. Dinge, die in der Regel von K\u00f6lnerInnen oder Firmen gespendet werden. Er bietet f\u00fcr die Hilfesuchenden Gespr\u00e4\u00fcchskreise, Kinderbetreuung und Deutschkurse an. Neuerdings ist die<\/p>\n<h5><strong> 4. P\u00e4dagogische Projekte: Amaro Kher, Amen Ushta, Angle Dikhas<\/strong><\/h5>\n<p>Seit 2005 betreibt der Verein das Projekt <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=3804\">\u201eAmaro Kher\u201c<\/a>&#8211; Unser Haus. Lange Jahre Vorbereitungsschule mit ganzt\u00e4giger Betreuung, konzentriert sich Amaro Kher seit dem Schuljahr 2020\/21 auf die Nachmittagsbetreuung. Amaro Kher bietet eine ganzheitliche Unterst\u00fctzung im schulischen Lernprozess, Familienarbeit und Bildungspatenschaften an, um Kinder und Jugendliche und ihre Familien in ihrem Bildungsprozess zu begleiten und den gesamten Integrationsprozess zu st\u00fctzen. Die Pfeiler des Konzeptes von Amaro Kher umfassen ein p\u00e4dagogisches Bildungsangebot f\u00fcr den Nachmittag, eine intensive Familienarbeit und Bildungspatenschaften.<\/p>\n<p>Seit sechs Jahren betreibt Amaro Kher auch einen <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=34\">Kindergarten und ein Familienzentrum<\/a> im Auftrag der Stadt K\u00f6ln, auch f\u00fcr U 3 Kinder. Einige Kinder k\u00f6nnen dank fachkundiger und engagierter Erzieherinnen direkt in die 1. Klasse der Regelschule eingeschult werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=1970\">Amen Ushta<\/a>\u00a0 ist ein weiteres p\u00e4dagogisches Projekt des Vereins. Der Name bedeutet: \u201cWir stehen auf.\u201c Es geht es um die schulische F\u00f6rderung von Roma-Fl\u00fcchtlingskindern und von Kindern aus bulgarischen und rum\u00e4nischen Familien, die im rechtsrheinischen K\u00f6ln leben. Es ist an drei bis vier ausgew\u00e4hlten rechtsrheinischen Grundschulen angesiedelt und bezieht sich direkt auf die gesetzliche Verpflichtung der Schulen zur Inklusion.<\/p>\n<p>Das neueste p\u00e4dagogische Projekt ist <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=2514\">Angle Dikhas<\/a><u>,<\/u> \u00fcbersetzt: Nach vorne schauen \u2013 Perspektiven aufbauen. \u00a0. Es richtet sich an Sch\u00fcler:innen mit Roma Hintergrund aus S\u00fcdosteuropa von Beginn der SEK I bis zum \u00dcbergang Schule-Beruf (im Rahmen der Landesinitiative KAoA).\u00a0 Ziel ist es, Kinder und Jugendliche, beim Einstieg in die Sekundarschule und beim regelm\u00e4\u00dfigen Schulbesuch zu unterst\u00fctzen, und den Zugang zu den Bildungs-und Ausbildungsm\u00f6glichkeiten zu er\u00f6ffnen. So k\u00f6nnen die Kinder und Jugendlichen und Ihre Familien Perspektiven f\u00fcr sich erkennen und M\u00f6glichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe erfahren.<\/p>\n<p>Der Verein erstrebt mit anderen Initiativen wie \u201eEine Schule f\u00fcr alle\u201c die Inklusion aller Roma-Kinder in die allgemeinbildenden Regelschulen, auch wenn daf\u00fcr noch viele Vorarbeit von allen Seiten geleistet werden muss.<\/p>\n<h5>5. Archiv und Dokumentationszentrum<\/h5>\n<p>Der Rom e.V. hat bereits vor 20 Jahren mit dem Aufbau eines Zentrums f\u00fcr die Kultur und Geschichte der Roma und Sinti begonnen. Es wurde von dem damaligen Bundestagspr\u00e4sident Wolfgang Thierse 1999 offiziell eingeweiht. Mittlerweile z\u00e4hlt es zu den gr\u00f6\u00dften Zentren in Europa auf diesem Gebiet. Es verf\u00fcgt \u00fcber eine Pr\u00e4senzbibliothek mit \u00fcber 10.000 B\u00fcchern, Zeitschriften (darunter Roma-Zeitschriften aus ganz Europa) und Aufs\u00e4tzen zum Thema, ferner \u00fcber bedeutende audiovisuelle Best\u00e4nde an Original \u2013 Bilddokumenten wie Grafiken, Gem\u00e4lden, Bildpostkarten, Fotosammlungen und Filmen, sowie eine gro\u00dfe Sammlung von Platten und CDs. Ein umfangreiches Zeitungsarchiv dokumentiert die Berichte in den Medien \u00fcber Roma und Sinti seit den 80er Jahren. Auch eine Abteilung, die sich mit der Verkitschung und Kommerzialisierung des \u201eZigeuner-Bildes&#8220; besch\u00e4ftigt, ist im Aufbau.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=3541\">Doku-Zentrum<\/a> gibt eine zweimonatlich erscheinende Netz-Zeitung heraus, die \u201eNevipe&#8220;, die \u00fcber die Aktivit\u00e4ten des Vereins informiert und aktuelle Themen zur Situation der Sinti und Roma behandelt. Da im Doku-Zentrum auch Historiker arbeiten werden oft Beitr\u00e4ge zur Verfolgunsgeschichte aber auch zur Beispielen von Integration der \u201eZigeuner&#8220; in fr\u00fcheren Jahrhunderten aufgenommen. Zur Zeit erstellen wir Dossiers zu einzelnen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das Dokuzentrum hat mehrere viel beachtete Ausstellungen erstellt. Die letzte fand 2009 im K\u00f6lner Stadtmuseum statt und pr\u00e4sentierte Werke vom international bekannten Roma-K\u00fcnstlern. Bereits zweimal hat der Verein ein Filmfestival organisiert.<\/p>\n<h5>6. Antirassistische Arbeit<\/h5>\n<p>Seit Mitte der 80er Jahre geht der Rom e.V aktiv gegen antiziganistische Aktivit\u00e4ten oder entsprechende Hetze von Zeitungen, Radio und TV, Zeitschriften, B\u00fcchern und von Politikern vor. Es wurden Redaktionen und Bundesinstitute besetzt und einzelne Journalisten pers\u00f6nlich angegriffen. Einzelne K\u00f6lner Pressorgane wurden beim Presserat angezeigt, der daraufhin in zwei F\u00e4llen R\u00fcgen erteilte Schlie\u00dflich sahen die wichtigsten Redaktionen ein, dass es rassistisch ist, bei der Berichtserstattung \u00fcber einzelne Straftaten explizit die ethnische Zugeh\u00f6rigkeit zu nennen, so als w\u00e4re die Zugeh\u00f6rigkeit zur Minderheit bereits f\u00fcr sich ein Indiz f\u00fcr Kriminait\u00e4t. Gegen rechtsradikale Hetze und Aktionen ist der Rom e.V. stets offensiv vorgegangen. Er organisierte gro\u00dfe Festivals sowie zahlreiche Veranstaltungen. J\u00fcngst war er Mitveranstalter mehrerer Tagungen zum <a href=\"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=3541\">Antiziganismus<\/a>. In der Zeit pogromartiger Aktionen beteiligten sich Mitgleider des Rom e.V. an wochenlangen Nachtwachen vor Romah\u00e4usern. Der Verein war selbst immer wieder Objekt von rassistischen Angriffen. Er versteckte die Romafrau Nidar Pampurova monatelang vor dem Zugriff Rechtsradikaler und vor den Fahndern der Stadt K\u00f6ln. Nidar war mit Hilfe des Rom e.V. nach ihrer Abschiebung wieder nach K\u00f6ln zur\u00fcckgebracht worden. K\u00f6lner Rassisten plakatierten die Stadt auf der Suche nach der \u201eAsylbetr\u00fcgerin&#8220; mit Fahndungsplakaten und ihrem Foto voll und setzen ein Kopfgeld von 10.000 DM aus.<\/p>\n<h5>7. Erinnerungsarbeit<\/h5>\n<p>Der Rom e.V hat von Anfang an, die Bev\u00f6lkerung, die Politiker, die Medien und die Beh\u00f6rden mit den deutschen Menschheitsverbrechen an den Roma und Sinti konfrontiert. Er gab zahlreiche Flugschriften und Brosch\u00fcren heraus und demonstrierte bei Jahrestagen der NS-Verfolgung. Er organisierte zusammen mit Karola Fings und Frank Sparing und dem Landesverband der Sinti die Ausstellung \u201eNur wenige kamen zur\u00fcck&#8220; Zum 50 Jahrestag der Befreiung veranstaltet der Rom, e.V zusammen mit der K\u00f6lner Christlich \u2013 J\u00fcdischen Gesellschaft eine Gro\u00dfveranstaltung mit \u00fcber 2500 Besuchern mit den \u201eTaraf de Haiduk&#8220; aus Rum\u00e4nien und der \u201eKlezmatics&#8220; aus New York. Er betreute zusammen mit dem NS Dokuzentrum das Werk \u201eDie Zigeunerverfolgung in K\u00f6ln&#8220; von Karola Fings und Frank Sparing. Die mittlerweile europaweit bekannte Aktion \u201eStolpersteine&#8220; ist aus einer Initiative des Rom e.V. entstanden, der 1990 zum 50. Jahrestag der K\u00f6lner Deportation von 1000 Sinti und Roma den K\u00fcnstler Gunther Demnig bat eine Lackspur quer durch K\u00f6ln zu legen und zwar l\u00e4ngs des Weges, den die LKWs der Polizei, nachdem sie die Menschen aus einem Lager und aus ihren Wohnungen geholt hatten. Im Anschlu\u00df reichte der Rom e.V. bei der Verwaltung, dass Gunther Deming an 25 Stellen Messingplatten zur Erinnerung an die Deportation verlegen konnte. Schlie\u00dflich verlegte er zusammen mit Vereinsmitgliedern die allerersten Stolpersteine vor H\u00e4usern im K\u00f6lner Griechenmarktviertel, in denen Roma-Familien gewohnt hatten. Eine gemischte Gruppe des Rom e.V. und des K\u00f6lner Appell besuchte mit Roma-Jugendlichen das KZ Auschwitz. Ein H\u00f6hepunkt unserer Arbeit war der erfolgreiche Prozess gegen Leni Riefenstahl und gegen die L\u00fcgen, die sie \u00fcber die H\u00e4ftlinge verbreitete, die von ihr als Komparsen f\u00fcr ihre Filme missbraucht worden waren.<\/p>\n<h5><strong>8. Wiedergutmachung<\/strong><\/h5>\n<p>Der Rom e.V. hat von Anfang an die Anspr\u00fcche auf Wiedergutmachung der Menschen durchgesetzt, die mangels Aufkl\u00e4rung oder Fristvers\u00e4umnissen leer ausgegangen waren. Ende der 90 er Jahre stellte der Verein mit Erfolg ca. 100 Antr\u00e4ge zur Entsch\u00e4digung aus dem Entsch\u00e4digungs-Fond der Schweizer Banken.<\/p>\n<h5>9. Kulturarbeit<\/h5>\n<p>Der Verein hat in den letzten 25 Jahren mit Konzerten, Theater, Lesungen, Vortr\u00e4gen, Colloquien, Filmfestivals und Ausstellungen in der Stadt Vorurteile abbauen k\u00f6nnen und viele neue Freunde f\u00fcr das Miteinander mit Roma und Sinti gefunden. Dabei wurden Roma immer mehr auch als Kulturschaffende wahrgenommen. Der Roma e.V. unterst\u00fctzt mehrere Bands und Schriftsteller. Der Verein unterh\u00e4lt auch einen eigenen Chor, in dem Roma und Nicht-Roma gemeinsam alte Romalieder ein\u00fcben. F\u00fcr interessierte Nicht-Roma hat der Verein mehrmals Sprachkurse zur Erlernung des Romanes durchgef\u00fchrt. Der Roma-Schriftsteller Jovan Nikolic, dessen Gedichtband 2012 als Buch f\u00fcr die Stadt ausgew\u00e4hlt wurde, ist seit langem Mitarbeiter des Rom e.V. Er konzipierte f\u00fcr den Verein das Projekt \u201eKulturkarawane&#8220;. Anhand selbst erstellter audiovisueller Materialien zur Geschichte und Kultur der Roma und mit Einf\u00fchrung in die Roma-Literatur anhand von Beispielen f\u00fchrender Romadichter versucht er, Sch\u00fcler, Studenten und anderen Interessierten Leben und Denken der Roma nahezubringen. Er ist auch mit der Aktion \u201eSOS &#8211; Schule ohne Rassismus&#8220; vernetzt.<\/p>\n<h5>10. Internationale Vernetzung<\/h5>\n<p>Der Rom e.V. arbeitet mit zahlreichen internationalen Institutionen zusammen, die von Roma gef\u00fchrt werden oder f\u00fcr Roma arbeiten. Er nahm teil an Konferenzen mit dem ethnologischen Departement der Sorbonne und mit der Gyps Lore Society in USA. Er war Teilnehmer beim \u201eInternationalen Kongress&#8220; der Roma in Sevilla. Er unterh\u00e4lt engen Kontakt zu Roma-Wissenschaftlern in Belgrad und Skopje, in England und Tschechien. Er bezieht Zeitschriften von Roma-Verb\u00e4nden aus ganz Europa. Er befindet sich zur Zeit im Austausch mit dem Schulministerium der Slowakei und dortigen Roma-Projekten.<\/p>\n<h5><strong>11. Politische Arbeit<\/strong><\/h5>\n<p>Der Verein versucht die Interessen von Roma und Sinti in vielf\u00e4ltiger Weise zu vertreten und durchzusetzen. Leider besteht die Hauptaufgabe zur Zeit immern noch in der Abwehr von Ausgrenzung und offenem Antiziganismus. Wir versuchen durch Aufkl\u00e4rung \u00fcber Sendungen, Zeitungen und Brosch\u00fcren sowie \u00fcber Gutachten und unsere Internetzeitung und auch mittels Demonstrationen und anderen Interventionen gegenzusteuern. Es ist uns gelungen durch gute Kontakte in den Medien und zu Parteien, vor allem zu einzelnen Abgeordneten in Kommune, Land und Bund, zu Kirchen und anderen Migrantenverb\u00e4nden Entscheidungen zu beeinflussen. Wo n\u00f6tig schalten wir auch EU- oder andere internationale Gremien ein. Auf lokaler Ebene ist f\u00fcr uns die Zusammenarbeit mit Fl\u00fcchtlingsinitiativen, mit antifaschistischen Gruppen und zu Institutionen wie dem NS Dokumentationszentrum sowie zu prominenten F\u00fcrsprechern besonders wichtig.<\/p>\n<h5><strong>12. Das Team<\/strong><\/h5>\n<p>Der Verein besch\u00e4ftigt inzwischen 35 MitarbeiterInnen, davon 20 Hauptamtler, sowie 15 EhrenamtlerInnen. Roma arbeiten in der Schule, im Archiv, im Sport, in der Sozialberatung, in K\u00fcche und als Hausmeister und Fahrer mit den anderen Mitarbeitern eng und gleichberechtigt zusammen.<\/p>\n[divider line_type=&#8220;undefined&#8220; custom_height=&#8220;5&#8243;]\n<p><a href=\"https:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2020-11-30-Organigramm_a.pdf\">Organigramm zum Download<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Winter 1985\/1986, also seit bald 30 Jahren, setzt sich der Rom e.V. K\u00f6ln f\u00fcr die Menschen- und B\u00fcrgerrechte von Sinti und Roma ein. 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