{"id":1335,"date":"2014-02-12T11:13:23","date_gmt":"2014-02-12T10:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.romev.de\/?page_id=1335"},"modified":"2018-05-05T23:41:50","modified_gmt":"2018-05-05T22:41:50","slug":"die-vergessenen-europaeer-kunst-der-roma-roma-in-der-kunst","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=1335","title":{"rendered":"\u201eDie vergessenen Europ\u00e4er \u2013 Kunst der Roma \u2013 Roma in der Kunst\u201c"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; full_screen_row_position=&#8220;middle&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243; shape_divider_position=&#8220;bottom&#8220;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; column_shadow=&#8220;none&#8220; column_border_radius=&#8220;none&#8220; width=&#8220;1\/1&#8243; tablet_text_alignment=&#8220;default&#8220; phone_text_alignment=&#8220;default&#8220; column_border_width=&#8220;none&#8220; column_border_style=&#8220;solid&#8220;][vc_column_text]\n<h1><a name=\"oben\"><\/a><\/h1>\n<p><strong>Ein Projekt des ROM e.V. K\u00f6ln und des K\u00f6lnischen Stadtmuseums<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">5.12.2009 bis 31.3.2010<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"#fotowand\"><strong>Fotowand: Er\u00f6ffnung der Ausstellung am 5.12. 2008<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"#kommentar\"><strong>Einige Kommentare zur Ausstellung<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"#einfuehrung\"><strong>Einf\u00fchrung in die Ausstellung<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"#zeitgenoessische_kuenstler\"><strong>Kurzf\u00fchrer: zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler und Schriftsteller<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"#historishe_abteilung\"><strong>Kurzf\u00fchrer Historische Abteilung<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"#bestellung\"><strong>Katalog zur Ausstellung<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h5>Fotowand: Er\u00f6ffnung der Ausstellung am 5.12. 2008<a name=\"fotowand\"><\/a><\/h5>\n<p>Die Fotos von der Ausstellungser\u00f6ffnung stammen von: Renate Graffmann, Kurt Holl, Robert P\u00fctz, Nihad Nino Pu\u0161ija, Barbara R\u00e4derscheidt und Eusebius Wirdeier.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_content&#8220; full_screen_row_position=&#8220;middle&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243; shape_divider_position=&#8220;bottom&#8220; shape_type=&#8220;&#8220;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; column_shadow=&#8220;none&#8220; column_border_radius=&#8220;none&#8220; width=&#8220;1\/1&#8243; tablet_text_alignment=&#8220;default&#8220; phone_text_alignment=&#8220;default&#8220; column_border_width=&#8220;none&#8220; column_border_style=&#8220;solid&#8220;][vc_gallery type=&#8220;image_grid&#8220; images=&#8220;1815,1816,1817,1818,1819,1820,1821,1822,1823,1824,1825,1826,1827,1828,1829,1830,1831,1832,1833,1834,1835,1836,1837,1838,1839,1840,1841,1842,1843&#8243; layout=&#8220;4&#8243; gallery_style=&#8220;3&#8243; load_in_animation=&#8220;none&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; full_screen_row_position=&#8220;middle&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243; shape_divider_position=&#8220;bottom&#8220;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; column_shadow=&#8220;none&#8220; column_border_radius=&#8220;none&#8220; width=&#8220;1\/1&#8243; tablet_text_alignment=&#8220;default&#8220; phone_text_alignment=&#8220;default&#8220; column_border_width=&#8220;none&#8220; column_border_style=&#8220;solid&#8220;][vc_column_text]\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong><a name=\"kommentar\"><\/a>Einige Kommentare aus dem G\u00e4stebuch<\/strong><em>\u00a0<\/em><\/h5>\n<p><em>&#8222;Faszinierende Ausstellung in ihrer Vielseitigkeit&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Sehr beeindruckend &#8211; wirklich Kunst!&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Tolle Ausstellung! Man bekommt Lust sich mit dem Leben der Roma und Sinti zu besch\u00e4ftigen&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Eine sehr gelungene, nachdenkliche, kraftvolle Ausstellung&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Hervorragende Pr\u00e4sentation \u2013 absolut sehenswert! Danke&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Die Kunstwerke oben sind ein deutlicher Beweis, dass die Roma und Sinti angekommen sind&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Habe viel gelernt&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Meine Hochachtung f\u00fcr diese Ausstellung, unser Leben sollte ein Leben mit ihnen sein&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#oben\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h5><a name=\"einfuehrung\"><\/a>Einf\u00fchrung in die Ausstellung<\/h5>\n<p><strong>KUNST DER ROMA<\/strong><\/p>\n<p>Die Biennale in Venedig des Jahres 2007 zeigte zum ersten Mal die Werke von zw\u00f6lf europ\u00e4ischen Roma-K\u00fcnstlern. So wurde einem internationalen Publikum bewusst, welch kreative Potenzen die gr\u00f6\u00dfte Minderheit in der Europ\u00e4ischen Union besitzt &#8211; \u00fcber traditionelle \u201eZigeunerk\u00fcnste&#8220; wie Musik und Tanz hinaus. Zwar sind Roma meist nur B\u00fcrger zweiter Klasse. Dennoch konnten sich viele aus der gesellschaftlichen Isolierung befreien, freilich oft nur durch Verleugnung ihrer Herkunft. Roma-K\u00fcnstler, die durch die Biennale ausgew\u00e4hlt worden waren, werden erstmals mit ihren Werken bei uns zu sehen sein. So gelingt vielleicht ein neuer Blick auf ein weiterhin unbekanntes und in seinem Anspruch auf Menschenw\u00fcrde und Bildung vergessenes europ\u00e4isches Volk. In einer Sonderausstellung werden Kinder des Schulprojektes \u201eAmaro Kher&#8220; und der Jungendkunstschule ihre Arbeiten pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ROMA IN DER KUNST<\/strong><\/p>\n<p>Schon vor Jahren haben einige K\u00f6lner K\u00fcnstler Kontakt zu Roma-Familien gefunden, die in K\u00f6ln Zuflucht vor Krieg und Verfolgung gesucht hatten. Ihre Werke: Fotografien, Skulpturen, Gem\u00e4lde und Zeichnungen sowie Installationen sind ein Versuch sich der Kultur, dem Schicksal und dem Alltag der Roma k\u00fcnstlerisch zu n\u00e4hern. Mit dieser parallelen Pr\u00e4sentation von Werken der Roma-K\u00fcnstler und Werken der K\u00f6lner K\u00fcnstler sollen unterschiedliche Sichtweise und k\u00fcnstlerische Methoden gegen\u00fcber gestellt und wechselseitig Bilder und Vorurteile von scheinbar einander Fremden relativiert werden.Damit soll ein Dialog begonnen werden, sowohl unter den K\u00fcnstlern, als auch in der \u00d6ffentlichkeit zwischen Roma und Nicht-Roma.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>KITSCH, KONVENTION UND KUNST<\/strong> &#8211; Das Bild der \u201eZigeuner&#8220; in der Malerei seit dem 15. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Unsere K\u00f6pfe sind voll von Klischees und Vorurteilen \u00fcber die \u201eZigeuner&#8220;. Massive Spuren hat vor allem die popul\u00e4re Ikonographie hinterlassen, gemeinhin als Zigeuner-Kitsch bekannt &#8211; verst\u00e4rkt von oft diskriminierenden Berichten und Illustrationen der Massenmedien. Aber auch in der europ\u00e4ischen Malerei wird seit Stefan Lochner und Caravaggio ein Bild vom \u201efahrenden Volk&#8220; tradiert, das diese Menschen als Projektionsfl\u00e4che von \u00c4ngsten, Sehns\u00fcchten, Exotismen und anderen skurrilen Phantasien nutzt bzw. benutzt. Nur wenige K\u00fcnstler, wie der D\u00fcsseldorfer Otto Pankok, n\u00e4hern sich in ihren Werken dem Verfolgungsschicksal und dem realen Menschsein der Sinti und Roma. Die Ausstellung wird auch Beispiele dieser bildm\u00e4chtigen Wahrnehmungen zeigen, u.a. durch eine Diashow der Uni Trier.<\/p>\n<h5><a name=\"zeitgenoessische_kuenstler\"><\/a>Kurzf\u00fchrer &#8211; Zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnstler und Schriftsteller<\/h5>\n<p><strong>Daniel Baker<\/strong><\/p>\n<p>Geboren 1961, aus einer &#8222;Gypsy&#8220;-Familie in Kent (GB), lebt.\u00a0 Er arbeitet als K\u00fcnstler in London.<\/p>\n<p>Ausbildung:<br \/>\n2006\u00a0\u00a0 PhD Royal College of Art, London &#8211; \u2018Site Unseen: The role of Gypsy Aesthetics in the Transmission of Cultural Agency&#8216; (AHRC)<br \/>\n2002\u00a0\u00a0 MA in \u201eGender and Ethnic Studies&#8220;<\/p>\n<p>Eigene Ausstellungen und Projekte:<br \/>\n2008\u00a0\u00a0\u00a0The New Gilt, Feinkost, Berlin<br \/>\n2008\u00a0\u00a0\u00a0Interfere, f\u00fcnfw\u00f6chiges Stipendium am &#8222;Centre for Drawing Project Space&#8220; des &#8222;Wimbledon<br \/>\nCollege of Art&#8220; in London<br \/>\n2006\u00a0\u00a0\u00a0lookinglass, Novas Gallery, London<br \/>\n2005\u00a0\u00a0 No Travellers, Victoria Hall, Oakham, Rutland<br \/>\n2003\u00a0\u00a0 Bodies, Corn Exchange Gallery, Newbury<br \/>\n2000\u00a0\u00a0 Romani Jivapen Jinapen, Bronzemedaille, in Auftrag gegeben vom BAMS, British Museum<\/p>\n<p><strong>Lita Cabellut<\/strong><\/p>\n<p>Die Spanierin Lita Cabellut wurde 1961 in Barcelona geboren und wuchs in einer armen Gitano-Familie auf. Nach 13 Jahren des Stra\u00dfen- und Waisenlebens wurde sie adoptiert. In diesem neuen Lebensabschnitt entdeckte sie das Pradomuseum. Die Werke Goyas, Velazquez&#8216;, Riberas und Rembrandts faszinierten sie. Eines ihrer bevorzugten Statemens, um ihre Leidenschaft zu beschreiben, lautet: &#8222;I married very young, my first marriage was with the art&#8220;. Mit 17 stellte sie das erste Mal im Rathaus von Masnou, Barcelona aus. Ihre Ausbildung Malerin erhielt von 1982 bis 1984 an der Rietveld Academy in Amsterdam.<\/p>\n<p>Letzte Ausstellungen:<br \/>\n2008<br \/>\n&#8211; Grand Opening, Opera Gallery Dubai<br \/>\n&#8211; A la Mesa !, Opera Gallery Seoul<br \/>\n&#8211; Gypsy exhibition, KulturHaus Romno Kher, Manheim<br \/>\n&#8211; April exhibition, Opera Gallery London<br \/>\n&#8211; Gunther Zulauf Gallery, Karlsruhe<br \/>\n2007-2008<br \/>\n&#8211; Sport in Art, musea-tour-exhibition organized by Adidas, China<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Thomas F. Fischer <\/strong><\/p>\n<p>(* 4. Februar 1954 in K\u00f6ln) ist als Performer, Zeichner und Installationsk\u00fcnstler t\u00e4tig und hat als Musiker, Schauspieler und B\u00fchnenbildner gearbeitet.<br \/>\nThomas F. Fischer arbeitete von 1972 bis 1976 als Schriftsetzer, besuchte 1977 die Foolsschool Amsterdam (Django Edwards) und trat mit der Theatergruppe Het Dogtroep auf. Von 1976 bis 1979 war er Mitglied (Acting, Stage Design, Public Relations) des Freien Theaters \u201eVaganten&#8220; (Regisseur Joachim Lang), mit Spielorten in Frankreich, Polen, Portugal und Deutschland. 1978 bis 1983 folgte ein Kunststudium in K\u00f6ln als Meistersch\u00fcler bei Renate Lewandowski und Daniel Spoerri. Er erhielt 1993 den F\u00f6rderpreis der Anker Bank f\u00fcr sein zeichnerisches Werk und war offizieller Teilnehmer\u00a0 der Dokumenta in Kassel.<\/p>\n<p><strong>Judit M. Horv\u00e1th<\/strong><\/p>\n<p>Geboren in S\u00e1rv\u00e1r\/ Ungarn. Hat zuerst als Krankenschwester gearbeitet, dann als professionelle Foto-grafin. Sie wurde Chefredakteurin von &#8222;Amaro Drom&#8220; (Unser Weg), einem Roma-Magazin, nachdem sie als Freelancerin und Bildredakteurin f\u00fcr verschiedene Magazine gearbeitet hatte.<br \/>\nSie ist Mitglied der\u00a0&#8222;National Union of Hungarian Journalists&#8220; und der &#8222;Alliance of Hungarian Photo-graphers&#8220;. Heute ist sie wieder als freie K\u00fcnstlerin t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Ausstellungen der letzten Jahren in:<br \/>\nBudapest, Wien, Helsinki, Kaunas, Paris<\/p>\n<p><strong>Gy\u00f6rgy Stalter <\/strong><\/p>\n<p>Stalter wurde 1956 in Budapest geboren. Nach seinem Abitur erlernte er das Handwerk der Fotografie und begann als Photoreporter f\u00fcr die Presse zu arbeiten. In Zusammenarbeit mit seiner Frau Judit M. Horv\u00e1th ver\u00f6ffentliche er den Photoband \u201eAnother World&#8220;, mit Fotos aus Zigeunerd\u00f6rfern in Ungarn und den Slums der Haupstadt.<br \/>\nEr gewann den &#8222;Budapest Photography Grant&#8220; der &#8222;Municipal Pro Urbis Foundation&#8220; f\u00fcr seine Mutter &#8222;J\u00f3&#8230;J\u00f3zsefv\u00e1ros&#8220; beim Wettbewerb f\u00fcr Pressefotos der &#8222;Association of\u00a0 Hungarian Journalists&#8220; in 2006.<\/p>\n<p><strong>Gabi Jim\u00e9nez<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Geboren 1964 in Paris als Sohn spanischer Gitanos.<br \/>\n\u201eIch wei\u00df nicht wer ich bin, ich wei\u00df nicht woher ich komme, ich wei\u00df nichts von mir, von uns. Dennoch habe ich Schwestern, Br\u00fcder, Cousins,\u00a0 Menschen, die mir \u00e4hnlich sehen, aber die nicht meine Sprache sprechen. Manche W\u00f6rter, manche Aussagen f\u00fchren mich jedoch zu mir, in meine Familie, es ist egal, wo ich bin, wenn ich mit den Menschen zusammen bin, zu denen ich geh\u00f6re, mit denjenigen, die ihr die Bohemiens nennt.&#8220;<\/p>\n<p>Letzte Ausstellungen:<br \/>\n2008:<br \/>\n&#8211; Br\u00fcssel: rum\u00e4nische und ungarische Botschaft (kollektive Ausstellungen)<br \/>\n&#8211; Lissabon\/ Portugal: Calouste Gulbenkian Stiftung (Distanz und N\u00e4he Programm Gulbenkian)<br \/>\n&#8211; La Rochelle\/ Frankreich: Galerie Metisse (Dauerausstellung)<br \/>\n&#8211; Paris\/ Frankreich: Verband der Menschenrechte\/ Kulturwoche der Zigeuner, Domont<br \/>\n&#8211; Paris:Ungarisches Institut Paris &#8211; Kollektivausstellung \u201eParadise Lost&#8220;<br \/>\n&#8211; Venedig, Italien: das Erste Roma Pavillon auf der Internationalen Kunstbiennale in Venedig \u201eLa<br \/>\nBiennale di Venezia&#8220; &#8211; 52. Internationale Kunstausstellung<br \/>\n&#8211; Paris: Kulturwoche der Zigeuner (mit Bireli Lagr\u00e8ne und Nouka Maximoff), Ermont<\/p>\n<p><strong>Harald Klemm<\/strong><\/p>\n<p>Harald Klemm wurde 1960 in M\u00f6nchengladbach geboren. Harald Klemm kombiniert in seinen Werken die ganze Bandbreite digitaler Medien zur Bildfindung mit traditioneller Malerei. In seinem Verfahren verwendet er den Computer gleichsam als modernes Zeichenwerkzeug, f\u00fcr die nachfolgende aufwendige Acryl- und \u00d6lmalerei.<br \/>\nSein Zugang zu seinen Sujets ist ausschlie\u00dflich pers\u00f6nlich und subjektiv, und das sind auch seine Bilder. Als Nachbar eines Wohnheims, in dem Roma untergebracht sind, war es f\u00fcr ihn zwingend, sich mit ihrer Geschichte, Herkunft und Lebenssituation in seiner Kunst auseinander zu setzen; mit dem was uns fremd ist, dem wir mit Vorurteilen begegnen und was unsere \u00c4ngste spiegelt. Die Werke von Harald Klemm sind in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden und in zahlreichen \u00f6ffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.<\/p>\n<p>Ausstellungen:<br \/>\n2008<br \/>\n&#8211; &#8222;Zwei mal zehn in Halle 10&#8220;, CAP-Cologne Halle 10, K\u00f6ln, (GA)<br \/>\n&#8211; &#8222;Einen AUGEN-Blick bitte!&#8220;, Kunstverein Bad Salzdetfurth e.V., (GA, Katalog)<br \/>\n2007<br \/>\n&#8211; &#8222;Dolly&#8220;, Komposition f\u00fcr Video, Tonspur und Bratsche, (mit David Graham), Kultur Bahnhof Eller, D\u00fcsseldorf<br \/>\n&#8211; &#8222;Die 9. Artconnection&#8220; &#8211; Im Zeichen der Roten Schleife, K\u00f6ln<br \/>\n&#8211; &#8222;Trzeba Miec Nosa &#8211; Have A Good Nose&#8220;, Kunstverein Bad Salzdetfurth e.V., (GA, Katalog)<br \/>\n&#8211; &#8222;Language \/ Environment&#8220;, Museum of Contemporary Art, Beijing, China, (GA, Katalog)<br \/>\n&#8211; &#8222;Romeo und Julia&#8220;, Raab Galerie, Berlin, (GA)<br \/>\n&#8211; &#8222;Soll? und Haben [Wunschbilder]&#8220;, Halle Altes Rathaus, Museen der Stadt Schweinfurt, (GA, Katalog)<br \/>\n2006<br \/>\n&#8211; &#8222;Deutsche Einheit&#8220;, (mit Thomas Baumg\u00e4rtel), Galerie Alte Reichsvogtei, Museen der Stadt Schweinfurt (Katalog)<br \/>\n&#8211; &#8222;Tischgesellschaften&#8220;, Raab Galerie, Berlin (GA)<br \/>\n&#8211; &#8222;lent me your ear&#8220;, Kunstverein Bad Salzdetfurth e.V., (GA, Katalog)<br \/>\n&#8211; &#8222;Bl\u00fchende Landschaften&#8220;, (mit Thomas Baumg\u00e4rtel), Galerie F, Bad Nauheim<br \/>\n&#8211; &#8222;Inside Out&#8220;, Raab Galerie, Berlin (EA)<\/p>\n<p><strong>Jovan Nikoli\u0107<\/strong><\/p>\n<p>Geboren 1955 in Belgrad. Beide Eltern sind Musiker: Die Mutter, eine Serbin, singt, der Vater, ein Rom, spielt Saxophon. Seine Kindheit verbringt Jovan Nikoli\u0107 auf Reisen mit den Eltern, dann in einem Roma-Viertel in der Kleinstadt \u010ca\u010dak, wo er die Schule besucht und anschlie\u00dfend eine Ausbildung als Maschi-nen\u00adingenieur absolviert.<br \/>\n1981 ver\u00f6ffentlicht er in Beograd seinen ersten Gedichtband, dem bis 1998 f\u00fcnf weitere folgen. Als Lyriker, Dramatiker, Kolumnist, Kabarettist und Songtexter (unter anderem f\u00fcr Kusturicas Film \u201eSchwarze Katze, wei\u00ad\u00dfer Kater&#8220;) kommt Jovan Nikoli\u0107 zu literarischen Ehren und einer bemer\u00adkenswerten Popularit\u00e4t. 1999 emigriert er nach Deutschland. Stipendiat der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, der Akademie der K\u00fcnste Berlin, des deut\u00adschen PEN-Zentrums und des Cultural City Network Graz. Im Jahr 2000 wird sein (zusammen mit R. Sejdovi\u0107 verfasstes) Antikriegsst\u00fcck \u201eKosovo mon amour&#8220; bei den Ruhrfestspielen uraufgef\u00fchrt. Seit 2002 ist er Vize\u00adpr\u00e4sident des Internationalen Romani Schriftstellerverbandes IRWA, sowie Mitarbeiter des Rom e.V.<\/p>\n<p><strong>Eva Ohlow<\/strong><\/p>\n<p>1940 in K\u00f6ln geboren.<\/p>\n<p>Ausstellungen (eine Auswahl der letzten Jahre):<br \/>\n2008<br \/>\n&#8211; \u00c4gyptisches Museum, Bonn;<br \/>\n&#8211; DFG &amp; Wissenschaftszentrum, Bonn;<br \/>\n&#8211; Photo, Miami;<br \/>\n&#8211; AGC Museum, Athen<br \/>\n2007<br \/>\nVULKAN.K\u00f6ln;<br \/>\n&#8211; art Karlsruhe 2007;<br \/>\n&#8211; Kunstverein Siegen e.V., Siegen;<br \/>\n&#8211; KIAF 2007, Seoul<br \/>\n2006<br \/>\n&#8211; Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, Schloss Wahn<br \/>\n&#8211; KIAF 2006, Seoul;<br \/>\n&#8211; Kunstverein Aalen e.V., Aalen;<br \/>\n&#8211; Galerie Reitz, K\u00f6ln<br \/>\n2005<br \/>\n&#8211; Kunsthalle Fridericianum, Kassel;<br \/>\n&#8211; Kunstverein Harburger Bahnhof e.V., Hamburg;<br \/>\n&#8211; ART Bodensee;<br \/>\n&#8211; Kunsttreff Faulturm, K\u00f6ln;<br \/>\nMehrere Kunst am Bau &#8211; Projekte\u00a0 (u.a. Agrippabad K\u00f6ln)<\/p>\n<p><strong>Katarzyna Pollok<\/strong><\/p>\n<p>Geboren 1961 in Kiew, aufgewachsen in Polen, 1983 nach Berlin \u00fcbergesiedelt, lebt z.Zt. in Berlin-Kreuzberg.<br \/>\nAusstellungen u.a. in Australien (2003), Indien (2001, 2003 und 2006), Teilnahme an verschiedenen Konferenzen und Workshops (New Delhi 2002 und 2006, Istanbul 2005, Stockholm 2007)<\/p>\n<p><strong>Nihad Nino Pu\u0161ija<\/strong><\/p>\n<p>Geboren 1965 Sarajevo, Bosnien. Lebt in Berlin, Deutschland.<br \/>\n2007 Teilnehmer der Biennale Venedig (Roma-Pavillon)<br \/>\n1994 Projektleiter von &#8222;Zyklop foto fabrik&#8220;, einer Gruppe junger K\u00fcnstler, die ihr Studium wegen des Krieges im fr\u00fcheren Jugoslawien abgebrochen hatten und vom Kunstamt Kreuzberg und der NGBK (Neue Gesellschaft f\u00fcr Bildende Kunst) in Berlin unterst\u00fctzt wurden. Ihre Hauptthemen sind: Bosnien, Fl\u00fcchtlinge, Konfliktl\u00f6sung, Integration und Roma in Europa.<br \/>\n1988 &#8211; 1992 K\u00fcnstlerische Fotoprojekte und Studium in England, Belgien, Italien und den USA.<\/p>\n<p><strong>Ru\u017edija Sejdovi\u0107<\/strong><\/p>\n<p>Geboren in Ubli bei Podgorica\/ Montenegro, am Jahr 1966. Schreibt Gedichte, Kurzprosa und Dramen auf Romanes und Serbisch. \u00dcbersetzt vom Serbischen und Deutschen ins Romanes. Besch\u00e4ftigt sich mit Kunst (Malerei, Kupferstich)<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichte Gedichte und Kurzprosa:<br \/>\nOmladinski Pokret, \u010cetinje (1981, 1983, 1985)<br \/>\nKrlo e Romengo- Glas Roma (1983)<br \/>\nKhamutne dive (1987)<br \/>\nKnji\u017eevna revija, Osijek (1989)<br \/>\nRomano lil &#8211; Romablatt, K\u00f6ln (1989-1991)<br \/>\nJekh \u010dhib, K\u00f6ln (1994)<br \/>\nRomano Nevipe (1997)<br \/>\nKosovo mon Amour,\u00a0 Tragik\u00f6m\u00f6die (2004)<\/p>\n<p><strong>K\u00e1lm\u00e1n V\u00e1rady<\/strong><\/p>\n<p>1958 geboren in Hoffnungsthal<br \/>\n1979-84 Studium an der FH K\u00f6ln, Freie Malerei<br \/>\n1986 Meistersch\u00fcler bei Prof. Werner Schiefers<br \/>\nK\u00fcnstlerischer Schwerpunkt sind Arbeiten zum Thema Fetisch und Reliquie<br \/>\nK\u00e1lm\u00e1n V\u00e1rady lebt und arbeitet in K\u00f6ln.<\/p>\n<p><strong>Bronis\u0142awa &#8222;Papusza&#8220; Wajs <\/strong><\/p>\n<p>Dichterin, 30. Mai 1910 &#8211; 8. Februar 1987.<br \/>\nBronis\u0142awa Wajs, deren Roma-Name Papusza (Puppe) lautet, ist einer der weltweit ersten Roma-Autornnen. W\u00e4hrend Alexander Germano (1893, Russland) oder Mat\u00e9o Maximoff (Frankreich) es schafften, ihre Werke zu ver\u00f6ffentlichen, schuldet Papusza ihre \u201eEntdeckung&#8220; und Ver\u00f6ffentlichung ihrer Gedichtsammlungen dem bekann-ten polnischen Dichter Julian Tuwim und vor allem dem polnischen Wissenschaftler Jerzy Ficowski.<\/p>\n<p>Aus der Autobiographie der Autorin:<br \/>\nAls ich dann 13 Jahre alt wurde, war ich d\u00fcnn und flink wie ein Eichh\u00f6rnchen, nur war ich schwarz. Ich las und die Zigeuner lachten mich deswegen aus und bespuckten mich. Sie l\u00e4sterten \u00fcber mich und, in Missachtung, las mich mehr und mehr. Wie oft weinte ich, und trotzdem f\u00fchrte ich das fort, was ich wollte. Ich meldete mich in der Bibliothek an und lieh jegliche B\u00fccher aus, die ich in die Finger kriegte, weil ich nicht wusste was gut und was nicht gut war. Ich bat meine Familie darum, mich in der Schule anzumelden, jedoch interessierten sie sich nicht das Geringste daf\u00fcr. &#8222;Bitte, du, eine Zigeunerin, willst Lehrerin werden?&#8220; Also lie\u00df ich sie in Ruhe und las einfach weiter und weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#oben\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h5><a name=\"historishe_abteilung\"><\/a>Kurzf\u00fchrer &#8211; Historische Abteilung<\/h5>\n<p><strong>Das Bild der Zigeuner in der europ\u00e4ischen Kunst<br \/>\nund popul\u00e4ren Illustration<\/strong><\/p>\n<p>Die Figur des \u201eZigeuners\u201c hat die europ\u00e4ische Kunstgeschichte seit dem 15 Jahrhundert in \u00fcberreichem Ma\u00dfe besch\u00e4ftigt. Es existieren ungez\u00e4hlte Gem\u00e4lde und Graphiken mit diesem Motiv aus allen L\u00e4ndern und Epochen. Allein das Archiv des Rom e.V. hat fast 2000 Beispiele gesammelt.<\/p>\n<p>Diese Bilder von den \u201eZigeunern\u201c haben sich in unser aller Bewusst-, ja Unterbewusstsein tief eingegraben und sind jederzeit abrufbar. Mit dem Aufkommen der Massenpresse im 19. Jahrhundert wurden diese als Holzstiche und Lithographien in Zeitschriften verbreitet und das sog. Zigeunerleben in Postkartenmotiven, Liebig-Sammelbildern und in Kitschgem\u00e4lden mit der \u201erassigen\u201c (!) Zigeunerin weiter popularisiert. Kirchliche und staatliche Beh\u00f6rden verdinglichten diese Konstruktion des \u201eZigeuners\u201c in den Zuschreibungen ihrer Edikte, Fahndungsplakate und Justizakten.<\/p>\n<p>Seitdem assoziiert jeder mit dem Wort \u201eZigeuner\u201c die zuvor in all diesen Medien gef\u00e4llten \u201eUrteile\u201c von nomadisierenden, abgerissenen Gruppen, mit zahllosen Kindern, die als Bettler, Diebe, Messerstecher unser Land unsicher machen. Die Angst vor diesen Fremden vermischt sich mit der Faszination f\u00fcr ein Leben, das sich angeblich den b\u00fcrgerlichen Pflichten, der Arbeit, der Disziplin und den moralischen Zw\u00e4ngen entzieht und mit den Phantasien von sexuell freiz\u00fcgigen Frauen, die zudem einen magischen Zugang zur Zukunft haben. \u201eBoh\u00e9mien\u201c \u2013 mit dieser franz\u00f6sischen Bezeichnung f\u00fcr Zigeuner versuchen K\u00fcnstler des 19. Jahrhunderts ihre antib\u00fcrgerliche Existenz zu idealisieren.<\/p>\n<p>Aber es gibt immer wieder Vertreter der Klassik und der Moderne, die die N\u00e4he zu dem gejagten Volk suchen, mit ihm leben und die versuchen, ihm auf Augenh\u00f6he und mit Sympathie zu begegnen und ein Bild zu zeichnen, das sie als Individuen wahrnimmt.<\/p>\n<p><strong>Die Themen der historischen Abteilung<br \/>\n<\/strong><br \/>\n1. Eingangsbereich<\/p>\n<p>Die hier gezeigten drei\u00dfig Gem\u00e4lde gegen\u00fcber der Bar und an der Treppe unten und oben mit Darstellung der leicht lasziven und doch \u201estolzen, geheimnisvollen Zigeunerin\u201c haben der K\u00fcnstler K\u00e1lm\u00e1n V\u00e1rady und der Rom e.V. auf Flohm\u00e4rkten erworben. Bis vor wenigen Jahrzehnten geh\u00f6rte \u201eDie Zigeunerin\u201c zum selbstverst\u00e4ndlich Inventar vieler kleinb\u00fcrgerlicher Wohn- und Schlafzimmer wie der r\u00f6hrende Hirsch und die Schweizer Bergwiese.<\/p>\n<p>In den Vitrinen amTreppenaufgang zeigen wir die allt\u00e4gliche Pr\u00e4senz von \u201eZigeunerischem\u201c, wie sie in der Gastronomie, angefangen beim Zigeunerschnitzel, in der Mode und vor allem in der boomenden Esoterik immer wieder begegnet. Nicht zuletzt in vielen Frauenromanen, wo die Sehnsucht nach zigeunerischer Leidenschaft kultiviert wird.<br \/>\nDie Sammelbilder-Collage erinnert an die Zeit als solche Bildchen in Millionenauflage Alltagsprodukten wie Schokolade beigelegt wurden und vor allem das Bild vom \u201elustigen Zigeunerleben\u201c bei Kindern pr\u00e4gten.<\/p>\n<p>2. Alte Meister (Erste Wand rechts)<\/p>\n<p>Vier Gem\u00e4lde in Reproduktion aus der Zeit zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert zeigen Zigeunermotive in unterschiedlichem Kontext: Lochner und Mostaert versuchen den ausgegrenzten Fremden einen Ort im Heilsgeschehen zuzuweisen.<br \/>\nLytens und Caravaggio spielen mit stereotypen Wahrnehmungen der Minderheit.<\/p>\n<p>3. Dia-Schau: Das Bild des Zigeuner in der europ\u00e4ischen Malerei (Leinwand an Notausgang)<\/p>\n<p>Die Dia-Schau zeigt 70 Gem\u00e4lde sowie Grafiken seit dem 15. Jahrhundert. Die Bilderabfolge ist zum Teil zu Themen zusammengefasst, die bestimmte Stereotypen erkennen lassen: Zigeunerlager, Wahrsagen, Diebstahl, Betteln, Kindesraub, Tanz etc.<br \/>\nDie Dias l\u00f6sen sich alle 15 Sekunden ab. Ein kleines Heft kann vor Ort eingesehen werden und enth\u00e4lt Erl\u00e4uterungen.<\/p>\n<p>4. August Sander (zweite Wand rechts)<\/p>\n<p>Der K\u00f6lner Fotograf August Sander hat in den zwanziger Jahren neben vielen anderen \u201etypischen\u201c Berufen bzw. sozialen Gruppen seiner Zeit auch sechs Portr\u00e4ts von rheinischen Zigeunern geschaffen. Da zur Zeit zwei der Fotos nach Israel ausgeliehen sind, zeigen wir hier nur vier dieser Arbeiten, die die photographische Sammlung\/SK Stiftung Kultur \u2013 August Sander Archiv als Original-Abz\u00fcge zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n<p>5. Klassische Moderne (dritte Wand rechts)<\/p>\n<p>In der oberen Reihe h\u00e4ngen in Reproduktion Gem\u00e4lde mit Zigeunermotiven aus K\u00f6lner Museen (Ludwig und Wallraf-Richartz), die wir teilweise in den Depots ausfindig machen konnten. Neben den expressionistischen Malern Max Beckmann, Emil Nolde und Otto Mueller ist rechts der preu\u00dfische Pferdemaler Emil Volkers zu sehen.<br \/>\nIn der unteren Reihe zeigen wir die Bilder der sog. Zigeunermappe von Otto Mueller, die der Rom e.V. erworben hat. Mueller hat diese Menschen bei einem Aufenthalt auf dem Balkan getroffen, mit ihnen gelebt und sie portr\u00e4tiert.<\/p>\n<p>6. Otto Pankok (Stirnwand)<\/p>\n<p>Die Leiterin des Otto-Pankok-Museums in H\u00fcnxe, Eva Pankok, hat dem Rom e.V. acht originale Kohlezeichnungen des gro\u00dfen rheinischen Malers f\u00fcr die Ausstellung \u00fcberlassen. Sie zeigen namentlich genannte Sinti, meist Kinder, mit denen er in den drei\u00dfiger Jahren auf dem Heinefeld in D\u00fcsseldorf zeitweise zusammenlebte und zu denen er sich trotz NS-Repressalien bekannte.<\/p>\n<p>7. Dina Gottliebova (linke Wand im selben Gang)<\/p>\n<p>Als j\u00fcdische Inhaftierte in Auschwitz musste die j\u00fcdische Malerin Dina Gottliebova auf Befehl des KZ Arztes Mengeles sechs zur Vernichtung bestimmte Zigeuner portr\u00e4tieren, um deren \u201eRassemerkmale\u201c festzuhalten. Ihre individuellen Bilder unterlaufen die Absicht des NS-M\u00f6rders.<\/p>\n<p>8. Apollinaire &#8211; Picasso &#8211; Rilke (R\u00fcckwand zu Gottliebova)<\/p>\n<p>Prof. Dr. Kurt R\u00f6ssler, als Apollinaire-Forscher international bekannt, hat vor kurzem die These vorgelegt, wonach Apollinaires rheinische Zigeunergedichte von 1901\/02 dessen Freund Pablo Picasso ma\u00dfgeblich zu den Gauklermotiven seiner Rosa Periode inspirierten. Das Gem\u00e4lde \u201eLes Saltimbanques\u201c aus dieser Zeit wiederum beeinflusste Rilke bei der Ausarbeitung seiner 5. Duineser Elegie. Eine ausf\u00fchrliche Darstellung dieser These ver\u00f6ffentlichte Prof. R\u00f6ssler in einer Monographie, die im Verlag des Rom e.V. rechtzeitig zur Er\u00f6ffnung dieser Ausstellung erschienen ist. Sie ist f\u00fcr 12\u20acam B\u00fcchertisch oder beim Rom e.V. erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>9. Hubert Berke (linker Gang Stirnwand)<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerin Brunhilde Berke lernte als junges M\u00e4dchen eine K\u00f6lner Sintifamilie kennen und schloss mit deren Kinder Freundschaft. Ihr Freund und sp\u00e4terer Ehemann Hubert Berke, der bekannte rheinische Maler aus der Schule Paul Klees, portr\u00e4tierte damals diese Kinder in Aquarellen. In der Vitrine sind die Zeugnisse dieser Freundschaft vom Anfang der 30er Jahre ausgestellt, darunter viele Originalfotos und auch r\u00fchrende Briefe, die sich Brunhilde und die Sinti-Kinder einander schrieben.<\/p>\n<p>10. Kunstwerkstatt Amaro Kher (linker Gang erste und zweite Wand von hinten)<\/p>\n<p>Die Kunstp\u00e4dagoginnen Rabea M\u00fcller und Angi Pre\u00df haben \u00fcber ein Jahr mit einer Gruppe von Romakindern in Amaro Kher, der Vorbereitungsschule des Rom e.V., k\u00fcnstlerisch gearbeitet. Einige ausgew\u00e4hlte Ergebnisse dieser beeindruckenden Arbeiten werden in Petersburger H\u00e4ngung und in einer Vitrine ausgestellt.<\/p>\n<p>11. Thomas F. Fischer &#8211; Amaro Kher Kreativ-Workshop (linker Gang, dritte Wand)<\/p>\n<p>Der Performance-K\u00fcnstler und Zeichner Thomas F. Fischer, dessen Vorfahren einer Familie s\u00fcdfranz\u00f6sicher Manouches (Sinti) entstammen, war bereits offizieller Teilnehmer der Dokumenta in Kassel. Er hat mehrere Monate mit Romakindern aus Amaro Kher gearbeitet. Die Kinder, die erst sehr verunsichert waren wegen der MS-Behinderung des K\u00fcnstlers, \u00fcberwanden bald ihre Hemmungen und fanden im Workshop zu einer herzlich-warmen und kreativen Zusammenarbeit, aus der die hier gezeigten farbintensiven Arbeiten hervorgingen.<\/p>\n<p>12. Zigeunerfrieda (linker Gang, vierte Wand)<\/p>\n<p>Im B\u00fccherschrank unseres Vorstandsmitglieds G\u00fcnter Wallraff entdeckten wir vor Jahren ein Kinderbuch aus der Kaiserzeit, das im Stil Wilhelm Buschs ungezogene Kinder einsch\u00fcchtern sollte. Ein Onkel Knolle tadelte, warnte und bestrafte all diese b\u00f6sen Rangen. Die jungenhaft-freche Frieda trieb es besonders schlimm, unbez\u00e4hmbar halt wie, na ja, eine kleine Zigeunerin. Aber wir sehen hier ja, was sie davon hat.<\/p>\n<p>13. Roma-Fl\u00fcchtlinge in K\u00f6ln seit 1986 und der ROM e.V. (linker Gang Stirnwand vorne)<\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eDie vergessenen Europ\u00e4er\u201c verdankt ihre Entstehung der jahrzehntelangen Auseinandersetzung um das Bleiberecht der Roma, die in K\u00f6ln seit 1986 vor dem jugoslawischen B\u00fcrgerkrieg Zuflucht suchten. Seitdem k\u00e4mpft der Rom e.V., unterst\u00fctzt von vielen K\u00f6lnerInnen, darum, dass die Menschen bei uns eine neue Heimat und Zukunft finden. Viele Roma konnten in anderen L\u00e4ndern, freilich oft nur unter Verleugnung ihrer Herkunft, in Wirtschaft, Kunst, Wissenschaft und Politik erfolgreich sein.<br \/>\nDamit die Romafl\u00fcchtlinge nicht die \u201eVergessenen K\u00f6lner\u201c bleiben, will der Rom e.V. auch auf die kreativen M\u00f6glichkeiten der Minderheit aufmerksam machen. Bleiberecht, Wohnung und Bildungschancen bei uns sind freilich Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Integration. Wir alle m\u00fcssen uns fragen lassen, ob nicht die lange Tradition antiziganistischer Vorurteile, mit denen die Ausstellung auch konfrontiert, unser Engagement immer wieder l\u00e4hmt.<\/p>\n<p>14. Verfolgung der Zigeuner in K\u00f6ln (Vitrine neben Rom e.V. Wand)<\/p>\n<p>Originaldokumente aus dem Historischen Archiv der Stadt K\u00f6ln, dem Karnevalsmuseum und andere Belege zeigen, wie menschenverachtend Stadt und Erzbischof jahrhundertelang die Zigeuner drangsalierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#oben\">Nach oben<\/a><\/p>\n<h5><a name=\"bestellung\"><\/a><strong>Katalog zur Ausstellung<\/strong><\/h5>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"images\/vergessene_europaeer_k.jpg\" alt=\"vergessene_europaeer_k\" width=\"220\" height=\"314\" \/><\/p>\n<p>21 x 30 cm, 168 Seiten<br \/>\nmit 250 Farbabbildungen.<br \/>\nISBN 978-3-9803118-8-5<br \/>\nDas Katalog kann \u00fcber den Rom e.V. K\u00f6ln f\u00fcr 25 Euro bezogen werden.<\/p>\n<p>Sie erhalten einen Mengenrabatt, wenn Sie drei oder mehrere Exemplare bestellen.<br \/>\nJe Exemplar 25,0 EUR, ab drei Exemplare 15,0 EUR.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; full_screen_row_position=&#8220;middle&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243; shape_divider_position=&#8220;bottom&#8220;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; column_shadow=&#8220;none&#8220; column_border_radius=&#8220;none&#8220; width=&#8220;1\/1&#8243; tablet_text_alignment=&#8220;default&#8220; phone_text_alignment=&#8220;default&#8220; column_border_width=&#8220;none&#8220; column_border_style=&#8220;solid&#8220;][vc_column_text] Ein Projekt des ROM e.V. 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