{"id":1338,"date":"2014-02-12T11:19:59","date_gmt":"2014-02-12T10:19:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.romev.de\/?page_id=1338"},"modified":"2014-02-12T11:25:06","modified_gmt":"2014-02-12T10:25:06","slug":"quellen-zur-geschichte-der-zigeuner-im-rheinland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=1338","title":{"rendered":"Quellen zur Geschichte der Zigeuner im Rheinland"},"content":{"rendered":"<p><em>Der \u201eVerein zur F\u00f6rderung der Roma in K\u00f6ln e.V.\/ Archiv- und Dokumen-tationszentrum\u201c (Rom e.V.) arbeit an einem Projekt zur \u201eGeschichte und Ethnographie der Zigeuner (Sinti, Roma und die h\u00e4ufig mit ihnen verwechselten Jenischen) im Rheinland\u201c. Um einen kleinen Einblick in das in den verschiedensten Archiven lagernde Material zu geben, sollen an dieser Stelle einige Dokumente zum Thema pr\u00e4sentiert werden, die entweder noch gar nicht ver\u00f6ffentlicht worden sind oder zumindest nicht jedermann ohne weiteres zug\u00e4nglich sind.<b> <\/b><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.<i> Eine Verordnung gegen Zigeuner und andere Fremde findet sich auf S.27 einer 1596 in M\u00fcnster gedruckten Polizei- und Landesordnung des Erzstiftes K\u00f6ln (\u201eDess Ertzstiffts C\u00f6lln Pollicey und Lands-Ordnung\u201c). Nachgedruckt (in altdeutschen Drucktypen) und mit einer englischen \u00dcbersetzung versehen wurde sie von A(gnes) Marston unter dem Titel \u201eA Cologne Ordinance of 1596\u201c in den Journal of the Gypsy Lore Society, new series, vol.II, no.4 (April 1909), S.377-380. Reimar Gilsenbach hat eine kurze Inhaltsangabe der Verordnung im heutigen Deutsch in seiner \u201eWeltchronik der Zigeuner \u2013 Teil 1: Von den Anf\u00e4ngen bis 1599\u201c (Studien zur Tsiganologie und Folkloristik, Bd.10), Frank-furt\/ M. u.a. 1997 (2.Aufl.), S.207 f. gebracht.<\/i><\/p>\n<p align=\"center\">Von den Ziegeineren oder Heyden<\/p>\n<p>Nachdeme man auch gleublich anzeige hatt \/ dass die Zygeiner oder Heyden Erfahrer \/ Verreder und Au\u00dfspeiher sein \/ und die Christen Landen deme T\u00fcrcken unnd anderen der Christenheit Feinden verkundtschafften \/ So ist derhalben auff gehalten Reichst\u00e4gen verbotten \/ denselbigen kein Gleide zu geben \/ darauff Wir auch hiebeuor etliche mahl unser offen Mandaten haben au\u00dfgehen lassen \/So beuehlen Wir nochmals allen und jeden unseren Ampleuten \/ und wollen da\u00df die Zygeiner und Heyden nit gelitten oder vergleidet \/ sonder wo sie betretten \/ und wan jemandt mit der Tahdt gegen sie handelen w\u00fcrde \/ dass daran nit gefreuelt sol werden.Item es sollen auch keine Landtleuffer \/ Netzbuben \/ oder andere argwonige Geselschafften \/ zugelassen \/ sonder mit flei\u00df nach denselbigen erk\u00fcndigung geschehen \/ sie zur peinlicher frage angenommen \/ unnd nach befindung \/ der gep\u00fcr gestrafft werden.<\/p>\n<p>Item es sollen auch keine Einkomelinge oder einige anderen \/ die au\u00dfwendig in unseren oder frembden Landen Empteren oder St\u00e4tten gedienet oder gewonet hetten \/ von einichen f\u00fcr Diener oder B\u00fcrger angenommen \/ gehauset \/ geherbergt \/ underhalten oder gestattet \/ auch ihnen kein Hau\u00df oder Kammer verkaufft \/ gelehent oder verheuret werden \/ dan mit vorwissen und zulassen unser Amptleute und jedes orths Beuelhaber.<\/p>\n<p>Und sol auch ein jeder zu deme sie quemen an stundt unseren Amptleuten dieselb mit allen umbstenden anzeigen unnd zuerkennen geben \/ unnd darauff unser Amptman oder Befelchhaber \/ so balde im solches anbracht \/ oder er es sonst vernemen mag \/ die Frembden oder Einkomlinge f\u00fcr sich bescheiden \/ ihrer gestalt \/ gelegenheit \/ Lebens und wandels erkunden \/ auch glaubhafftigen Schein von der Oberigkeit daher sie kommen \/ erforderen \/ unnd erfahren \/ wie sie sich daselbst gehalten \/ welche aber den Schein nicht darthun k\u00f6ndten \/ oder binnen der zeit die ihnen auffgelecht nicht pringen w\u00fcrden \/ oder sonst Argwon und b\u00f6se vermutung auff sich hetten \/ dieselbige in keinen wege d\u00fclden oder pleiben lassen \/ sonder wo einiger Argwon hinder ime vermerckt noch befunden \/ zu gep\u00fcrlicher Straff annehmen \/ oder au\u00df unseren F\u00fcrstenthumben zuuerweisen.<\/p>\n<p>In gleicher ma\u00df sollen unsere Amptleute und Befelhaber in allen unseren St\u00e4tten \/ D\u00f6rfferen und Heuseren \/ der Frembden und Eink\u00f6meling halb \/ so jetzo daselbst weren \/ sich erkunden \/ und obgenanter gestalt mit ihnen halten \/ und so dar\u00fcber jemandt von unseren Underthanen oder den unseren (es geschehe under welchem Schein das wolle \/ heimlich oder offenbar) gefehrlicher weise auffenthaltung gestattet \/ verschweigen \/ oder diesen unseren Befelch nicht nachkommen w\u00fcrde \/ sol nach befinden \/ ernstlich gestrafft \/ und niemandts darinne ubersehen werden.<\/p>\n<p>Wo auch in unseren F\u00fcrstenthumben \/ Landen und gepiethen \/ unnd bey den unseren einiche Knecht oder Kreigsleute bestelt oder angenommen werden wolten \/ ohn Unser vorwissen oder zulassen \/ sollen dieselben \/ auch die ohn Pasportt oder Schein einiges F\u00fcrsten sich zu sammelen \/ oder durch zu ziehen understunden \/ nicht ged\u00fcldet oder auffenthalden \/ Sonder wo man die betretten mag \/ angenommen \/ hertiglich gefragt \/ unnd umb ihre Mi\u00dfhandelung mit ernst gestrafft \/ und zum weinigsten ihre Haab unnd G\u00fctter angenommen gebent \/ und sie mit Eyden und B\u00fcrgschafften \/ nach notturfft verbunden werden.<\/p>\n<p>Es sollen auch einiche Knechte \/ ohn Unseren oder unser Amptleute vorwissen und zulassen \/ sich auch in keine au\u00dfwendige dienst begeben oder bestellen lassen \/ Sonder wo sie es dar\u00fcber thun w\u00fcrden \/ unser F\u00fcrstenthumb und Lande zu den ewigen tagen verbannen sein \/ unnd ihre g\u00fctter verwirckt haben \/ Derhalb auch unser Amptleute und Beuelhaber mit ernstlichen flei\u00df auffsehens haben sollen \/ unnd wo daruber einiche Knecht sich versammelen auff der garden \/ oder sonst durch ziehen \/ oder die Underthanen uberfallen w\u00fcrden \/ da\u00df als dan ein Landtschafft oder Ampt dem anderen mit den Klockenschlage zu h\u00fclff kommen \/ wehren und retten helffen sollen.<\/p>\n<p>Die Kremer \/ frembde und unbekante \/ oder die von ihrer Oberkeit daher sie kemen ires wandels nit genuchsam Schein brechten \/ oder die mit iheren Worten und wesen unerbarlich \/ \u00e4rgerlich \/ oder verdechtig eracht \/ durch die Lande zu ziehen oder zuuerpleiben nicht gestattet \/ sunder wo sie dar\u00fcber betretten unnd arwonig befunden \/ zu peinlicher Frag angenommen \/ unnd nach gelegenheit gestrafft werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><b>&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt; <\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>2. Im Kreisarchiv des Rhein-Erftkreises in Bergheim befindet sich ein Edikt des Erzbistums\/ Kurf\u00fcrstentums K\u00f6ln von 1708 , der Zigeuner und anderes \u201efremde Gesindel\u201c zum Thema hat. Durch die fehlende Differenzierung ist es nat\u00fcrlich schwierig, eine konkrete Aussage \u00fcber Zigeuner der damaligen Zeit zu machen. Immerhin sind von den getroffenen Ma\u00dfnahmen Zigeuner betroffen gewesen.<\/em><\/p>\n<p>Wir anwesende Pr\u00e4laten und Capitularen dieses Ertz-und hohen Thumb-Stiffts C\u00f6llen als Administratoren der Ertzstifftisch- und Churf\u00fcrstlichen Landen thun kund und m\u00e4nniglich hiemit zu wissen;<\/p>\n<p>Demnach vormahls verscheidene in offenen Truck au\u00dfgelassene verordnungen \/ und negsthin unterm 24ten Mertz dieses Jahres eine ergangen und gew\u00f6hnlich verk\u00fcndet worden \/ verm\u00f6g deren die Ziegeiner so wenig \/ als sonsten anderes herrloses frembdes Gesindt in die\u00df- und jehnseith Rheins gelegenen Ertz-Stifftischen Landen ged\u00fcldet\/ sonderen auff den betrettungsfall angegriffen und unverz\u00fcglich weggeschafft werden sollen: Wir aber mit h\u00f6chstem mi\u00dfvergn\u00fcgen vernehmen\/ dass solchem geb\u00fchrend nicht nachgelebt \/ sonderen vielmehr besagten Ziegeiner und allerhand frembden unbekanten Leuthen der freyer durchzug und auffenthalt an verscheidenen \u00f6rtheren verstattet\/ und dardurch verursachet werde \/ dass auff gemeinen Landtstrassen fast geringe Sicherheit mehr erhalten werden k\u00f6nne \/ auch viele sehr sch\u00e4dtliche Kirchen- und andere Diebst\u00e4hle von einiger zeither vorgangen: Welchem unwesen und sehr verderblichen undernehmungen l\u00e4nger nicht nachgesehen werden kann \/ sonderen vielmehr denenselben auff alle th\u00fcnliche wei\u00df nachtr\u00fccklich vorzubiegen ist: Dahero thuen Wir alle und jede vorige landsherrliche \/ auch bey unseren administrationszeiten dieserthalb au\u00dfgangene \u00f6ffentliche Edicta hiemit wiederhohlen \/ zugleich gn\u00e4digst gn\u00e4dig und ernstlich \/ auch bey vermeidung schw\u00e4hren unau\u00dfbleiblichen straffen\/ nachmahlen befehlen \/ obbesagten Ziegeiner \/ Heyden oder frembden m\u00fcssigen und herrlossen gesindtlein \/ sie seyen Christen oder Juden \/ keinen underschleiff \/ underhalt \/ einl\u00e4gerung \/ quartier oder durchzug zu verstatten \/ die von selbigen bi\u00dfweilen vorzeigende P\u00e4sse nicht zu achten \/ sonderen selbigen \/ so bald sie nur versp\u00fchret werden \/ durch gew\u00f6hnlichen Klockenschlag oder zusammen ziehende Sch\u00fctzen und s\u00e4mbtliche anhand bringende Unterthanen von orth zu orth zu verfolgen und weg zu treiben \/ das bey selbigen erfindliches gewehr und andere sachen ihnen abzunehmen \/ dar\u00fcber auch eine \u00f6rdentliche beschreibung oder inventarium einzurichten \/ fort \u00fcber den gantzen verlauff den umbst\u00e4ndlichen bericht an den Ertz-Stifftischen Hoffrath unverz\u00fcglich einzuschicken und von dannen den befelch zu erwarten \/ dass ein vierter theil dem anbringer \/ zwey vierte theil denen nachsetzenden Beamten\/ Sch\u00fctzen und Underthanen \/ der letzter vierter theil aber ad pias causas in dem ambt und orth \/ wo sie ertapfft und niedergeworffen worden \/ werwendet werden solle: dan haben alle beambte wie auch B\u00fcrgermeister und Rath in den St\u00e4tten die\u00df- und jehnseith Rheins daran zu seyn \/ dass vor allen und jeden durchziehenden unbekanten Leuthen gnugsamb gesicherte P\u00e4sse vorgezeigt \/ darin auch au\u00dftr\u00fccklich angemerckt seye \/ wo selbige zu hau\u00df \/ und wohin sie zu raysen willens seyen; Die Wirthe und B\u00fcrgere in denen St\u00e4tten und Underthanen im landt \/ wo solche Leuthe des nachts die Herberg nehmen \/ sollen sich dar\u00fcber ebenm\u00e4\u00dfig erk\u00fcndigen \/ und der Obrigkeit solche passirende Leuthe anzeigen \/ damit \/ wan einiger verdacht wider selbige obhanden \/ sie alsobald zur rede und antwort gestelt 7 fort befindenden dingen nach in gnugsame sicherheit gebracht werden k\u00f6nnen. Die im Ertz-Stifft verglaidete Juden \/ sollen auch f\u00fcr die bey ihnen einkehrende au\u00dfwendige Juden und deren handel zu stehen sch\u00fcldig \/ fort \/ wan selbige gantz frembd und unbekand \/deren alsobaldige verschaffung au\u00df dem land durch die Obrigkeit jedes orths zu bef\u00fcrderen \/ widrigenfals aber und wan durch dieselbe ein diebstahl begangen \/ oder sonsten einigerschaden verursacht werden m\u00f6gte \/ sie zu dessen ersetzung nicht allein gehalten seyn \/ sonderen dabeneben mit willk\u00fcrlichen straffen belegt werden solle. Zu welchem end dieser Befelch an allen Synagogen verk\u00fcnden zu lassen deren Juden vorsteheren hiemit au\u00dftr\u00fccklich befohlen wird.<\/p>\n<p>Damit nun auch dieser Unserer verordnung mit zureichigem guten erfolg nachgelebt werde \/ werden alle und jede Beambte hiemit erinnert \/ \u00f6ffters und wenigst alle Wochen einmahl durch den bestelten Sch\u00fctzenf\u00fchrer und beorderende sch\u00fctzen in ihren anvertrauten \u00e4mbteren und darin gelegenen Landstrassen \/ abs\u00f6nderlich aber in denen hecken und str\u00e4uchen patroulliren zu lassen \/ und darzu die anstellung dergestalt einzurichten \/ da\u00df von einem Dorff zum anderen dar\u00fcber geheime nachricht gegeben \/ auff vorgesetzte wei\u00df aber das Ziegeiner auch frembd- und verd\u00e4chtiges Volck g\u00e4ntzlich au\u00df dem Land gehalten werde: Sollte nun jehmand in Vollziehung dieses unseren Befelchs einige versaumbnu\u00df bezeigen \/ oder aber selbigem gar nicht nachkommen \/ wider denselben wird \/ gestalten sachen und umbst\u00e4nden nach \/ der Ertz-Stifftischer Fiscal zur zul\u00e4nglicher bestraffung sein Ambt zu beobachten \/ keinen aber dabey zu \u00fcbersehen hiemit ernstlich angewie\u00dfen und ergehet hierauff dieser widerhohlter Befelch an alle und jede Ertz-Stiftische Ambleuthe \/ Landdrost und R\u00e4the in Westphahlen \/ Statthalteren im Vest-Recklinghausen \/ Dr\u00f6ste \/ V\u00f6gte \/ Schultheissen \/ Richtere \/ fort B\u00fcrgermeister und Rath in denen St\u00e4tten und Freyheiten auch Vorstehere in denen gemeinden und Dorffschaften obigem allem mit beh\u00f6riger sorgfalt und flei\u00df nachzukommen \/ und nicht zu gestatten \/ dass dargegen auff einige wei\u00df gehandelt werde \/ als lieb ihnen ist schw\u00e4hre unau\u00dfbleibliche straffen zu vermeiden:<\/p>\n<p>Urkunde dieses Signatum C\u00f6llen den 3ten Octobris 1708<\/p>\n<p>Hugo Frantz Graff zu K\u00f6nigsegg m.p.<b> <\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><b>&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt; <\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>3. Im Besitz des \u201e Verein zur F\u00f6rderung der Roma in K\u00f6ln e.V.\/ Archiv- und Dokumentationszentrum \u201c befindet sich im Original eine gedruckte \u201eR\u00e4uber- und Vagantenliste\u201c (also eine Fahndungsliste) aus dem Jahre 1734. Die darin aufgelisteten 107 Personen stammen \u00fcberwiegend aus dem Rheinland.<b> <\/b><\/em><\/p>\n<p><i>Hervorhebungen in rot stammen vom Herausgeber.<\/i><a href=\"http:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/fahndungsliste1.png\" rel=\"prettyPhoto[gallery-bi1Y]\" data-rel=\"lightbox-gallery-VB1sxN3T\" data-imagelightbox=\"0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1342 aligncenter\" alt=\"fahndungsliste\" src=\"http:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/fahndungsliste1.png\" width=\"501\" height=\"754\" srcset=\"https:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/fahndungsliste1.png 501w, https:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/fahndungsliste1-99x150.png 99w, https:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/fahndungsliste1-199x300.png 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Verzeichni\u00df derer annoch herum vagirende R\u00e4uber und Vagabunden \/ welche \/ der in Duisburg inhafftirter Zigeuner Johannes Schleger \/ entdecket hat \/ in Anno 1734<\/b><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Zibbels Johannes, ein kurtz gesetzter Kerl \/ mit krausigten gelben Haare \/ oben dem lincken Aug einen Schnitt habendtt \/ r\u00fcge &lt; <em>tr\u00fcge <\/em>&gt; Sack-Pistohlen bey sich \/ ein Ertz-Schelm und M\u00f6rder \/ habe auch bereits zu Dinslacken und zu M\u00fclheim auf dem Hau\u00dfe Bruch in hafft gesessen und ausgebrochen. \u00a0<\/p>\n<p>2. Dessen Huhre \/ die C\u00f6lsche Lehn genandt \/ ein schmahl lang Fraumensch 20.j\u00e4hrigen Alters \/ ist aus einem Kloster in C\u00f6llen als Nonne weggelauffen \/ nachdeme sie vorhin ihr eigenes Kindt umgebracht \/ einen braunen Lacken-flenellen Sargen Rock und ein braun Lacken Wammes tragendt. \u00a0<\/p>\n<p>3. Mageren Li\u00df, ein lang schmahl Fraumensch ein bunten Rock tragendt. \u00a0<\/p>\n<p>4. Mechteltgen von Broel, ist zu Linn im C\u00f6llnischen au\u00dfgepeitschet \/ und dan\u00a0<\/p>\n<p>5. Gerdruit, ein kurtz gesetzt Fraumensch von C\u00f6llen burtig \/ diese obgemelte Drey Frauleute hielten sich ebenm\u00e4\u00dfig bey bemeltem Zibbels Johannes auf \/ und seynd dessen Huhren. \u00a0<\/p>\n<p>6. Kiel Stricker, ein lang schmahler Kerl \/ lang spitzgen Angesichts mit krausen gelben Haaren \/ verschiedene Schnitte \u00fcber die Backen habend \/ ist zu Stralen im Geldrischen mit gemelten Ziegeuner Joh. Schleger au\u00dfgestrichen. \u00a0<\/p>\n<p>7. Dessen Huhre Jenneken Jonckers, kleiner Statur, r\u00f6thlichen Angesichts \/ ist ebenm\u00e4\u00dfig mit ihrem Kerl zu Stralen au\u00dfgepeitschet und gebrandmahlet; Solle jenseit Rheins an der so genandten todten Juden Herberg bey C\u00f6llen \/ ihr eigenes Kindt umbgebracht \/ und unter einen Galgen begraben haben. \u00a0<\/p>\n<p>8. Plackmuhls Grades, ein kurtz gesetzter Kerl \/ dessen ein Aug etwas kleiner als das andere \/ l\u00e4nglichter braunen Haaren \/ tr\u00fcge auch Sackpistohlen bey sich. \u00a0<\/p>\n<p>9. Hencke, ein kurtzer Kerl \/ r\u00f6thlicher langen Haaren runden Angesichts \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen \/ hielte sich die mehreste Zeit an der Mae\u00df auff \/ ist verschiedener groben Unthaten mit pflichtig. \u00a0<\/p>\n<p>10. Ant\u00f6ngen von Bensberg, ein keiner &lt; <em>sic ! <\/em>&gt; und junger Kerl \/ ist zweymahl ausgepeitschet und gebrandtmahlet tr\u00e4get Sackpistohlen und ist ein Ertzschelm. \u00a0<\/p>\n<p>11. Christi\u00e4ntgen von D\u00fcsseldorf \/ ein langer schmahler Kerl \/ schwartzer langen Haaren \/ trage einen grossen dornen Stock gleich wie die Vieh-H\u00e4ndler und Schl\u00e4chter \/ auch eine Sackpistohle bey sich. \u00a0<\/p>\n<p>12. Ortwien, ein langer gesetzter Kerl \/ runden Angesichts \/ langer braunen Haaren \/ Holl\u00e4ndischer Sprache \/ ein Soldat in M\u00fcnsterschen Diensten \/ ist mit pflichtig an dem gewaltsahmen Einbruch am dicken Busch im Bergischen. \u00a0<\/p>\n<p>13. Ant\u00f6ngen von Bebber, ein kleiner Kerl \/ spitzigen Angesichts \/ schwartzer d\u00fcnnen Haaren \/ l\u00e4ufft mit der Bande herum \/ und ist vieler Unthaten mit pflichtig. \u00a0<\/p>\n<p>14. Grumm, ein kleiner schmahler Kerl \/ langlichten Angesichts \/ brauner langen Haaren \/ schwach auff seine F\u00fcsse gehendt \/ als wan er das podagra hatte. \u00a0<\/p>\n<p>15. Pieter Blanckenberg von C\u00f6llen \/ ein kurtz gesetzter Kerl \/ runden Angesichts \/ braune lange Haare \/ und einen Schnitt im Angesicht habendt. \u00a0<\/p>\n<p>16. Klappeyen Hendrich, ein kleiner schmahler Kerl \/ runden Angesichts \/ brauner langen Haaren \/ ein wenig hinckendt \/ ist Soldat in M\u00fcnsterschen Diensten. \u00a0<\/p>\n<p>17. Schwartzer Joseph, ein langer schmahler Kerl \/ runden Angesichts \/ schwartzer langen Haare \/ tr\u00fcge eine Sackpistohle. \u00a0<\/p>\n<p>18. Dahm, ein grosser langer Kerl \/ ist ein rechter Ertz-Schelm \/ wornach lange Jahre getrachtet worden \/ hat allezeit viel Gewehr bey sich. \u00a0<\/p>\n<p>19. Christ, ein Vetter von Zibbels Johannes \/ ein kleiner dicker Kerl \/ Sommerflecken im Angesicht \/ und gelbe krause Haare habendt. \u00a0<\/p>\n<p>20. Wannen-L\u00e4ppers Hendrikes, des hingerichteten Petern Blancks Sohn \/ ein langer schmahler Kerl \/ brauner langen Haaren und runden Angesichts. \u00a0<\/p>\n<p>21. Hendrick, gibt sich zuweilen vor einen Wannen-L\u00e4pper aus \/ ein langer schmahler Kerl \/ lange schwartze Haare \/ habe zuweilen einen Hundt bey sich \/ und f\u00fchrte des Peteren Blancks Tochter Sibill, zur Huhre mit sich herum \/ tr\u00fcge Zwey Sack-Pistohlen \/ ist in M\u00fcnsterschen Diensten. \u00a0<\/p>\n<p>22. Johann Daniels, ein lang gesetzter Kerl \/ rothe krausse Haare \/ und einen Schnitt wie eine Wippgalge auf der rechten Backen habendt \/ welchen ihm des Zibbels Johannes gegeben \/ tragt 3 Sackpistohlen \/ G\u00fclichscher Sprache. \u00a0<\/p>\n<p>23. Philips, ein langer schmahler Kerl \/ sehr langen schwartzen Haaren \/ einen Schnitt vor der Stirn habend \/ welchen der inquisit Joh. Schleger ihme gegeben \/ tr\u00e4gt 2. Sack-Pistohlen. \u00a0<\/p>\n<p>24. Jacob, der Jacobs Bruder \/ ein langer schmahler Kerl \/ kurtz-schwartzer Haaren \/ runden Angesichts \/ tr\u00e4gt Drey Sackpistohlen. \u00a0<\/p>\n<p>25. Hans Adam, ein kleiner schmahler Kerl \/ runden Angesichts \/ peck schwartz-kurtzer Haaren \/ hielte sich mehrentheils im Stifft Essen auf\/ tr\u00e4gt Zwey Sackpistohlen \/ ist ein rechter Ertz-Schelm. \u00a0<\/p>\n<p>26. Friederich, ein grosser langer Kerl \/ braune lange Haare \/ lnglichten &lt; <em>sic ! <\/em>&gt; Angesichts \/ ist von den C\u00f6llnischen desertiret \/ tr\u00e4gt 1. Sackpistohl. \u00a0<\/p>\n<p>27. Michel Kleins, ein kurtz gesetzter Kerl \/ r\u00f6thlichen Bahrts und Haaren \/ G\u00fclicher Sprache \/ tr\u00e4gt eine Sackpistohle \/ habe vor ein halb Jahr ein Roth Scharlacken Kleidt angehabt \/ wan er etwa von der Wache arrettiret wirdt \/ gibt er sich vor einen Abdecker aus. \u00a0<\/p>\n<p>28. Mattheis Marcks, ein kurtz gesetzer Kerl \/ brauner langen Haare \/ Holl\u00e4ndischer Sprache \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen. \u00a0<\/p>\n<p>29. Libertus Marcks, des vorhergehenden Bruder \/ ein grosser dicker Kerl \/ braune kurtzen Haare \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohle. \u00a0<\/p>\n<p>30. Peter Bocksenknopff, ein kleiner Kerl \/ 32 j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ brauner krausen Haare \/ einen Kittel und darunter ein Calamanquen Camisohl habendt \/ tr\u00e4gt 1. Sackpistohle und grosses lange Messer bey sich \/ hielte sich mehrentheils im Wardenschen unh Harn auf. \u00a0<\/p>\n<p>31. Pieter Hannes au\u00df H\u00fcl\u00df burtig \/ ein lang-schmahler Kerl \/ ohngefehr 18. j\u00e4hrigen Alters \/ mit braunen schleichen Haaren \/ bald braune bald gr\u00fcne Kleidung und rothe Hosen anhabendt \/ tr\u00e4gt 1. Sackpistohl \/ hielte sich mehrentheils bey Bergheim im G\u00fclichsen auf \/ ist ein fertiger Beutel-Schneider. \u00a0<\/p>\n<p>32. Hermen Slang, aus Nydeck \/ ein lang gesetzter Kerl \/ runden Angesichts \/ schnee-weisen Haaren \/ einen blauen Rock mit g\u00fcldenen Knopfl\u00f6chern und rothen Hosen anhabendt \/ tr\u00fcge allezeit 4. Sackpistohlen bay sich \/ ist ein Ertz-Schelm und M\u00f6rder \/ hielte sich im Trierschen bey Bergheim die mehreste Zeit auf. \u00a0<\/p>\n<p>33. Vincentz Meier, ein kurtz gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ mit der lincken Hand lahm \/ runden Angesichts \/ auf der rechten Backen einen Schnitt \/ und braune lange Haare habendt \/ tr\u00e4gt einen braunen Rock und rothe Hosen \/ hielte sich im G\u00fclicherland bey Sittert auf. \u00a0<\/p>\n<p>34. Friedrich Meier, vorstehendens Bruder \/ ein lang gesetzter Kerl \/ schmahlen Angesichts \/ braune krause Haare habendt \/ tr\u00e4gt einen alten blauen Rock und Hosen \/ hielte sich an der Mae\u00df im Geldrischen auff. \u00a0<\/p>\n<p>35. Merten Kleinen, dessen Bruder vor ohngefehr 3 Jahr zur \u00fcbig im holl\u00e4ndischen verbrandt worden \/ ist ein kurtz gesetzter Kerl \/ 38.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ einen Schnitt auf der lincken Backen habendt \/ welcher ihme der Zibbels Johannes gegeben \/ tr\u00fcge einen braunen Rock und Hosen auch ein Bajonett unter denselben \/ hielt sich im Bergischen bey Mettman auf. \u00a0<\/p>\n<p>36. Jan Str\u00f6mp, ein kleiner magerer Kerl \/ mit dem rechten Fu\u00df etwas hinckent \/ lang-schmahlen Angesichts \/ braune lange Haare \/ braunen Rock und blaue Hosen habendt \/ ohngefehr 20.j\u00e4hrigen Alters \/ tr\u00fcge 3.Sackpistohlen und w\u00e4re ein Ertz-Dieb \/ und M\u00f6rder \/ hielte sich im Ambte Nydeck am mehresten auf. \u00a0<\/p>\n<p>37. Diederich Kuhls, ein lang gesetzter Kerl \/ etwa 32.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ gelbe krause Haare und einen Stutzbahrt habendt \/ tr\u00e4gt einen braunen Rock und weise Hosen \/ ist auch allezeit mit einer Sackpistohle versehen. \u00a0<\/p>\n<p>38. Winandus, ein langer schmahler Kerl \/ 65. j\u00e4hrigen Alters \/ dick gelb krauser Haaren \/ w\u00e4re ein Ziegeuner \/ und bey derselben Vertreibung von den Colmischen Dragonern durch den Mund geschossen \/ dass er ein krummes Maul behalten. \u00a0<\/p>\n<p>39. Jacob B\u00f6schmann, ein kleiner gesetzter Kerl \/ ohngefehr 42. j\u00e4hrigen Alters \/ lang-schmahlen Angesichts \/ und in demselben 2.Schnitt auf der lincken Seite \/ und braun greisigte Haare habendt \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen \/ ist 3 mahl gegeisselt und gebrandtmahlet \/ hielte sich in der Gegend Creifeldt auf. \u00a0<\/p>\n<p>40. Hans Adam Flesch, ein langer schmahler Kerl \/ etwa 22.j\u00e4hrigen Alters \/ lang-schmahlen Angesichts \/ schleiche lange schwartze Haare habendt \/ tr\u00fcge einen gelblichten Rock und blaue Hosen \/ gienge bey Bergheim im G\u00fclicherland herumb \/ ist mit einer Sackpistohlen versehen. \u00a0<\/p>\n<p>41. Dessen Huhre Agnes von Bergheim, ein kurtz gesetzt Fraumensch \/ ohngefehr 18.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ einen Calamanquen Rock und Schn\u00fcrleib tragendt. \u00a0<\/p>\n<p>42. Johann Henrich Kemmenichs, ein kurtz gesetzter Kerl von Bergheim b\u00fcrtig \/ 25.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ lange braune Haare \/ einen braunen Rock und blaue Hosen habendt \/ hielte sich im Monjauer Landt auf. \u00a0<\/p>\n<p>43. Kessel Dierich, dessen Bruder vor etwa 3.Jahren zu Bergheim gehenckt worden \/ ein schmahler Kerl \/ ohngefehr 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ krau\u00dfe schwartze Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen schwartzen Rock und Hosen \/ hielte sich mehrentheils im Trierschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>44. Peter in der Wandelung Flatzscho, ein Ziegeuner etwa 25.j\u00e4hrigen Alters \/ ein lang gesetzter Kerl \/ schleiche schwartze Haare habendt \/ tr\u00fcge einen Kittel worunter einen braunen lacken Rock Calamanquen- und Flenellen-Camisohl \/ ist mit 2.Sackpistohlen versehen \/ hielte sich die mehreste Zeit im Stifft von Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>45. Wilhelm Kutz, ein langer schmahler Kerl \/ etwa 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schlechte braune Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock und blaue Ho\u00dfen \/ hat 2.Sackpistohlen bey sich \/ und w\u00e4re zu Maestricht und Venlo ausgepeitschet und gebrandmahlet \/ hielte sich im Ambt Rydeck auf \/ Oberl\u00e4ndische Sprache. \u00a0<\/p>\n<p>46. Anna Cathrin, dessen Huhre \/ ein kurtz gesetzt Fraumensch etwa 16.j\u00e4hrigen Alters \/ tr\u00fcge einen Calamanquen-Rock \/ uns ordinair 1 paar Pantoffeln.\u00a0<\/p>\n<p>47. Casper von Bergstein \/ aus dem Ambte Nydeck \/ ein lang schmahler Kerl \/ schwartze schleiche Haare schmahlen Angesichts und 2.Schnitt auf der rechten Backen habendt \/ welche ihme Zibbels Johannes gegeben \/ ohngefehr 25.j\u00e4hrigen Alters \/ tr\u00fcge 2.Sackpistohlen und hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>48. Dessen Huhre Gerdrut, ein kurtz dick Fraumensch 26.j\u00e4hrigen Alters \/ tr\u00fcge drey R\u00f6cken \u00fcbereinander \/ einen braunen und blauen lackenen und gebl\u00fcmten damasten Rock. \u00a0<\/p>\n<p>49. Jacob Henrich, ein kleiner junger Kerl \/ schielte mit dem rechter Auge \/ und Sommerflecken im Angesicht habendt \/ tr\u00fcge einen Leinen Kittel und Hosen \/ und solle castrirt seyn \/ dessen Vatter vor einigen Jahren im Trierschen verbrennet worden. \u00a0<\/p>\n<p>50. Jan Mauritz, ein Schwab von Gebuhrt \/ ein kurtz gesetzter Kerl \/ etwa 18.j\u00e4hrigen alters \/ der kleinste Finger an der rechten Handt krum \/ und rothe krause Haare habendt \/ tr\u00e4gt 2.Sackpistohlen bey sich \/ hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>51. Marie Sibill, dessen Huhre eine Ziegeunerin \/ ein lang schmahl Fraumensch 18.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ einen braunen und blauen Rock und Sarge-Schurtz anhabendt. \u00a0<\/p>\n<p>52. Pieter Hillebrandt von D\u00fceren, in der Wandelung Leppeltgen genandt \/ ein junger kleiner Kerl 20.j\u00e4hrigen alters \/ runden Angesichts \/ vorm Kopf ein Zeichen habend \/ welches ihme der Zibbels johannes mit einer Kanne gegeben \/ hat eine Sackpistohle bey sich und gienge bey D\u00fceren herumb. \u00a0<\/p>\n<p>53. Pieter Hillebrandt von Sittert, eine Haasen-Schart in der Lefftze habendt \/ ein junger kleiner Kerl 20. j\u00e4hrigen Alters \/ schmahlen Angesichts \/ und braunen schleichen Haaren \/ tr\u00fcge ein Bajonet und Drey Sackpistohlen bey sich \/ ist bereits 3. mahl au\u00dfgepeitschet und gebrandmahlet \/ und ein Ertz-B\u00f6ssewicht \/ hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>54. Pieter Hillebrandt von Heinsberg, in der Wandelung der Putzemacher \/ ein langer schmahler Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ schmahlen Angesichts \/ braun krause Haare und 2.Schnitt auf der lincken Backen habendt \/ tr\u00fcge einen Kittel worunter einen braunen Lacken-Rock und Hosen \/ f\u00fchret 3.Sackpistohlen bey sich \/ und ist auch mit einer Brandtmahl versehen \/ hielte sich viele Zeit im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>55. Pieter Hillebrandt von C\u00f6llen \/ ein Junger schmahler Kerl \/ etwa 20.j\u00e4hrigen Alters \/ Sommerflecken im Angesicht und eine schwehre stammelende Sprache habendt \/ sitzet zu Urdingen in hafften \/ ist des gewaltsahmen Einbruchs am dicken Busch und anderen Unthaten mit pflichtig. \u00a0<\/p>\n<p>56. Jacobus Drescher, ein langer gesetzter Kerl \/ 60.j\u00e4hrigen Alters \/ gantz greisse Haare und einen Stutzbaart habendt \/ ist zu M\u00fcnster-Eiffel au\u00dfgegeisselt und gebrandtmahlet \/ hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>57. Laurens Kn\u00f6chel, ein lange gesetzter 70.j\u00e4hrigen Alters \/ 2.Schnitt auf der rechten Backen habendt \/ ist im vorigen Sommer zu Deuren au\u00dfgepeitschet \/ und mit Sack-Pistohlen und Gewehr wohl versehen \/ hielte sich viele Zeit im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>58. Daniel, aus D\u00fceren burtig \/ ein dick gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ einen Schnitt vor der Stirn und am Kinn habendt \/ tr\u00fcge 2.Sackpistohlen bey sich \/ und h\u00e4tte 2.Brandtmahle \/ hielte sich im Monjouer Gebieth das mehreste auf. \u00a0<\/p>\n<p>59. Christ Kuhl aus D\u00fceren \/ dessen Mutter zu Ubig 4.stunden von Maestricht vor ohngefehr 4.jahren gek\u00f6pffet \/ ist ein lang gesetzter Kerl \/ ohngefehr 60.j\u00e4hrigen Alters \/ greisser Haare und einen Schnitt auf der rechten Backen habendt \/ f\u00fchrt einen Stutzer oder Musqueton bey sich \/ gienge im Trierschen herumb. \u00a0<\/p>\n<p>60. Michel Frey, ein dick gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen schwartzen Rock und braune Hosen mit silbernen Knopfl\u00f6chern \/ wie auch ein Calamanquen-Camisohl mit silbern Kn\u00f6pffen \/ ist im Mayo vorigen Jahrs zu C\u00f6llen ausgepeitschet und gebrandtmahlet \/ hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>61. Anton aus Trier b\u00fcrtig \/ ein lang schmahler Kerl \/ etwa 20 j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock und Hosen und ein wei\u00df Camisohl \/ ist auch mit Gewehr versehen \/ hielte sich bey Aldenhoffen auf. \u00a0<\/p>\n<p>62. Casper Adolffi aus D\u00fceren \/ ein lang schmahler Kerl \/ 22.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schleiche schwartze Haaren habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ Camisohl und Hosen \/ ist mit 2.Sackpistohlen versehen \/ auch zu C\u00f6llen und D\u00fcsseldorff au\u00dfgegeiselt und gebrandtmahlet \/ gienge im G\u00fclichschen herumb. \u00a0<\/p>\n<p>63. Melchert Maes aus C\u00f6llen \/ ein langschmahler Kerl \/ etwa 25.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune krausse Haaren habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ gelb Camisohl und blaue Hosen \/ ist mit einer Sackpistohl versehen \/ und hielte sich im Stifft Essen auf. \u00a0<\/p>\n<p>64. Paes aus D\u00fceren \/ ein lang schmahler Kerl \/ etwa 35.j\u00e4hrigen Alters \/ langen schmahlen Angesichts \/ und vor die Stirn einen Schnitt habendt \/ tr\u00fcge eine braunen Rock \/ gelb Camisohl und blaue Hosen \/ f\u00fchrt eine Sackpistohle bey sich \/ und gienge im G\u00fclichsen bey Sittert herumb. \u00a0<\/p>\n<p>65. Saveur von Sittert \/ ein langer schmahler Kerl \/ in die 60 Jahr alt \/ ist vor einigen Jahren zu Trier au\u00dfgegeisselt \/ gebrandtmahlet und die Ohren abgeschnitten \/ hat 3.Sackpistohlen bey sich \/ und hielte sich im Trierschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>66. Wencke, in der Wandelung der schele Quinquert, aus Huls\/ ein Junger schmahler Kerl \/ ohngefehr 20.j\u00e4hrigen Alters \/ schmahlen Angesichts \/ schwartze lange Haare \/ und einen Schnitt ober dem lincken Aug habendt \/ h\u00e4tte eine Sackpistohle bey sich \/ gienge im G\u00fclichsen herumb. \u00a0<\/p>\n<p>67. Michel Baltus aus C\u00f6llen \/ ein lang schmahler Kerl \/ 22 j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schwartze schleiche Haare habendt \/ ist vor 2.Jahr zu C\u00f6llen ausgegeisselt und gebrandtmahlet tr\u00fcge eine Packpistohle bey sich \/ und hielte sich bey Deuren auf. \u00a0<\/p>\n<p>68. Diederich Kutze, ein klein gesetzter Kerl \/ ohngefehr 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ blau Camisohl Hosen und Str\u00fcmpff \/ ist zu C\u00f6llen und Bonn au\u00dfgepeitscht und gebrandmahlet \/ h\u00e4tte allezeit 3. Sackpistohlen bey sich \/ und hielte sich im Trierschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>69. Andries Schwalbach, ein lang schmaler Kerl \/ ohngefehr 19.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ mit dem Lincken Auge etwas schielendt \/ braune lange Haare \/ braunen Rock \/ Camisohl und Hosen habendt \/ ist vor 3. Jahren zu Venlo \/ ausgepeitscht und gebrandtmahlet \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen bey sich \/ und hielte sich bey G\u00fclich herum auf \/ Oberl\u00e4ndischer Sprache. \u00a0<\/p>\n<p>33. Vincentz Meier, ein kurtz gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ mit der lincken Hand lahm \/ runden Angesichts \/ auf der rechten Backen einen Schnitt \/ und braune lange Haare habendt \/ tr\u00e4gt einen braunen Rock und rothe Hosen \/ hielte sich im G\u00fclicherland bey Sittert auf. \u00a0<\/p>\n<p>70. Christian Schwalbach, vorstehendes Bruder \/ ein kurtz gesetzter Kerl \/ etwa 50.j\u00e4hrigen Alters Pocken-narbigt \/ und Sommerflecken im Angesicht habendt \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen \/ hielte sich im G\u00fclichsen auf. \u00a0<\/p>\n<p>71. Hans Adam Schwalbach, obstehenbe Bruder \/ ein aufgeschossener Jung \/ etwa 15.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ krause wei\u00dflichte Haare habendt \/ tr\u00e4gt eine Sackpistohle \/ und hielten sich die Br\u00fcder beyeinander mehrentheils im G\u00fclichsen auf.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>72. Tielman Slang, von Bergheim im G\u00fclichschen \/ ein schmahler langer Kerl \/ ohngefehr 22.j\u00e4hrigen Alters \/ runden und Pockennarbigten Angesichts \/ schleiche braune Haare habendt \/ tr\u00e4gt einen Kittel \/ und darunter einen braunen Rock \/ und blaue Hosen \/ habe 1.Sackpistohle bey sich. \u00a0<\/p>\n<p>73. Kuhn von Bergheim \/ gibt sich vor ein Schuhmacher aus \/ ist ein kleiner gesetzter Kerl \/ 22.j\u00e4hrigen Alters \/ lang braune Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Kittel \/ und darunter einen braunen Rock und Hosen und Calamanquen-Camisohl \/ ist mit einer Sackpistohl versehen. \u00a0<\/p>\n<p>74. Jacobus Wirts, au\u00df C\u00f6llen \/ etwa 22.j\u00e4hrigen Alters \/ ein kurtz gesetzter Kerl \/ schwartze Krause Haare habendt \/ hat mit inquisiten Joh: Schleger vor 2.Jahren im G\u00fclichsen in einem Dorff Hau genandt \/ einen N\u00e4chtlichen Einbruch und Dienstahl begangen \/ tr\u00fcge 2. Sackpistohlen \/ sitzt zu Ratingen in hafften. \u00a0<\/p>\n<p>75. Dessen Huhre \/ Anna \u00c4hl, ein schmahl lang Fraumensch 18.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ einen blauen Rock und ein braun lancken Schn\u00fcrleib tragendt. \u00a0<\/p>\n<p>76. Dores, aus einem Dorff Fusnack im Ambte Nydeck burtig \/ ein klein gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden und Sommerfleckigten Angesichts \/ braune schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge ein blauen Rock und Hosen \/ hielte sich im Trierschen auf.\u00a0<\/p>\n<p>77. Sleien aus C\u00f6llen \/ ein langer schmahler Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ lang schmahlen Angesichts \/ und braune krause Haare habendt \/ trage einen blauen Rock und rothe Hosen \/ ist mit 2 Sackpistohlen versehen \/ und hielte sich im Werdenschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>78. Johannes B\u00f6hmer aus Venlo, ein lang gesetzter Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Angesichts \/ braune krause Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Rock \/ und hielte sich im Trierschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>79. Pieter Vo\u00df, ein lang schmahler Kerl \/ 19.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ lange wei\u00dflichte Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Rock und braune Hosen \/ ist mit 3.Sackpistohlen versehen \/ habe auch 2.Brandtmahle \/ Oberl\u00e4ndischer Sprache. \u00a0<\/p>\n<p>80. Philips der Wahl \/ ein schmahler langer Kerl \/ runden Angesichts \/ braune schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Rock Hosen und Str\u00fcmpff \/ das lincke Bein w\u00e4re etwas krumm \/ hielte sich an der Maes auf. \u00a0<\/p>\n<p>81. Knoerke Mahl von Sittert \/ ein langer schmahler Kerl \/ runden Angesichts \/ braun-schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Rock \/ und braune Hosen \/ ware von den Holl\u00e4nderen desertiret \/ allezeit mit 2.Sackpistohlen versehen \/ hielte sich viel im Essenschen auf. \u00a0<\/p>\n<p>82. Jan Fischer aus Bonn \/ ein Ziegeuner \/ ist ein langer schmahler Kerl \/ in die 20.jahren Alt \/ runden Angesichts \/ schwartzer schleichen Haare \/ ein blauen Kittel und darunter einen braunen Rock \/ Flenellen Camisohl und blaue Hosen habendt \/ trage eine Sack-Pistohle. \u00a0<\/p>\n<p>83. Weffer Wilhelm, ein alter greiser Kerl \/ einen blauen Kittel \/ und darunter einen blauen Rock habendt \/ welcher seine beyde Jungens mit sich f\u00fchrte \/ der eine hiesse: \u00a0<\/p>\n<p>84. Cobus, ein kleiner Jung etwa 16 j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ krause wei\u00dflichte Haare habendt \/ der andere. \u00a0<\/p>\n<p>85. Hermen, 20.j\u00e4hrigen Alters \/ schmahlen Angesichts \/ lange schwartze Haare habendt \/ hielten sich zusammen im G\u00fclichsen auf.<\/p>\n<p>86. Klappen Theis, aus Aldenhoffen \/ ein langer schmahler Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge einen blauen Rock \/ hielte sich im Trierschen auf.<\/p>\n<p>87. Dames R\u00fchrer, aus Bergheim im Trierschen \/ ein langer schmahler Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ braune lange Haare habendt \/ tr\u00e4get eine Sackpistohle bey sich.<\/p>\n<p>88. Johannes Frasen, ein Ziegeuner \/ ein lang gesetzter Kerl \/ 22.j\u00e4hrigen Alters \/ langen schmahlen Angesichts \/ braune schleiche Haare habendt \/ trage einen blauen Kittel und darunter einen blauen Rock \/ ist mit einer Sackpistohl versehen \/ G\u00fclichser Sprache.<\/p>\n<p>89. B\u00f6sch Merten, aus D\u00fceren \/ ein kleiner Kerl \/ 30.j\u00e4hrigen Alters \/ langen schmalen Angesichts \/ braune lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ und Hosen \/ hielte sich im Stifft Essen auf.<\/p>\n<p>90. Diederich Wolff, ein Ziegeuner \/ ein langer schmahler Kerl \/ in die 40.Jahr Alt \/ ein lang Angesicht \/ und schwartze lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock und blaue Hosen \/ ist 4. mahl au\u00dfgepeitscht und gebrandtmahlet \/ auch mit Zwey Sack-Pistohlen versehen.<\/p>\n<p>91. Jan Hagens aus Bergheim \/ ein schmahler langer Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ langen schmahlen Angesichts \/ braune lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ blau Camisohl und blaue Hosen \/ f\u00fchrt 3.Sackpistohlen bey sich.<\/p>\n<p>92. Johan Sch\u00fcres, ein langer schmahler Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ schmahlen Angesichts braune lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ blau Camisohl und schwartze Hosen \/ Oberl\u00e4ndischer Sprache \/ hielte sich im Trierschen auf.<\/p>\n<p>93. Pieter Spinner, ein langer schmahler Kerl \/ 22.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ braune krause Haare habendt \/ tr\u00fcge einen gr\u00fcnen Rock und Camisohl und blaue Hosen \/ Oberl\u00e4ndischer Sprache.<\/p>\n<p>94. Henrich Kremer, ein kleiner gesetzter Kerl \/ in die 30.Jahr Alt \/ runden Angesichts \/ braune kurtze Haare habnedt \/ gienge mit einen Krahm herum \/ tr\u00e4gt 1.Sackpistohle.<\/p>\n<p>95. Dessen Huhre hiesse Gerdrut, und gienge lahm.<\/p>\n<p>96. Merten Springer, aus Bonn \/ ein langer schmahler Kerl \/ 20.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ braune krause Haare habendt \/ tr\u00e4gt 2. Sackpistohlen \/ hat 3.Brandtmahlen \/ und hielte sich im Stifft Essen auf \/ ist ein Ertz-Schelm und R\u00e4uber.<\/p>\n<p>97. Johan Decker, ein langer schmahler Kerl \/ etwa 22.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ und schwartze lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ Camisohl und Hosen \/ hat 1.Sackpistohl \/ und hielte sich im Werdenschen und Stifft Essen auf \/ ist ein Erz-Schelm.<\/p>\n<p>98. Pieter Ro\u00df, aus Bergheim \/ ein langer schmahler Kerl \/ 19.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schwartze schleiche Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ Camisohl und Hosen \/ und einen Huth mit silbernen tresse, hielte sich bey D\u00fceren auf.<\/p>\n<p>99. Hauens Pauls, aus Bergstein \/ ein langer gesetzter Kerl \/ in die 30.Jahr Alt \/ runden Angesichts \/ lang-gelbligte Haare \/ und einen Schnitt oben dem lincken Aug habendt \/ solle 2.mahl au\u00dfgegeisselt und gebrandtmahlet seyn \/ tr\u00e4gt 2.Sackpistohlen bey sich \/ und gienge im G\u00fclichsen bey Bergheim und D\u00fceren herum.<\/p>\n<p>100. Christ aus Achen burtig \/ ein langer gesetzter Kerl \/ 25.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ schwartze krause Haare habendt \/ tr\u00e4gt einen blauen Kittel \/ und darunter einen Tierteyen Rock \/ Flenellen Camisohl und blaue Hosen \/ hat 2. Sackpistohlen bey sich \/ und gehet im G\u00fclichsen herum.<\/p>\n<p>101. Michel Stam, au\u00df Achen \/ des vorhergehenden Vetter \/ ein langer gesetzter Kerl \/ in die 30 Jahren Alt \/ runden Angesichts \/ krause gelblichte Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ Camisohl und Hosen \/ ist vor 3.Jahren in Achen ausgepeitscht und gebrandmahlet.<\/p>\n<p>102. Jacob Heiden ein Jud \/ ein kurtz gesetzter Kerl \/ 30.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ braune greisichte Haare \/ und krumme Beine habendt \/ ist im verwichenen Jahr zu D\u00fceren und D\u00fcsseldorff ausgepeitschet \/ gienge im Monjouer Landt herum.<\/p>\n<p>103. LaRoche, ein Ziegeuner \/ ein langer gesetzter Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schwartze lange Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock \/ Camisohl und Hosen \/ habe 4.Sackpistohlen bey sich \/ gienge im Stifft Essen herum \/ gibt sich zuweilen vor ein Schiffers Knecht aus.<\/p>\n<p>104. Jacob, ein Jude aus dem Trierschen \/ ein langer gesetzter Kerl \/ 39.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ braune greisichte Haare habendt \/ tr\u00fcge einen braunen Rock und blaue Hosen \/ ist vor 4.Jaharn zu Bonn au\u00dfgegeisselt \/ und gebrandtmahlet \/ ist mit 2.Sackpistohlen versehen und hielte sich im Stifft Essen auf.<\/p>\n<p>105. Dames Knoch, ein Ziegeuner \/ ein gesetzter langer Kerl \/ etwa 30.j\u00e4hrigen Alters \/ langen Angesichts \/ schwartze lange Haare \/ auf der lincken Backe und vor der Stirn einen Schnitt habendt \/ tr\u00e4gt 4.Sackpistohlen \/ ist mit 2.Brandtmahlen versehen \/ hielte sich im Stifft Essen auf.<\/p>\n<p>106. Hermen Klotz, ein Ziegeuner \/ wessen Vatter im Holl\u00e4ndischen aufgehenckt worden \/ ein langer schmahler Kerl \/ 18.j\u00e4hrigen Alters \/ runden Angesichts \/ schwartze lange Haare \/ auf der lincken Backe und Kinn einen Schnitt habendt \/ tr\u00e4gt 2.Sackpistohlen \/ und gienge im Stifft Essen herum.<\/p>\n<p>107. Tielman M\u00fcller oder M\u00fcllerken von Bonn \/ ein kleiner Alter und greiser Kerl \/ ist an den gewaltsahmen Einbruch und Diebstahl am dicken Busch mit pflichtig; sitzt zu Viersen inhafften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><b>&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;<\/b><b> <\/b><\/p>\n<p align=\"center\">\u00a0<\/p>\n<p><strong>4<\/strong><b>.<\/b><b><i> Am 2. November 1899 ist von dem (preussischen) Ministerium des Innern zu Berlin ein Rundschreiben (auch als \u201eErla\u00df\u201c bezeichnet) bez\u00fcglich des Auf-tretens von inl\u00e4ndischen (!) Zigeunern an die n\u00e4chsten unteren beh\u00f6rdlichen Instanzen ver<\/i><\/b><b><i>&#8211;<\/i><\/b><b><i>schickt worden, die es wiederum an die ihnen untergeordneten Beh\u00f6rden weitergaben. Die Regierung zu \u201eC\u00f6ln\u201c forderte Stellungnahmen von den Landr\u00e4ten des Landkreises K\u00f6ln, K\u00f6ln-M\u00fclheim, Bergheim, Bonn, Eus-kirchen, Gummersbach, Rheinbach, Siegburg, Waldbr\u00f6l, Wipperf\u00fcrth, dem Oberb\u00fcrgermeister von Bonn und dem Polizeipr\u00e4sidenten von K\u00f6ln an. Deren Antworten stellen also eine fl\u00e4chendeckende Darstellung \u00fcber das Auftreten von Zigeunern in einem bestimmten Zeitraum dar. Es ist eine Zeit, nachdem seit den 1860er\/ 1870er Jahren Gruppen von Roma (Kelderara) h\u00e4ufiger durch die hiesigen Breiten gezogen waren und wohl kurz bevor Lovara (-Roma) verst\u00e4rkt auftraten. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Vielfach haben die Beh\u00f6rden in ihren Antworten lediglich dem Ministerium \u201enach dem Mund geredet\u201c, manche mochten damit auch die Effektivit\u00e4t ihrer Verwaltung hervorzukehren gesucht haben, anderen mag sich die Gelegenheit geboten haben, ihrer Abneigung gegen\u00fcber Zigeunern Ausdruck zu verleihen; dennoch finden sich manche Hinweise \u00fcber die tats\u00e4chliche Situation in den verschiedenen Kreisen. Das Ministerium wollte vermutlich zum Zweck des Erlasses neuer Gesetze oder Verordnungen bestimmte Dinge h\u00f6ren, um damit die Parlamentarier zum Absegnen der Ma\u00dfnahmen zu veranlassen, was aller-dings nicht schwer gewesen sein d\u00fcrfte. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Das Regierungspr\u00e4sidium in K\u00f6ln hat die Antworten als \u201eSammlung der Berichte auf die Cirkular-Verf\u00fcgung vom 13.ten November 1899 \u2026 betreffend Zigeunerbanden\u201c zusammengefasst. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Die Dokumente liegen (u.a.) im Hauptstaatsarchiv D\u00fcsseldorf, Bestand Regie-rung K\u00f6ln, Nr.7643 (K\u00f6nigliche Regierung K\u00f6ln, Abt. des Innern, Unter-Abt. Sicherheits-Polizei-Verwaltung, Generalakten betr. das Zigeunerunwesen, 1886-1920). <\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Ein weiterer Schritt ins Detail w\u00e4re, die noch vorhandenen Akten der Landrats-\u00e4mter zu bearbeiten, die m\u00f6glicherweise die einzelnen B\u00fcrgermeistereien ihres Kreises zu Stellungnahmen aufgefordert hatten. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Im Folgenden werden, meist in Ausz\u00fcgen, die Antworten der verschie-denen Beh\u00f6rden dokumentiert, zun\u00e4chst aber das ausl\u00f6sende Rund-schreiben des Ministeriums: <\/b><\/p>\n<p><b>In dem Runderlasse vom 29.September 1887 (II 10024) ist den Beh\u00f6rden ein nach-dr\u00fcckliches Einschreiten gegen\u00fcber den Mi\u00dfst\u00e4nden zur Pflicht gemacht, welche sich aus dem Verhalten der inl\u00e4ndischen Zigeuner ergeben, und in dieser Hinsicht im Beson-deren auf die Voraussetzungen verwiesen, unter denen die Ertheilung von Gewerbe-legitimationsscheinen zu versagen, die Beschulung und eventuell die Unterbringung verwahrloster Zigeunerkinder herbeizuf\u00fchren und dem bandenweisen Umherziehen der Zigeuner im Interesse der \u00f6ffentlichen Ordnung und Sicherheit entgegenzuwirken ist. <\/b><\/p>\n<p><b>W\u00e4hrend die Berichte, welche vor einigen Jahren \u00fcber den Erfolg dieser Anordnungen erstattet wurden, den Eindruck erwecken, da\u00df die in Frage stehenden Mi\u00dfst\u00e4nde wenn auch nicht behoben, so doch im Allgemeinen vermindert seien, ist w\u00e4hrend der letzten Sitzung des Abgeordnetenhauses von verschiedenen Mitgliedern desselben die Nothwen-digkeit betont worden, dem sich mit dem Umherziehen inl\u00e4ndischer Zigeuner-banden verbindenden Unwesen in sch\u00e4rferer und wirksamerer Weise wie bisher zu begegnen. Ich ersuche Sie daher, sich binnen acht Wochen dar\u00fcber zu \u00e4u\u00dfern, inwieweit die getroffenen Ma\u00dfnahmen eine Abh\u00fclfe erzielt haben, und mit dieser Berichterstattung etwaige Vorschl\u00e4ge betreffs des Erlasses sch\u00e4rferer Vorschriften zu verbinden. In letzterer Hinsicht bitte ich besonders zu erw\u00e4gen, ob nicht eine Ab\u00e4nderung der die Gewerbelegitimationsscheine betreffenden Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung in dem Sinne zweckm\u00e4\u00dfig erscheint, da\u00df Personen, welche in dem begr\u00fcndeten Verdachte stehen, diese Bescheinigungen zu Zwecken der Vagabondage zu mi\u00dfbrauchen, die Ertheilung zu versagen ist.<\/b><\/p>\n<p><b><i>Es ist klar, da\u00df hier offensichtlich jeder Mobilit\u00e4t von Zigeunern, die ja nicht planloses Herumreisen \u201ezum Spa\u00df\u201c oder aus einem vielfach postulierten \u201eWandertrieb\u201c war, sondern dem Erwerb des Lebensunterhaltes durch Pferde-handel, Korbmacherei, Schirmemacherei (bzw. Reparatur derselben), Scheren-schleifen, Kesselflicken, Hausieren mit Kurzwaren, Schaustellerei im weitesten Sinne u.a.m. diente, der Riegel vorgeschoben werden sollte, indem quasi jedes Herumreisen als Vagabundieren ausgelegt werden konnte. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Zu den Antworten, zun\u00e4chst der des Polizeipr\u00e4sidenten von K\u00f6ln an den K\u00f6lner Regierungspr\u00e4sidenten vom 12. Dezember 1899: <\/b><\/p>\n<p><b>Die zur Bek\u00e4mpfung des Zigeunerunwesens \u2026 angeordneten Ma\u00dfnahmen haben sich als ausreichend und erfolgreich erwiesen, und sind seitdem Mi\u00dfst\u00e4nde hier nicht hervorgetreten, welche die Einf\u00fchrung strengerer Ma\u00dfnahmen als nothwendig erscheinen lassen. <\/b><\/p>\n<p><b><i>Das Landratsamt des Landkreises K\u00f6ln schrieb ebenfalls am 12. Dezember 1899 seinen Bericht: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Nach den diesseits gemachten Erfahrungen wird der Bezirk des Landkreises C\u00f6ln zeitweise noch von inl\u00e4ndischen Zigeunerbanden durchzogen; der Uebelstand hat jedoch gegen fr\u00fcher abgenommen. \u2026 <\/b><\/p>\n<p><b>Der Vagabondage wird durch Ertheilung von Gewerbe-Legitimationsscheinen an Zigeuner bezw. an zu solchen geh\u00f6rige kr\u00e4ftige, arbeitsf\u00e4hige Personen ohne Zweifel Vorschub geleistet.\u2026<\/b><\/p>\n<p><b><i>Der Landrat des Kreises K\u00f6ln-M\u00fclheim pr\u00e4sentierte am 14. Dezember 1899 seinen Bericht: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>In den letzten Jahren hat sich im diesseitigen Kreise nach den gemachten Wahr-nehmungen eine Verminderung der inl\u00e4ndischen Zigeuner bemerkbar gemacht und sieht man solche durchweg nur kurz vor oder kurz nach solchen Tagen, wo in C\u00f6ln Pferdemarkt stattfindet, die hiesige Gegend durchziehen, was f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung immerhin noch eine gro\u00dfe Plage ist, da die Banden sich alsdann meistens in vom Sitze der Polizeibeh\u00f6rden entfernt gelegenen Orten aufzuhalten pflegen und hier fast nur vom Bettel und vermuthlich auch vom Diebstahl leben. <\/b><\/p>\n<p><b>Wie die ausgef\u00fchrte Kontrole ergeben hat, sind fast in allen F\u00e4llen die Zigeuner mit Gewerbelegitimationsscheinen versehen, die sie zur Aus\u00fcbung eines Handwerks oder zum Betriebe des Pferdehandels im Umherziehen berechtigen. Bisher wurden im diesseitigen Bezirke derartige Legitimationspapiere f\u00fcr Zigeuner nicht beantragt, da letztere hier nirgendwo ans\u00e4ssig sind.\u2026<\/b><\/p>\n<p><b><i>Der Oberb\u00fcrgermeister von Bonn antwortete am 4. Dezember 1899 unter der \u00dcberschrift \u201eMa\u00dfnahmen zur Verh\u00fctung des mit dem Umherziehen von Zigeunerbanden verbundenen Unfugs\u201c: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Im diesseitigen Stadtbezirke sind nur selten und nicht in Banden Zigeuner betroffen worden; dieselben boten zum Einschreiten keine Veranlassung.\u201c <\/b><\/p>\n<p><b><i>Wie schon das oben angef\u00fchrte Beispiel der Stadt K\u00f6ln und hier der Stadt Bonn zeigt, sind zur damaligen Zeit Zigeuner mehr ein \u201ePh\u00e4nomen\u201c des l\u00e4ndlichen Raumes gewesen und weniger der St\u00e4dte, wo sie entweder weniger auftauchten (z.B. zu Pferdem\u00e4rkten) oder weniger auffielen. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b><i>Der Landrat des Landkreises Bonn verfa\u00dfte am 5. Dezember 1899 seinen Bericht: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Unverkennbar sind die gegen\u00fcber den Mi\u00dfst\u00e4nden des bandenweisen Umherziehens der Zigeuner getroffenen Anordnungen von gutem Erfolge gewesen. Nur noch vereinzelte Banden inl\u00e4ndischer Zigeuner ziehen im Sommer am Rhein entlang, mit Gewerbele-gitimationsscheinen versehen, hie und da auf M\u00e4rkten Pferdehandel treibend und Einwohner und Beh\u00f6rden bel\u00e4stigend. <\/b><\/p>\n<p><b>Bei s\u00e4mmtlichen Banden besteht der Verdacht, da\u00df sie die Gewerbelegitimationsscheine haupts\u00e4chlich zum Zwecke der Vagabondage mi\u00dfbrauchen, und d\u00fcrfte es sich daher empfehlen, ihnen die Ertheilung derselben zu versagen.<\/b><\/p>\n<p><b><i>Die Antwort Landratsamtes zu Bergheim vom 11. (?) Dezember 1899: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Die bisherigen Ma\u00dfnahmen gegen das Zigeuner-Unwesen haben im Gro\u00dfen und Ganzen eine \u00c4nderung mit sich gebracht, eine g\u00e4nzliche Beseitigung der Landplage jedoch nicht herbeigef\u00fchrt. <\/b><\/p>\n<p><b>Die Zigeuner-Banden treten nicht mehr so h\u00e4ufig auf wie in fr\u00fcheren Jahren. Der Aufenthalt der Zigeuner ist immer ein kurzer. Sie werden eben hier nicht geduldet und auf dem schnellsten Wege \u00fcber die Kreisgrenze expedirt. Ich halte eine Ab\u00e4nderung der Reichsgewerbeordnung in dem Sinne f\u00fcr zweckm\u00e4\u00dfig, da\u00df Personen, welche ihren Wandergewerbeschein zu Zwecken der Vagabondage zu mi\u00dfbrauchen verd\u00e4chtig sind, die Ertheilung derselben zu versagen ist. Nur auf diese Weise kann nach meinem Daf\u00fcrhalten dem Zigeuner-Gesindel entgegengetreten werden. <\/b><\/p>\n<p><b><i>Der \u201eK\u00f6nigliche Landrat\u201c des Kreises Euskirchen antwortete am 11. Dezember 1899:<\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Im hiesigen Kreise hat das Auftreten um herziehender inl\u00e4ndischer Zigeuner bedeutend nachgelassen; es ist dies unzweifelhaft eine Folge des versch\u00e4rften Einschreitens gegen dieselben. In den letzten Jahren haben sich die inl\u00e4ndischen Zigeuner hier in der Regel nur bei Gelegenheit der Abhaltung von Pferdem\u00e4rkten eingefunden, ohne da\u00df ihr Verhalten auf denselben zu besonderen Klagen Veranlassung gab. Dagegen bed\u00fcrften sie nebst ihren Familien-Angeh\u00f6rigen nach wie vor einer strengen Ueberwachung, um vor ihren bekannten Zudringlichkeiten das Publikum m\u00f6glichst zu sch\u00fctzen, auch m\u00fc\u00dften sie zu diesem Zwecke u.a. ausnahmslos zwangsweise zum Weiterziehen ange-halten werden. Da nach den bisherigen Erfahrungen die Zigeuner ihre Gewerbelegi-timationsscheine ohne Ausnahme zu strafbaren Nebenzwecken mi\u00dfbrauchen, so mu\u00df m.E. danach gestrebt werden, dieselben von der Erlangung der fraglichen Bescheini-gungen auszuschlie\u00dfen. \u2026 . <\/b><\/p>\n<p><b><i>Offensichtlich sind dem Schreiber des Berichtes die Widerspr\u00fcche, die er von sich gegeben hat, gar nicht bewu\u00dft gewesen. Einerseits soll es keine Klagen gegeben haben, andererseits sollen sie \u201eausnahmslos\u201c kriminell gewesen sein. Auf der einen Seite sollen ihnen keine Wandergewerbescheine ausgestellt, ihnen also die Lebensgrundlage entzogen werden, zum anderen sollen sie m\u00f6glichst schnell weiterziehen. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Das Gummersbacher Landratsamt vermeldete am 9. Dezember 1899: <\/b><\/p>\n<p><b>Ein bandenweises Umhertreiben inl\u00e4ndischer Zigeuner kommt im diesseitigen Kreise nur selten vor. Die anderw\u00e4rts hervorgetretenen Mi\u00dfst\u00e4nde haben sich deshalb hier nur vereinzelt f\u00fchlbar gemacht. \u2026<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><i>Das Landratsamt in Rheinbach antwortete am 10.12.1899: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Seit der letzten Berichtsperiode sind im hiesigen Kreise nur vereinzelt Bel\u00e4stigungen durch Umherziehen von Zigeunerbanden vorgekommen und kann die Abnahme dieser Bel\u00e4stigungen jedenfalls auf die strenge Handhabung der getroffenen Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. &#8230; <\/b><\/p>\n<p><b><i>Der Landrat zu Siegburg gab am 13. Dezember 1899 seinen Bericht ab. Sein Rapport enth\u00e4lt die massivsten Klagen und gleichzeitig die detailliertesten Angaben: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>W\u00e4hrend ein Theil der B\u00fcrgermeister eine Verminderung der Zigeunerplage konsta-tiren zu k\u00f6nnen glaubt, besteht in dem anderen, namentlich in den an den Haupt-verkehrsstra\u00dfen gelegenen B\u00fcrgermeistereien das bandenm\u00e4\u00dfige Auftreten von Zigeu-nern mit den damit verbundenen Bel\u00e4stigungen und Sch\u00e4digungen der Einwohner unver\u00e4ndert fort. Diese Zigeuner stammen meistens aus dem Reichslande und dem Hessischen und sind fast durchweg im Besitze von Wandergewerbescheinen. <\/b><\/p>\n<p><b>\u2026, dagegen sind die Polizeibeh\u00f6rden den mit Wandergewerbescheinen versehenen Zigeunern gegen\u00fcber machtlos, da strafbare Handlungen sich in den wenigsten F\u00e4llen nachweisen lassen. \u2026 <\/b><\/p>\n<p><b>Die Zigeuner leben lediglich von Bettel und vom Diebstahl und ich sehe nicht den mindesten Grund ein, weshalb diese Lebensweise auf kosten der sesshaften Bev\u00f6lkerung durch Gewerbescheine pr\u00e4miirt wird. Wo die Zigeuner ihr Winterquartier haben, in Lothringen, Hessen-Nassau u.s.w. kann dem Unwesen gesteuert werden, an anderen Orten ist es unm\u00f6glich oder zwecklos erschwert. <\/b><\/p>\n<p><b><i>Der Landrat in Wipperf\u00fcrth antwortete am 15. Dezember 1899: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Der hiesige Kreis geh\u00f6rt gl\u00fccklicherweise nicht zu den von Zigeunern stark heim-gesuchten Gegenden. Die vereinzelt durchziehenden Banden geh\u00f6ren meist dem Regie-rungsbezirk Arnsberg, der Gegend bei Laasphe, zuweilen auch dem Regierungs-Bezirk Aachen an. Als Gesch\u00e4ftsbetrieb wird gew\u00f6hnlich Pferdehandel angegeben, thats\u00e4chlich aber haupts\u00e4chlich Bettelei und Diebstahl betrieben. Fast ausnahmslos sind die Leute mit Geld reichlich versehen und ist mir im Kreise noch kein Fall bekannt geworden, da\u00df sie bei Kaufh\u00e4ndel nicht baar bezahlt h\u00e4tten. \u2026 <\/b><\/p>\n<p><b><i>Und schlie\u00dflich noch das Landratsamt zu Waldbr\u00f6l am 13. Dezember 1899: <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Die durch den Erla\u00df des Herrn Minister des Innern vom 29. September 1887 \u2026 getrof-fenen Ma\u00dfnahmen haben eine theilweise Abh\u00fclfe der Mi\u00dfst\u00e4nde in dem Verhalten der inl\u00e4ndischen Zigeuner erzielt. \u2026 <\/b><\/p>\n<p><b><i>Am 28. April 1900 gab dann das Innenministerium aufgrund der eingegangenen Berichte oder mit deren Unterst\u00fctzung einen neuen Erla\u00df heraus. <\/i><\/b><\/p>\n<p><b>&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;&lt;&lt;&gt;&gt;<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u201eVerein zur F\u00f6rderung der Roma in K\u00f6ln e.V.\/ Archiv- und Dokumen-tationszentrum\u201c (Rom e.V.) arbeit an einem Projekt zur \u201eGeschichte und Ethnographie der Zigeuner (Sinti, Roma und die h\u00e4ufig mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1965,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1338","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1965"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1338"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1340,"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1338\/revisions\/1340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.romev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}