{"id":2282,"date":"2015-12-12T00:32:25","date_gmt":"2015-12-11T23:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.romev.de\/?page_id=2282"},"modified":"2015-12-12T00:50:48","modified_gmt":"2015-12-11T23:50:48","slug":"wir-trauern-um-kurt-holl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.romev.de\/?page_id=2282","title":{"rendered":"Wir trauern um Kurt Holl"},"content":{"rendered":"<p>Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, verstarb der Motor, Mentor und Menschenrechtler Kurt Holl im Alter von 77 Jahren.<\/p>\n<div id=\"attachment_2279\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/kurt.jpg\" rel=\"prettyPhoto[gallery-eRpv]\" data-rel=\"lightbox-gallery-uY0bghjO\" data-imagelightbox=\"0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2279\" class=\"wp-image-2279 size-full\" src=\"http:\/\/www.romev.de\/wp-content\/uploads\/kurt.jpg\" alt=\"kurt\" width=\"320\" height=\"435\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2279\" class=\"wp-caption-text\">Kurt Holl<\/p><\/div>\n<p>Geboren 1938 wurde er 1956 durch den Aufstand in Ungarn politisiert und machte bis zu seinem Lebensende die Auseinandersetzung mit Ungerechtigkeiten und gesellschaftlichen Missst\u00e4nden zu seinem Lebensinhalt, mit dem Ziel, die Verh\u00e4ltnisse grundlegend zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Er k\u00e4mpfte z.B. gegen den Krieg in Vietnam, f\u00fcr verbesserte Rechte der mit Pflichtarbeit belegten Sozialhilfeempf\u00e4nger, f\u00fcr den Erhalt von Wohnungen t\u00fcrkischer \u201eGastarbeiter\u201c, den Erhalt des EL-DEHauses als Gedenkst\u00e4tte und seinen Ausbau zum Dokumentationszentrum; f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der Zwangsarbeiter sowie den Erhalt der B\u00e4ume auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring &#8211; dies nur eine Auswahl seiner Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>1986 gr\u00fcndete er mit anderen Engagierten die Roma-Initiative, 1987 den Verein Rom e.V., in dessen Vorstand er bis zu seinem Tode, zuletzt als Ehrenvorsitzender, aktiv war.<\/p>\n<p>Durch seinen unerm\u00fcdlichen, ja unerbittlichen Einsatz \u201ein Sachen Roma\u201c ver\u00e4nderte er nicht nur in K\u00f6ln die Sicht auf und den Umgang mit Roma; er erreichte u.a. Wiedergutmachung f\u00fcr Sinti, Bleiberecht f\u00fcr viele Roma und k\u00e4mpfte mit ihnen f\u00fcr gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und Integration. Die Aufarbeitung und Erinnerung an den NS-V\u00f6lkermord an Sinti und Roma hat er fr\u00fch mit angesto\u00dfen. Mit der gemeinsam mit Gunter Demnig gelegten Spur (\u201eMai 1940 \u2013 1000 Roma und Sinti\u201c) im Jahr 1990, aus der sich nach dem ersten Stein vor dem Rathaus im Jahr 1992 die \u201eStolpersteine\u201c entwickelten, hat er ein dauerhaftes Erinnerungszeichen mit geschaffen.<\/p>\n<p>Das Archiv im Rom e.V. und das Schulprojekt Amaro Kher sind wesentlich durch seinen Einsatz entstanden. Dar\u00fcberhinaus ver\u00f6ffentlichte er B\u00fccher zum Thema sowie die Vereinszeitschrift, organisierte Ausstellungen und Kongresse.<\/p>\n<p>Vom Lehrer mit Berufsverbot, \u201eschwarzen Schaf\u201c und fundamental Oppositionellen der K\u00f6lner politischen Landschaft wurde Kurt zum anerkannten, aber nicht unbedingt geliebten Experten f\u00fcr Fragen zur Integration von Roma-Migranten in Deutschland und schlie\u00dflich auch daf\u00fcr geehrt: 2007 wurde ihm der Rheinlandtaler verliehen. Zusammen mit Hedwig Neven DuMont, die mit \u201ewir helfen\u201c u.a. auch die Arbeit des Rom e.V. stark unterst\u00fctzt, erhielt er 2011 die alternative Ehrenb\u00fcrgerschaft K\u00f6lns.<\/p>\n<p>Die K\u00f6lner Stadtgesellschaft hat einen wichtigen zivilgesellschaftlichen Akteur verloren.<br \/>\nWir vom Rom e.V. werden ihn schmerzlich vermissen. Sein Elan, seine Kreativit\u00e4t und sein Engagement werden weiterhin f\u00fcr unsere Arbeit vorbildhaft sein.<\/p>\n<p>Der Vorstand des Rom eV.,<br \/>\nstellvertretend auch f\u00fcr alle MitarbeiterInnen und alle Vereinsmitglieder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, verstarb der Motor, Mentor und Menschenrechtler Kurt Holl im Alter von 77 Jahren. 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