Nachruf für Renate Graffmann
Im Rom e. V. trauern die, die sie kannten, um Renate Graffmann, die über viele Jahre im Verein aktiv war und dabei eine große Rolle gespielt hat als Vorbild für Menschlichkeit, Respekt, Tatkraft und Mut. Sie hat sich dem Rassismus und der Unmenschlichkeit entgegengestellt auch dann, wenn sie ihr bedrohlich nahekamen.
Renate Graffmann, Pfarrerin in Bocklemünd, Görlinger Zentrum und damit zuständig für die im Winter 1986 auf dem Butzweiler Hof gestrandeten Roma-Familien. So sah sie das und übernahm die Verantwortung, getreu der Mahnung im Alten Testament Fremden Gastrecht zu gewähren. Das hat sie konsequent weiter so gehalten, unbeirrt von Kritik einzelner Pfarrmitglieder. Sie unterstützte seit seinen Anfängen den Rom e. V. durch ihre Anwesenheit bei Demos und Pressekonferenzen, durch Kollekten für die Sache der Rom:nja und sie sorgte für bitter notwendige Geldzuwendungen auf Stadt- und Landesebene.
Nach der Beendigung ihrer Pfarrerinnentätigkeit war sie sechs Jahre lang erste Vorsitzende des Rom e. V. Köln, keine leichte Aufgabe angesichts eines oft auseinanderdriftenden Vorstands. Ihre zuverlässige, freundliche und ausgleichende Persönlichkeit waren hilfreich und wichtig für das Klima. Sie war ein Fels in der Brandung obwohl wir es ihr manchmal nicht gerade leicht gemacht haben. Aber die Belange der Rom:nja waren ihr wichtiger und so hat sie manchen Streit ertragen. Solange sie konnte war sie präsent und interessiert am Schicksal der Rom:nja und an der Arbeit des Vereins.
Wir trauern mit ihrer Familie um Renate Graffmann und werden sie als mutige und zugewandte Frau in Erinnerung behalten.
Vorstand und Mitarbeiter:innen des Rom e.V.