Seit 1986 setzen wir uns für Menschen- und Bürger*innenrechte von Roma und Sinti ein.

Auf dieser Website erhalten Sie einen Überblick über die vielen Aktivitäten unseres Vereins, wie die Beratung in Sozial- und Aufenthaltsfragen, die Arbeit in den verschiedenen pädagogischen Projekten und dem europaweit bekannten Archiv- und Dokumentationszentrum.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem Verein und sollten Sie Fragen oder Anliegen haben, so nutzen Sie bitte die Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen Arbeitsbereiche.

Aktuelles


Reaktionen auf Pressemitteilung „Antiziganistischer Vorfall in Uniklinik“ vom 17.12.2025

In den vergangenen Tagen hat der Rom e. V. zahlreiche E-Mails und Nachrichten erhalten, die sich auf unsere Pressearbeit beziehen. Ein Teil dieser Zuschriften enthält pauschale Abwertungen, diskriminierende Sprache sowie persönliche Angriffe gegen Rom:nja und Sinti:ze oder gegen zivilgesellschaftliches Engagement insgesamt. Wir sind auch zumindest erstaunt darüber, dass in der Berichterstattung von einer „Feier“ die Rede ist – ein Begriff, der Assoziationen hervorruft, auf die sich viele Kommentierende als Grundlage für ihre abwertenden und diskriminierenden Äußerungen beziehen.

Wir stellen klar:

  • Der Rom e. V. toleriert keine rassistischen Beleidigungen oder pauschalen Schuldzuweisungen.
  • Kritik ist legitim – Entmenschlichung und Hetze sind es nicht.
  • Rom:nja und Sinti:ze sind keine homogene Gruppe und nicht kollektiv für individuelles Verhalten verantwortlich.
  • Der Einsatz gegen Diskriminierung ist kein „Opfernarrativ“, sondern ein verfassungsrechtlich geschütztes Engagement für Gleichberechtigung.

Die Art vieler Zuschriften bestätigt, warum Antiziganismus weiterhin thematisiert werden muss. Wer ganze Bevölkerungsgruppen pauschal abwertet, trägt nicht zur Klärung eines Sachverhalts bei, sondern verschärft gesellschaftliche Spaltungen.

Der Rom e. V. bleibt dialogbereit gegenüber sachlicher Kritik. Auf beleidigende oder menschenverachtende Zuschriften werden wir jedoch nicht weiter eingehen.

Nachruf für Renate Graffmann

Im Rom e. V. trauern die, die sie kannten, um Renate Graffmann, die über viele Jahre im Verein aktiv war und dabei eine große Rolle gespielt hat als Vorbild für Menschlichkeit, Respekt, Tatkraft und Mut. Sie hat sich dem Rassismus und der Unmenschlichkeit entgegengestellt auch dann, wenn sie ihr bedrohlich nahekamen.

Renate Graffmann, Pfarrerin in Bocklemünd, Görlinger Zentrum und damit zuständig für die im Winter 1986 auf dem Butzweiler Hof gestrandeten Roma-Familien. So sah sie das und übernahm die Verantwortung, getreu der Mahnung im Alten Testament Fremden Gastrecht zu gewähren. Das hat sie konsequent weiter so gehalten, unbeirrt von Kritik einzelner Pfarrmitglieder. Sie unterstützte seit seinen Anfängen den Rom e. V. durch ihre Anwesenheit bei Demos und Pressekonferenzen, durch Kollekten für die Sache der Rom:nja und sie sorgte für bitter notwendige Geldzuwendungen auf Stadt- und Landesebene.

Nach der Beendigung ihrer Pfarrerinnentätigkeit war sie sechs Jahre lang erste Vorsitzende des Rom e. V. Köln, keine leichte Aufgabe angesichts eines oft auseinanderdriftenden Vorstands. Ihre zuverlässige, freundliche und ausgleichende Persönlichkeit waren hilfreich und wichtig für das Klima. Sie war ein Fels in der Brandung obwohl wir es ihr manchmal nicht gerade leicht gemacht haben. Aber die Belange der Rom:nja waren ihr wichtiger und so hat sie manchen Streit ertragen. Solange sie konnte war sie präsent und interessiert am Schicksal der Rom:nja und an der Arbeit des Vereins.

Wir trauern mit ihrer Familie um Renate Graffmann und werden sie als mutige und zugewandte Frau in Erinnerung behalten.

Vorstand und Mitarbeiter:innen des Rom e.V.

Pressemitteilung: Rassistische Beschimpfungen und unangemessener Polizeieinsatz –

Antiziganismus-Vorfall in Kölner Universitätsklinik

Beim Besuch in der Uniklinik berichtet die Familie S.: Die Angehörigen wollten den Besuch einer frisch entbundenen Mutter und ihres Neugeborenen mit einem gemeinsamen Essen im offenen Foyer des Klinikgebäudes verbinden. Der Betreiber des Klinik-Kiosks hatte nach Angaben der Familie zugestimmt. Kurz nach der Ankunft soll eine leitende Ärztin die Gruppe laut und ohne Begründung aufgefordert haben, das Gebäude zu verlassen, und unverzüglich die Polizei alarmiert haben. Die Familie berichtet, die eintreffenden Polizeikräfte seien ohne vorherige Klärung des Sachverhalts in scharfem Ton aufgetreten, hätten keine Vorstellung ihrer Identitäten vorgenommen und sofort eine Zuschreibung zu einer Roma-Großfamilie hergestellt, zu der keinerlei familiäre Verbindungen bestehen. In der Folge wurde die Familie S. rassistisch beleidigt und massiv eingeschüchtert. Überdies soll ein Polizeibeamter auf den Hinweis, das Vorgehen erinnere an die NS-Zeit  „Was war so schlecht am Nationalsozialismus?“ geäußert haben.

Der Rom e.V. hat den Vorfall bei der Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus (MIA) gemeldet, eine Strafanzeige mit Strafantrag und Dienstbeschwerde beim Polizeipräsidium Köln gestellt und eine Beschwerde bei der Uniklinik Köln eingereicht, und fordert eine unabhängige Untersuchung des Falles.

Hier die Pressemitteilung  mit einer detaillierten Schilderung des Falles sowie – in einem gesonderten Dokument – weitere Hintergrundinformationen und eine Einordnung.

MIA veröffentlicht Bericht zu Antiziganismus in der Polizei: 215 gemeldete Fälle zeigen institutionelle Diskriminierung

 

Als Kooperationspartner der Meldestelle für Antiziganismus (MIA) unterstützen wir ihre Forderungen zum Abbau der institutionellen Diskriminierung von Rom:nja und Sinti:ze.

Die Analyse zeigt, dass antiziganistische Benachteiligungen im Polizeikontakt kein Randphänomen sind, sondern wiederkehrenden Mustern folgen. Die vollständige Pressemitteilung zum MIA-Bericht findet sich hier.

Hier findet sich die komplette Studie Antiziganismus in der Polizei (Analyse der Vorfälle von 2022-2024)

 

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