Category

Presse

Jovan Nikolić. Gast von nirgendwoher – 40 Jahre Literatur.

By Presse

Seit 40 Jahren erschafft der Schriftsteller Jovan Nikolić, der heute in Köln lebt und wirkt, Poesie und Literatur. Anlässlich dieses Jubiläums lädt der Rom e.V. am 23. Oktober 2020 ab 18 Uhr gemeinsam zu einem literarischen Gespräch mit Jovan Nikolić ein.

 

Bis heute ist Jovan Nikolić einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer „Rom_nja-Literatur“, auch wenn diese Beschreibung nicht das Kaleidoskop seiner tiefgründigen literarischen Auseinandersetzungen abzubilden vermag. Er wird 1955 in Belgrad geboren, wächst in Čačak auf und macht eine Ausbildung zum Maschinenbauingenieur. 1981 erscheint sein erster Gedichtband „Gost niotkuda“ (Gast nirgendwoher). Bis 1998 folgen fünf weitere Gedichtsammlungen, mit denen er als herausragender Exponent der Rom_nja-Literatur auch international Bekanntheit erlangt. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller arbeitet Nikolić auch als Journalist. Er engagiert sich politisch gegen den nationalen Chauvinismus, verfasst Satiretexte und Theaterstücke. Ein von ihm verfasster Songtext wird unter der Regie von Emir Kusturica zum Leitmotiv des Films „Schwarze Katze, weißer Kater“. Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied des serbischen PEN-Zentrums. Im Zuge der Jugoslawien-Kriege emigriert er 1999 nach Deutschland. Dort wird er als Stipendiat von unterschiedlichen Stiftungen, u. a. von der Akademie der Künste (Berlin), gefördert und gewinnt zahlreiche nationale sowie europäische Literaturpreise: Sein Werk „Weißer Raabe, schwarzes Lamm“ wird im Jahr 2011 zum „Buch für die Stadt Köln“ gekürt. Seine Texte sind in zehn verschiedene europäische Sprachen übersetzt und in 20 internationalen Anthologien enthalten. Heute lebt und wirkt er in der Stadt Köln und ist eng mit dem Rom e.V. verbunden. Ein kürzlich abgeschlossenes Buch des Schriftstellers wird demnächst im Drava-Verlag erscheinen.

Nikolić selbst blickt gerne auf die letzten 40 Jahre zurück: Es sei ein großes Privileg für ihn, dass er bereits 40 Jahre lang Zeit hatte, Poesie und Prosa zu erschaffen, so der Schriftsteller. Ruždija Russo Sejdović, selbst Schriftsteller und Teil des Vorstandes im Rom e.V., gratuliert Jovan Nikolić herzlich zu seinem Jubiläum und bekennt: Ich bin ein großer Fan von Jovans Literatur und ich hoffe sehr, dass er uns die Welt noch viele weitere Jahre durch seine Augen sehen lässt.“

Um das Jubiläum des Schriftstellers gebührend zu würdigen, lädt der Rom e.V. am 23. Oktober ab 18 Uhr zu einem literarischen Gespräch mit Jovan Nikolić im Roten Salon des Rom e.V. ein. Persönliche Erinnerungen, Literatur und die vergangenen 40 Jahre als Künstler werden im Fokus des Gesprächs stehen. Zudem liest der Schriftsteller aus Texten, die auch erstmalig ins Deutsche übersetzt worden sind. Im Anschluss gibt es genügend Raum für Fragen.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Teilnehmendenzahl begrenzt. Wir bitten um Anmeldung unter: rombuk@romev.de. Ihre Presseansprechpartnerin im Rom e.V.: lisa.willnecker@romev.de; Tel: 0221/278 60 76.

Pressemitteilung: Gedenken an den 2./3. August 1944

By Aktuelles, Presse

Gedenken an den 2./3. August 1944

Gedenken an die ermordeten Sinti_ze und Rom_nja vom 2. auf den 3. August 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau/auch 2020 mangelndes Bewusstsein der Gesellschaft für Rassismus

 

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die noch im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau inhaftierten Rom_nja und Sinti_ze, rund 4300 Menschen, in den Gaskammern ermordet. Nachdem diese bereits für Mai 1944 geplante Ermordung vorerst an der Gegenwehr von Rom_nja und Sinti_ze gescheitert war, wurden diejenigen aus der Minderheit, die noch als „arbeitsfähig“ galten, in  den  Monaten bis August 1944 in Konzentrationslager im Deutschen Reich deportiert und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Die übrigen wurden durch die SS in der Nacht zum 3. August 1944 ermordet.

Das Projekt RomBuK im Rom e.V. lädt in Gedenken an die Opfer, am 02. August 2020 um 18 Uhr zum Filmabend im Roten Salon des Rom e.V. ein. Vorgeführt wird die Dokumentation „Es ging Tag und Nacht, liebes Kind“ von Melanie Spitta, Tochter einer Sintiza, die den Völkermord überlebte. In dem Film begleitete Spitta Überlebende und deren Kinder nach Auschwitz. Als Filmemacherin und Bürgerrechtlerin setzte sich für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Völkermordverbrechen an Sinti_ze und Rom_nja ein, die jahrzehntelang von der Gesellschaft geleugnet worden waren. In ihren Filmen lässt sie Rom_nja und  Sinti_ze selbst zu Wort kommen, dokumentiert  die  nationalsozialistischen Verbrechen sowie die rassistischen Kontinuitäten nach 1945 und die damit verbundenen Erfahrungen der Überlebenden. So leistete Spitta einen außerordentlichen Beitrag im Kampf um eine Sichtbarmachung des Völkermordes und eine gleichberechtigte Teilhabe.

Obwohl der Film bereits 1981 erschienen ist, zeigt sich, 38 Jahre nach seiner Entstehung, dass die deutsche Gesellschaft nach wie vor ein ernstzunehmendes Rassismusproblem hat: NSU, die rassistischen Terrorakte in München, Halle, Hanau, rechtsextreme Drohmails, Verbindungen zu rechtsextremen Netzwerken in der Bundeswehr…Die Auflistung ließe sich beliebig erweitern. Die jüngsten Forderungen aus Stuttgart, Stammbäume der Menschen zu erstellen, die sich vermutlich an den dortigen Randalen beteiligt hatten, offenbart nur mehr als deutlich, wie langlebig rassistische Denkmuster sind, die, wie hier suggerieren es gebe einen Zusammenhang zwischen kriminellen Taten und der Herkunft/ Zugehörigkeit einer Gruppe. Diese rassistischen Praxen zeigen sich auch in der Geschichte der Verfolgung von Rom_nja und Sinti_ze. Gerade in diesen Zeiten ist eine Erinnerung an das Vergangene und eine Beschäftigung mit der Geschichte, die die Kontinuitäten des Rassismus und des rechten Terrors in der Gesellschaft sichtbar machen, unabdingbar!

Für den Rom e.V. wird Carmen Spitta, Tochter der inzwischen verstorbenen Filmemacherin und Aktivistin Melanie Spitta, am 2. August 2020 ein Grußwort übermitteln.

Die Platzzahl ist aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen begrenzt. Es wird um Anmeldung bis 31. Juli 2020 gebeten. Anmeldungen bitte per Mail an rombuk@romev.de.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Serçe Berna Öznarçiçeği, unter: serce.oeznarcicegi@romev.de

Pressemitteilung als PDF herunterladen

Pressemitteilung

By Aktuelles, Presse

Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“

Pressemitteilung

 

Berliner Verkehrssenatorin: Aktionsbündnis wird in künftige Gespräche über das Denkmal eingebunden

  • Treffen des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“ mit der Berliner Verkehrssenatorin Günther
  • Senatorin Günther spricht von „maximalem Schutz“, lehnt es jedoch ab, das Denkmal für Sinti und Roma zum „Zwangspunkt“ für die Bauplanungen zu erklären
  • Das Aktionsbündnis wird Verhandlungspartner des Berliner Senats
  • Protest gegen eine Beeinträchtigung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wird verschärft

Beim Gespräch mit Vertretern des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“ am späten Nachmittag des 06.07.2020 hat die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther ihre Bereitschaft bekundet, sich für einen „maximalen Schutz“ des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas angesichts der geplanten Baumaßnahmen für die S21 einzusetzen.

Auch auf mehrfache explizite Nachfrage hin war die Verkehrssenatorin jedoch nicht bereit, das Denkmal zum sogenannten „Zwangspunkt“ für die Bauplanungen zu erklären. Erst damit würde das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in seiner Gesamtheit unangetastet bleiben. Auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist ein solcher „Zwangspunkt“. Der zugesicherte „maximale Schutz“ des Denkmals ist demnach nur relativ. Die Senatorin war nicht bereit, eine Garantie für den Schutz des Denkmals in seiner Gesamtheit abzugeben. Sollten sich Planungsvarianten, die das Denkmal nicht berühren, als nicht realisierbar erweisen, wäre das Denkmal erneut in Gefahr.

Doch wurde dem Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ von der Senatorin zugesichert, an den künftigen Konsultationen zum Denkmal beteiligt zu werden. Ein nächster Gesprächstermin mit der Verkehrssenatorin und Kultursenator Klaus Lederer wurde für August angesetzt.

Nachdem seit mehreren Wochen Gespräche des Senats von Berlin mit der Deutschen Bahn und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ergebnislos verlaufen sind und dabei sogar Kompromisslösungen in Betracht gezogen wurden, die eine jahrelange Beeinträchtigung und Beschädigung des Denkmals bedeuten würden, ist das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ an die Berliner Verkehrssenatorin als Bauherrin herangetreten. Vertreten durch Romeo Franz, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Alexander Diepold, Geschäftsführer der Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland, hat das Aktionsbündnis der Senatorin die Position der überwältigenden Mehrheit der Sinti und Roma Deutschlands und Europas deutlich gemacht und auf die breite Unterstützung für das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ hingewiesen.

Erst 37 Jahre nach Kriegsende hat die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma als Völkermord anerkannt. Es dauerte weitere 30 Jahre, bis das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Die von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas betreuten nationalen Denkmäler zu Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen, zu denen auch das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma gehört, sind ein Grundpfeiler der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland. Jede Beeinträchtigung des Denkmals würde diese Erinnerungskultur in Frage stellen und einen Angriff auf das gemeinsame Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus darstellen.

Wir appellieren an die Verkehrssenatorin, den Senat von Berlin und den Regierenden Bürgermeister, einen solchen Angriff auf die Erinnerungskultur und die Würde der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma zu verhindern und das Denkmal zum „Zwangspunkt“ für die Bauplanungen zu erklären.

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ wird diesen Appell durch Proteste und die Mobilisierung der nationalen, europäischen und internationalen Öffentlichkeit begleiten.

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ hat sich formiert, nachdem bekannt geworden war, dass Baumaßnahmen für die geplante S21 das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas massiv beeinträchtigen würden. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erklärte am 29. Mai 2020, dass eine solche Beeinträchtigung des Gedenkens „unvorstellbar“ sei.

Anders als der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verteidigt das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ diese Position ohne jede Einschränkung. Einen „Kompromiss“ kann es nicht geben. Das gesamte Denkmal ist unantastbar, nicht nur Teile des Denkmals. Das Zentrum des Denkmals besteht aus einem schwarzen Becken, aber es ist ein Gedenkensemble, zu dem das Gedicht „Auschwitz“ des italienischen Rom Santino Spinelli sowie die Glaswände mit der Chronologie sowie Zitaten von Bundespräsident Roman Herzog und Bundeskanzler Helmut Schmidt ebenso gehören wie die in den Boden eingelassenen Steinplatten, die die Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager sowie der Erschießungsstätten tragen. Der israelische Künstler Dani Karavan hat dieses Denkmal auf einer Lichtung geschaffen, die Bäume ringsum sind Teil des Kunstwerks wie auch der Geigenton – das Stück „Mare Manuschenge“ (Unseren Menschen) – des Künstlers, Europaabgeordneten und Sinto Romeo Franz, der auch dem Aktionsbündnis angehört.

Für die deutschen und für die europäischen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens – und zwar das gesamte Gelände – unantastbar, umso mehr, als unsere während des Zweiten Weltkrieges von Deutschen und ihren Helfern ermordeten Menschen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wurden, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben erschossen und verscharrt oder in den Gaskammern erstickt und anschließend in Krematorien verbrannt. Ihre Asche wurde in der Umgebung verstreut. Für viele deutsche Sinti ist das Denkmal ein symbolisches Grabmal: mulno – ein unverletzlicher Ort, der dem Andenken und der Ehre unserer Toten gewidmet ist. Es ist erschreckend, dass diese besondere Bedeutung des Denkmals bei den ursprünglichen Bauplanungen sowie auch in den bisherigen Gesprächen zwischen den beteiligten Akteuren in den Hintergrund gedrängt wurde.

Bereits am 12. Juni hat sich das von der Hildegard Lagrenne Stiftung und der RomnoKher gGmbH – Ein Haus Ein Haus für Kultur, Bildung und Antiziganismusforschung koordinierte und zu diesem Zeitpunkt nur aus Selbstorganisationen von Sinti und Roma gebildete Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ mit einem Brief an Senatorin Regine Günther gewandt.

In diesem Schreiben wurde zum ersten Mal die Forderung erhoben, das Denkmal einschließlich des Baumbestands zu einem „Zwangspunkt“ im Bauvorhaben zu erklären, der für den Verlauf der S-Bahn-Trasse maßgeblich sein muss. Unsere Ablehnung jeglicher Beeinträchtigung des Denkmals haben wir unmissverständlich zum Ausdruck gebracht: „Das ist unvorstellbar, es ist nicht hinnehmbar und nicht verhandelbar!“

Seitdem wächst das von breiter Unterstützung getragene Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ immer weiter an. Mehrere Landesverbände sowie viele regionale Vereine von Sinti und Roma aus Deutschland und anderen europäischen Ländern haben sich dem Aktionsbündnis angeschlossen. Ebenso sind die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, KZ-Gedenkstätten und Gedenkinitiativen sowie zivilgesellschaftliche und bürgerrechtliche Organisationen dem Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ beigetreten. Mehr als 30 Organisationen (Stand heute) sind Teil des wachsenden Aktionsbündnisses.

Der Stiftungsrat der Hildegard Lagrenne Stiftung, dem u.a. die frühere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth, der frühere SPD- Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen, Romeo Franz MdEP und Doris Schröder-Köpf MdL angehören, richtete am 18. Juni den Aufruf „Nicht antasten! Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas darf nicht durch neue Dispute beschädigt werden“ an die zuständigen Institutionen (Senat von Berlin, Deutsche Bahn, Präsidium des Deutschen Bundestags).

Der Bündnispartner Initiative Sinti-Roma-Pride hat über eine Online-Petition Tausende von Unterschriften gegen eine Beeinträchtigung des Denkmals gesammelt: https://www.change.org/p/deutsche-bahn-ag-das-mahnmal-der- ermordeten-sinti-roma-bleibt. Die Zahl der Unterschriften steigt ständig an.

Am 25. Juni ist das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit getreten, die über https://www.youtube.com/watch?v=QjBpsX28EEg&t bzw. https://www.youtube.com/user/romnokher in voller Länge zu sehen ist.

Die Auschwitzüberlebende Zilli Schmidt, die am 10. Juli – in dieser Woche! – 96 Jahre alt wird, sprach mit bewegenden Worten den meisten Sinti und Roma aus dem Herzen, als sie dabei erklärte: „Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Wer das tut, der tötet unsere Menschen ein zweites Mal. Das ist eine große Schande, dass die Deutsche Bahn vergessen hat, dass die Reichsbahn unsere Menschen in die Gaskammern gefahren hat. Eine große Schande wäre das, wenn unser Denkmal angefasst wird.“ Es schmerzt uns sehr, dass wir Zilli Schmidt nicht die gute Nachricht überbringen durften, dass das Denkmal gerettet ist. Zu einer solchen Garantie war die Verkehrssenatorin nicht bereit.

Der international bekannte israelische Künstler Dani Karavan, der gemeinsam mit dem Musiker und heutigen Europaabgeordneten Romeo Franz das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas geschaffen hat, ließ bei der Presseerklärung am 25. Juni durch Romeo Franz sein Statement verlesen: „Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in seiner gesamten Ausdehnung darf nicht berührt werden! Eine Straßenbahnlinie kann bewegt werden, aber kein Kunstwerk. Insbesondere im tatsächlichen Kontext rassistischer Manifestationen wäre jede Beschädigung des Denkmals eine Verletzung der Sinti- Roma. Wenn jemand es wagt, einen Teil des künstlerischen Ensembles des Denkmals zu berühren, werde ich persönlich kommen und es mit meinem Körper schützen, den Angreifer verklagen und einen internationalen Skandal darüber machen. Die Diskussion über eine mögliche Ausnahmeregelung schadet der Würde des Ensembles und muss sofort aufhören.“

Diese durch das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ initiierte und verbreitete Erklärung von Dani Karavan ist von der nationalen und internationalen Presse seither vielfach aufgegriffen und zitiert worden. Dani Karavan erklärte auch seine Absicht, den israelischen Staatspräsidenten und die Weltöffentlichkeit einzuschalten.

Auch Alexander Diepold (HLS), Mario Franz vom Niedersächsischen Landesverband Deutscher Sinti, Romeo Franz MdEP, Verena Lehmann von der Initiative Sinti-Roma- Pride sowie Daniel Strauß von der RomnoKher gGmbH und dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg sprachen bei der Presseerklärung des Aktionsbündnisses am 25. Juni.

Am Morgen des 26. Juni wurden die Inhalte der Presseerklärung in einer Pressemitteilung über die Verteiler der Bündnispartner in der gesamten Bundesrepublik verbreitet. Dem Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ ist es damit gelungen, öffentliche Aufmerksamkeit und politischen Druck zu mobilisieren und einen Gesprächstermin mit Verkehrssenatorin Günther zu erwirken.

Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete am 26. Juni sowie erneut am 3. Juli über den Kampf des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“ für die vollständige Erhaltung des Denkmals, die „Süddeutsche Zeitung“ in einem ausführlichen Beitrag am 4. Juli.

In den unter diesem öffentlichen Druck am 26. Juni fortgeführten Gesprächen zwischen dem Senat von Berlin, der Deutschen Bahn, dem Präsidium des Deutschen Bundestags und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma reagierten die Beteiligten darauf und einigten sich auf die Prüfung einer neuen Trassenführung für die S21, die das Denkmal nicht beeinträchtigen würde. Doch war zwischenzeitlich bereits aus dem Bundestagspräsidium zu vernehmen, dass die erwogenen Alternativen nicht realistisch seien.

Zudem blieb die Möglichkeit einer späteren Kompromisslösung im Raum stehen, die zumindest einen Teil des Denkmals beschädigen würde. So hieß es in der Stellungnahme des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma vom 1. Juli, wenn „ein Großteil des Geländes Baustelle wird, ist ein Gedenken am Ort nicht möglich“. Der Erhalt des Denkmals in seiner Vollständigkeit wird damit preisgegeben. Zudem betonte der Zentralrat, zu einer „einvernehmlichen Lösung beitragen“ zu wollen, „die den Interessen der Minderheit Rechnung trägt ebenso wie den Interessen der Berliner Bürgerinnen, für die die S21 ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes sein wird“. Diese beiden „Interessen“ sind im Hinblick auf das Denkmal jedoch unvereinbar.

Wachsender öffentlicher Druck von Sinti und Roma in den sozialen Netzwerken, durch Einrichtungen und Organisationen sowie auf der Straße machen deutlich, dass der Zentralrat in dieser Frage nicht den Anspruch erheben kann, für alle deutschen Sinti und Roma zu sprechen. Viele Äußerungen in den sozialen Netzwerken bringen auch die Rede auf einen „Ort der Information“, ein Museum oder Dokumentationszentrum in Berlin, für das der Zentralrat bereit wäre, die Unversehrtheit und Unantastbarkeit des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu opfern. Wie immer es sich damit verhält – das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ lehnt jeden Eingriff in das Denkmal ab und fordert den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma auf, sich seiner Forderung und dem Aktionsbündnis anzuschließen.

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ erklärt unmissverständlich: Das gesamte Denkmal, das gesamte Gelände und nicht nur „ein Großteil“ davon ist unantastbar! Das Gedenken an die vom nationalsozialistischen Deutschland ermordeten Sinti und Roma kann niemals gegen verkehrspolitische Interessen aufgewogen werden.

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ begrüßt die grundsätzliche Bereitschaft der Verkehrssenatorin, für einen maximalen Schutz des Denkmals zu sorgen, ebenso die Aufnahme des Aktionsbündnisses in die weiteren Verhandlungen. Doch sind dies nur erste Schritte in Richtung einer Lösung.

Das Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“ wird das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in seiner Gesamtheit verteidigen. Wir rufen alle Sinti und Roma unserer Republik und Europas ebenso wie alle Institutionen und alle Bürgerinnen und Bürger, denen das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am Herzen liegt, auf, sich dem Aktionsbündnis anzuschließen und ihre Unterstützung gegenüber Verkehrssenatorin Günther, dem Senat von Berlin und ihren lokalen Bundestagsabgeordneten zum Ausdruck zu bringen.

Mitglieder des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“ (Stand 06.07.2020):

  • Hildegard Lagrenne Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma in Deutschland (Koordination)
  • RomnoKher gGmbH – Ein Haus für Kultur, Bildung und Antiziganismusforschung (Koordination)
  • Romeo Franz, Mitglied des Europäischen Parlaments
  • Madhouse München gGmbH
  • Verband Deutscher Sinti und Roma,
  • Landesverband Baden-Württemberg e. V.
  • Beratungsstelle für gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma,
  • Mannheim Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Niedersächsische Beratungsstelle für Sinti und Roma e. V.
  • Niedersächsischer Landesverband Deutscher Sinti e. V.
  • Maro Dromm Sui-Generis e. V.
  • Sinti & Roma Mittelweser e. V.
  • Niedersächsischer Landesverband Deutscher Sinti e. V.
  • Initiative Sinti-Roma-Pride
  • Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) Freudenberg Stiftung
  • Rom e. V.
  • Fikri Anil Altintas, Schwarzkopf Stiftung Junges Europa
  • Lena Prötzel, Programmleitung, Schwarzkopf-Stiftung
  • Nermin Sali, Bremen
  • kairosis gemeinnützige UG
  • Landesverband Sinti und Roma Deutschland Köln e. V.
  • Sinti-Union Hessen e. V.
  • Landesverband der Sinti und Roma RomnoKher Thüringen e. V.
  • Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
  • Kompetenzstelle gegen Antiziganismus (KogA) der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
  • Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V.
  • Gedenkinitiative Mahnmal Ravensburg e. V.
  • Nederlands Sinti platform
  • Freundeskreis Reiseplatz e. V.
  • SPD Waldhölzbach, Steve Braun
  • ADEFRA collective
  • Redaktionsgruppe No Country and No Land, Freiburg

Kontakt:

Daniel Strauß RomnoKher gGmbH B 7,16, 68159 Mannheim E-Mail: info@romnokher.de Tel: 0176 214 98 662
Alexander Diepold Hildegard Lagrenne Stiftung B 7,16, 68159 Mannheim E-Mail: info@hildegard-lagrenne-stiftung.de

Wider das Vergessen!

By Aktuelles, Presse

Gedenken an die Deportationen aus Köln / Widerstand von  Rom_ja und Sinti_ze in Auschwitz-Birkenau am 16.05.1944 

Am 16. Mai  1940 begann die Kriminalpolizei in Zusammenarbeit mit der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ Rom_nja und Sinti_ze in Köln festzunehmen. Sechs Tage später, am 21. Mai, wurden sie vom Bahnhof Deutz in das sogenannte „Generalgouvernement“ nach Polen deportiert. Neben Köln wurden Rom_nja und Sinti_ze auch in Hamburg und Stuttgart konzentriert. Von dort aus wurden sie in Lager und Ghettos in Polen interniert, wo sie unter katastrophalen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten.

Der 16. Mai erinnert aber ebenfalls an den Widerstand von Rom_nja und Sinti_ze im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Jahr 1944. Durch die Gegenwehr konnten sie ihre geplante Ermordung vorerst verhindern.

75 Jahre nach dem Samuradipen, dem Völkermord an Rom_nja und Sinti_ze,  hat der Rassismus gegenüber der Minderheit  nicht an Aktualität verloren. Dies verdeutlicht die Anfrage der Fraktion DIE LINKE an die Bundesregierung zu antiziganistisch motivierten Straftaten im Jahr 2019. Aus den Antworten geht nicht nur hervor, dass antiziganistisch motivierte Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 15 % zunahmen, sondern auch, dass der institutionelle Rassismus gegen Rom_nja und Sinti_ze tief verwurzelt ist. So schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort von einem „Umgang mit Personen aus fremden Kulturkreisen“ und schafft so eine rassistische Abgrenzung. Angehörige der Minderheit leben seit über 600 Jahren in Deutschland.

Umso wichtiger ist ein aktives Gedenken, welches die nationalsozialistische Verfolgung, den Widerstand und die Errungenschaften der Minderheit nicht in Vergessenheit geraten lässt und die Dominanzgesellschaft ihrer historischen Verantwortung (er)mahnt.

Bereits 1990, zum 50. Jahrestag der Mai-Deportationen, trug der Rom e.V. in Zusammenarbeit mit dem Künstler Gunter Demnig zur Aufrechterhaltung einer lebendigen Erinnerung bei. Mit einer Farbspur „Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti“, die sich vom Zwangslager „Schwarz-Weiß-Platz“  über die ehemaligen Wohnorte bis zum Deportationsbahnhof in Deutz quer durch den Kölner Stadtraum erstreckte, machten sie die nationalsozialistische Verfolgung von Rom_nja und Sinti_ze sichtbar. Bis heute erinnert die Spur die Dominanzgesellschaft an 22 Stellen im Kölner Stadtgebiet an die nationalsozialistischen Verbrechen.

In Erinnerung an die Ereignisse des 16. Mai  lädt das Projekt „RomBuK-Bildung und Kultur im Rom e.V.“ im Namen des Rom e.V. vom 15.05.2020–21.05.2020 zu einer digitalen Veranstaltungsreihe mit Podiumsdiskussion, Vortrag und künstlerischer Performance ein.

Mehr Informationen dazu unter:

Facebook: RomBuK2019, Instagram: rombuk_2019 oder der Webseite: romev.de

Rückfragen an: serce.oeznarcicegi@romev.de

Pressemitteilung als PDF herunterladen

75 Jahre Kriegsende

By Aktuelles, Presse

Am 8. Mai jährt sich das Kriegsende zum 75. Mal. Der Tag gilt als historische Zäsur, als Ende des Krieges und Nationalsozialismus‘ und als demokratischer Neuanfang.

Für viele Überlebende jedoch, die während des NS verfolgt worden sind, markierte der 8. Mai 1945 noch lange kein Ende der rassistischen und somit benachteiligenden Strukturen. 75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und vom Krieg zeigt sich im Jahr 2020 einmal mehr, dass die deutsche Dominanzgesellschaft weiterhin ein arges Rassismus-Problem hat. Rassistisch motivierte Attentate wie in Hanau und Celle sind zwei weitere traurige Beispiele dafür. Sie zeigen, dass wir gemeinsam aufstehen und rassistische Verhältnisse mit allen Mitteln bekämpfen müssen!

Um auf die Kontinuitäten des Rassismus in der deutschen Gesellschaft und die Missachtung von Menschenrechten aufmerksam zu machen, hat sich das „Streikbündnis 8. Mai“ gegründet. Wir verweisen auf den Offenen Brief des Streikbündnisses: https://wirstreiken0805.wordpress.com/2020/04/29/forderungen/

Fordert mit uns das Ende des Rassismus und unterschreibt den „Offenen Brief“ des Streikbündnis 8.Mai!

Foto: Jewgeni Chaldej/ Mil.ru, Wikimedia Commons, Lizenz: CC-BY 4.0

Das Foto zeigt einen Soldaten, der auf dem Berliner Reichstag eine sowjetische Flagge hisst. Bei dem Foto handelt es sich um eine nachträgliche Inszenierung, da es am Abend als die sowjetischen Truppen in Berlin ankamen bereits zu dunkel gewesen war. Dennoch entwickelte sich das Bild zu einer fotografischen Ikone für das Kriegsende.

#8mai1945 #75liberation #fightracism #gegenrassismus #rombuk_2019 #solidarity #gedenken #hanau #celle #rechterterror #fcknzs

Pressemitteilung zum internationalen Welt-Rom-nja Tag

By Aktuelles, Presse

49 Jahre und nichts gelernt?

1971 Weltweiter Kongress von Vertreter_innen der Rom_nja – Communities in London/ Bekämpfung von Antiziganismus besonders in Zeiten des Corona-Virus eine internationale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Am 8. April 1971 fand der erste Welt-Rom_nja-Kongress in London statt. Prominente Persönlichkeiten wie Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Slobodan Beberkis, Ján Cibula und Grattan Puxon nahmen daran teil und schrieben so Geschichte. Anlass für den Welt-Rom_nja-Kongress war der nach 1945 fortgesetzte Rassismus. Fast 49 Jahre später hat der Rassismus gegen Rom_nja und Sinti_ze noch immer nicht nachgelassen.

Die zentrale Forderung des Kongresses nach einer Verbesserung des rechtlichen Status und nach gleichberechtigter Teilhabe der Rom_nja – Communities hat nicht an Aktualität verloren.

2020 ist die Situation für viele Menschen, besonders in der Krise der Corona-Pandemie, verschärft. In Mazedonien, Bulgarien, Rumänien und in der Slowakei sind viele Viertel, in denen Rom_nja leben, präventiv unter Quarantäne gestellt. Verstärkte Polizeikontrollen gegenüber Rom_nja führen dazu, dass einige Familien kaum noch dringend notwendige Einkäufe, etwa in der Apotheke, tätigen oder überlebenswichtige Güter wie Wasser, Lebensmittel und Medikamente einkaufen können. Immer wieder wird Rom_nja auch eine überlebensnotwendige medizinische Behandlung verweigert. Somit droht den Rom_nja vor Ort eine humanitäre Katastrophe.

Auch der alltägliche Rassismus in Deutschland nimmt zu, erklärt die Aktivistin und RomBuK-Mitarbeiterin Öznarçiçeği. „Erst vor wenigen Wochen hat ein Terrorist in Hanau Schwestern und Brüder ermordet, die Polizei betreibt Racial Profiling, wie der Polizeibericht aus Berlin von 2017 zeigt und die Hasskommentare auf den Social Media Plattformen nehmen zu. […] das schlimmste ist, dass es so viele Menschen gibt, die in Macht- und Amtspositionen sitzen und nicht einmal merken, wie rassistisch ihre Denkmuster sind. Es wird Zeit, dass wir umdenken. Hanau zeigt uns, dass wir endlich umdenken und reflektieren müssen!“ Sie gibt weiterhin an, dass die Herausforderung am rassismuskritischen Denken darin bestehe, dass jede_r sich der eigenen Rassismen bewusst werden müsse. „Das Problem wird immer bei meinen Brüdern und Schwestern gesucht. Nur wenige aus der Dominanzgesellschaft fragen sich, ob sie das Problem erst erschaffen und aufrechterhalten.“ Die Herausforderungen der derzeitigen Krise betrachtet Öznarçiçeği kämpferisch: „Obwohl wegen der Krise vieles still steht und das öffentliche Leben eingeschränkt ist, können wir jetzt nicht aufhören, für Menschenrechte zu kämpfen. Gerade in Zeiten dieser Pandemie ist der politische Wille notwendig, um weitere Hassverbrechen zu verhindern und Solidarität zu fördern.“

Deshalb lädt RomBuK im Namen des Rom e.V. am 08.04.2020 um 19 Uhr zum Internationalen Tag der Rom_nja ein. Merfin Demir hält einen online Live-Vortrag über die historische Bedeutung des Internationalen Tages der Rom_nja. Anschließend steht der Referent für eine Diskussionsrunde zur Verfügung. Anmelden können Sie sich noch bis zum 08.04.2020; 18 Uhr unter rombuk@romev.de.

Kurzbeschreibung Vortrag

Internationaler Tag der Roma – Die Bürger_innenrechtsarbeit im 21. Jahrhundert

Thema des Live-Vortrages ist der erste Welt-Roma-Kongress vom 8. April 1971, seine Auswirkungen und seine Bedeutung für heute. Ein zentraler Fokus wird zudem auf der Bürger_innenrechtsarbeit im 21. Jahrhundert liegen. Eingeleitet wird der Vortrag mit einem historischen Überblick über die Nachkriegszeit. Der Vortrag endet mit einem Ausblick auf die Menschenrechtsarbeit im 21. Jahrhundert.

Merfin Demir ist Gründer und Landesgeschäftsführer von Terno Drom e. V. Sein Arbeitsschwerpunkt ist rassismuskritische Empowermentarbeit mit jungen Rom_nja und ihren Familien. Durch seine Tätigkeit beim Projekt KIRIV 2.0 – für Empowerment und Gendergerechtigkeit erreicht er darüber hinaus alevitische, êzîdische und kurdische Jugendliche. Für die Studie zu Rassismuserfahrungen von Rom_nja und Sinti_ze im Auftrag der Unabhängigen Kommission Antiziganismus ist er als freier Mitarbeiter der Alice Salomon Hochschule tätig.

Menschen aus ganz Deutschland haben sich an der von RomBuK im Namen des Rom e.V. initiierten Kampagne zum Internationalen Tag der Rom_nja beteiligt und politische und gesellschaftliche Misstände angeklagt und Forderungen gestellt. Die Kampagne kann auf Instagram unter rombuk_2019 oder auf Facebook unter RomBuK2019 eingesehen werden.

 

Rückfragen an: serce.oeznarcicegi@romev.de

Pressemitteilung als PDF herunterladen