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Presse

Rom e.V. gibt sich neue Satzung: Eine Romni als erste Sprecherin

By Aktuelles, Presse

„Im Verein, im Vorstand, bei Ehrenamtlichen und Mitarbeitern streben wir ein paritätisches Verhältnis von Roma und Nicht-Roma an.“, heißt es im Leitbild des Rom e.V. Dass dies nicht nur Lippenbekenntnisse sind, beweist der Verein in seiner gestrigen Jahreshauptversammlung: Der Vorstand wird paritätisch besetzt und eine Romni wurde zur ersten Sprecherin des Vereins gewählt.

Köln, 05.08.2021: Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Vereins Rom e.V. (Vereinigung für die Verständigung von Rom (Roma und Sinti) und Nicht-Rom) wählte gestern Abend die Romni Beata Burakowska zur ersten Sprecherin des Vorstandes. Beata Burakowska ist Lehrerin und seit vielen Jahren Mitglied des Vereins. Als zweite Sprecherin wurde die bisherige erste Vereinsvorsitzende Simone Treis gewählt.

Der bisherige sogenannte „geschäftsführende Vorstand“, in dem bis dato keine Rom:nja vertreten waren, wurde durch eine Satzungsänderung abgeschafft.

Beata Burakowska erklärt dazu: „Ich bin stolz auf die persönlich enge, solidarische und gleichberechtigte Zusammenarbeit in unserem Verein. Alle ziehen an einem Strang, wenn es um Antiziganismus geht. So haben wir gemeinsame Aktionen gemacht zu dem kürzlich vorgefallenen, immer noch ungeklärten Todesfall eines Rom in Tschechien. Wir haben kritische Gespräche mit dem WDR geführt wegen der rassistischen Sendung „Die Letzte Instanz“. Und wir haben erfolgreich für und mit den Kölner Rom:nja, die seit Jahren als Geflüchtete nur geduldet sind, die Bleiberechtskampagne gestartet.“

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden die beiden Gründungsmitglieder des Vereins Elisabeth Klesse und Doris Schmitz wiedergewählt, ebenso wie das ehemalige Ratsmitglied Ossi Helling. Wiedergewählt wurde ebenso, als Vertreter der Kölner Roma-Community, der Schriftsteller und Kulturmittler Ruzdija Sejdovic. Neu im Vorstandsteam ist der junge Rom Sead Memeti, ein Roma-Aktivist aus Mazedonien, der derzeit als Sozialberater angestellt ist. Der Vorstand wird in der nächsten Zeit eine:n weitere:n Rom:nja kooptieren, so dass der Vorstand dann paritätisch aus vier Rom:nja und vier Nicht-Rom:nja gebildet wird.

Damit setzt der Verein entsprechend seines 2018 verabschiedeten Leitbildes die volle Parität um. Unter den Mitarbeiter:innen haben inzwischen Menschen mit Migrationsgeschichte eine deutliche Mehrheit.

Und auch die Zusammensetzung der Mitgliedschaft im Verein verändert sich deutlich. Während in früheren Jahrzehnten die Kölner Rom:nja große Distanz zum „deutschen e.V.- Vereinswesen“ hatten – so waren noch 2015 bei 45 Mitgliedern nur vier Rom:nja –, sind mittlerweile von rund  75 Mitgliedern über zwanzig Rom:nja.  Eine Steigerung um 400% gegenüber 2015.

Über den Rom e.V.

Der Rom e.V. arbeitet seit über 30 Jahren als interkultureller, gemeinnütziger Verein für die Verständigung von Rom:nja/Sinti:ze und der Mehrheitsgesellschaft. Ziel ist die umfassende Teilhabe von Rom:nja und Sinti:ze. Neben dem Archiv und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Kultur der Roma als Teil des Projektes RomBuK (Bildung und Kultur im Rom e.V.), betreiben wir eine Sozial-, Geflüchteten- und Integrationsberatungsstelle, eine Integrationsagentur, ein Interkulturelles Zentrum, eine KiTa mit Familienzentrum und mehrere pädagogische Projekte, unter anderem Amaro Kher.

Pressekontakt

Marion Krämer, Geschäftsführung

Tel: 0221 2786075, Mail: marion.kraemer@romev.de

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Die neu gewählten Sprecherinnen des Rom e.V. (v.l. Simone Treis, Beata Burakowska) © Rom e.V.

Pressemitteilung

By Aktuelles, Presse

Amaro Kher-Bildungspatin Barbara Süsterhenn ist Preisträgerin bei „KölnEngagiert 2021“

 

Ehrenamtliche Unterstützung der Arbeit des Rom e.V. von Bildungspatin Süsterhenn, die seit 2013 für den Verein aktiv ist, wird von Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ehrenamtspate Ralph Caspers am 22.08.2021 bei der Preisverleihung „KölnEngagiert“ gewürdigt.


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Pressemitteilung

By Aktuelles, Medien, Presse, Stellungnahmen

Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze
Förderung durch das Land NRW

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen fördert seit Februar 2021 das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze“/ das Projekt wird in Kooperation mit der Selbstorganisation Romane Romnja umgesetzt/ Erinnerungen und Erfahrungen der 2. und 3. Generation nach dem NS-Völkermord sollen bewahrt werden

Köln, 12.05.2021: Seit Februar 2021 fördert das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze.“ Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit der Selbstorganisation Romane Romnja, Zeitzeug:innengespräche mit der 2. und 3. Generation von Rom:nja und Sinti:ze nach dem Samuradipen, also nach dem NS-Völkermord, zu führen. Dabei sollen geflüchtete Rom:nja sowie Rom:nja und Sinti:ze mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit Bezug zum Land NRW im Mittelpunkt stehen. Die Video-Interviews werden im Archiv des Rom e.V. bewahrt. In enger Zusammenarbeit mit den Zeitzeug:innen wird zudem ein ca. zweistündiger Film entstehen, der gegen Ende der Projektlaufzeit einem breiten Publikum präsentiert wird.

„Mit den Interviews möchten wir die vielfältigen Geschichte(n) und Erfahrungen der Menschen bewahren und der jahrzehntelangen und bis heute andauernden rassistischen Marginalisierung entgegenwirken. Das Projekt richtet sich daher auch an die Dominanzgesellschaft, die mithilfe des Films zum Abbau von eignen rassistischen Bildern und Praxen angeregt werden soll“, so die Projektleiterin Lisa Willnecker. Denn nach 1945 war der NS-Völkermord an Rom:nja und Sinti:ze von der Dominanzgesellschaft geleugnet worden, Opfer erhielten in den wenigsten Fällen Entschädigungszahlungen, Täter:innen blieben unbehelligt und konnten eine aktive Schuldumkehr betreiben, sodass sich rassistische Praxen gegenüber der Community auch nach 1945 in der deutschen Gesellschaft halten konnten. Infolge der rassistischen Kontinuitäten verheimlichten einige Angehörige aus der Minderheit ihre Identitäten, andere wiederum setzten sich offensiv zur Wehr und traten für eine gleichberechtigte Teilhabe und eine Anerkennung des NS-Völkermordes ein.

Gemeinsam mit den Zeitzeug:innen und der Selbstorganisation Romane Romnja wird die Ausgestaltung und Umsetzung des Projekts realisiert. Gordana Herold und Elvira Ajvazi, (Mitbe-) Gründerinnen der Initiative Romane Romnja betonen: „Es ist von hoher Bedeutung, dass unsere jahrzehntelang marginalisierten Stimmen aus der Community in der Gesellschaft hör- und sichtbar werden. Das Projekt kann so nicht nur zum Abbau des Rassismus in der Dominanzgesellschaft beitragen, sondern auch zum Ausbau des Empowerments in der Community. Durch die Dokumentation der Zeitzeug:innengespräche ist es auch nachfolgenden Generationen möglich, sich mit den eignen Geschichte(n) und Erfahrungen der Vorfahren, neuen und alten Vorbildern und der eignen Identität auseinanderzusetzen.“

Das Zeitzeug:innenprojekt ist im Rom e.V. an das Projekt RomBuK- Bildung und Kultur im Rom e.V., welches vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Köln gefördert wird, angegliedert.

Ansprechpartnerin: Lisa Willnecker; lisa.willnecker@romev.de; 0221-2786076

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Presseerklärung zur WDR-Sendung „Die letzte Instanz“

By Aktuelles, Presse

„Ich habe mir die Sendung nachträglich angesehen; ich habe tatsächlich immer noch Bauchschmerzen vor Wut und Empörung von einer solchen Dosis arroganter Diskriminierung und Rassismus gegenüber der größten Minderheit in Europa. Und das alles in einer öffentlichen Sendung, die zwei Tage nach dem 27.01., dem auch für Roma wichtigen Gedenktag der Befreiung von Auschwitz, gezeigt wurde“, betont Ruzdija Sejdovic, Schriftsteller und Mitglied des Vorstandes des Rom e.V.

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Pressemitteilung des VVN-BdA NRW

By Aktuelles, Presse

Dieser Pressemitteilung des VVN zur geplanten Änderung des Versammlungsrechts in NRW schließt sich der Rom e.V.  inhaltlich an.

Pressmitteilung

NRW plant Einschränkung der Demonstrationsfreiheit

1. Februar 2021

 

Die VVN-BdA NRW lehnt das geplante Versammlungsgesetz der von CDU und FDP geführten Landesregierung in der vorliegenden Form ab. Als Teil der größten antifaschistischen Organisation der Bundesrepublik Deutschland, 1946 von den Überlebenden der Konzentrationslager und des Holocaust in Düsseldorf gegründet, sehen wir in die- sem Gesetzesentwurf die Gefahr, in Zukunft nicht mehr gegen den aktuell immer stärker werdenden Rechtsextre- mismus demonstrieren zu können. Sollte dieser Entwurf verabschiedet werden, würde bereits ein Aufruf zur gewalt- freien Blockade von Aufmärschen neofaschistischer und rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen unter Strafandrohung von bis zu zwei Jahren gestellt werden. Auch angemeldete Gegendemonstrationen wären davon betroffen. Gewinner wären nur rechte Parteien und Gruppierungen.

Nach der Verschärfung des Polizeigesetzes 2018 geht NRW mit diesem Gesetzentwurf einen weiteren Schritt in Richtung Polizeistaat. Gegenüber Veranstalter*innen, Versammlungsleiter*innen, Order*innen und Teilnehmenden werden Hürden und eine strafbewehrte Drohkulisse aufgebaut, die offenbar vor der Anmeldung und Durchführung von öffentlichen Kundgebungen abschrecken oder diese zumindest erschweren soll. Davon wären dann nicht nur antifaschistische Kundgebungen betroffen, sondern auch Kundgebungen beispielsweise der Friedens-, Umwelt- und Klimabewegung, wie z.B. „Fridays for Future“ oder „Ende Gelände“.

Der Gesetzentwurf schreibt vor, dass in der Einladung zu einer öffentlichen Versammlung der Name des Veranstal- ters oder der Veranstalterin anzugeben sei. Dies bedeutet faktisch, dass die anmeldende Person einer antifaschisti- schen Demonstration den Nazis zum Fraß vorgeworfen wird. Ferner soll aus jedem Grund, den die Polizei als „Ge- fahr für die öffentliche Sicherheit“ annimmt, eine Liste mit Namen und Adressen der Ordner herausgeben werden müssen, unabhängig davon, ob die Gefahr aus der eigenen Demonstration oder von anderen Umständen ausgeht. Auch weitere Einschränkungen wie das sogenannte „Militanzverbot“, die Einrichtungen von Kontrollstellen oder die Erleichterung von Teilnahmeuntersagungen gegenüber einzelnen Personen ohne versammlungsbezogenen Anlass eröffnen Tür und Tor für willkürliche Entscheidungen der Polizei. Nicht überraschen kann in diesem Zusammen- hang der Ausbau der Videoüberwachung.

Die Möglichkeit zu friedlichen Blockadeaktionen ist eine ebenso wichtige und legitime Protestform. Das Recht, uner- kannt an öffentlichen Formen des Protests und der Meinungsäußerung teilzunehmen ist für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft nicht verhandelbar. Sollte dieser Gesetzentwurf so verabschiedet werden, würden erfolg- reiche Gegendemonstrationen gegen die rechte Szene nur noch unter hohen persönlichen Risiken für die Beteilig- ten stattfinden können – oder eben gar nicht mehr. Damit würde das Versammlungsgesetz die Straße für Neofa- schisten und Rechtsextremisten frei machen.

Knut Maßmann | Falk Mikosch | Silvia Rölle

Landessprecher*in VVN-BdA Nordrhein-Westfalen

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Pressemitteilung: Neues Projekt im Rom e.V. – DigiRom 

By Aktuelles, Presse

Geschickter Rassismus: Bilder sagen mehr als tausend Worte?

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekt DigiRom im Rom e.V. / Neues Projektteam beschäftigt sich intensiv mit der Erforschung der Bildbestände / rassistische Stereotype werden hinterfragt

Köln, 26.01.2021: Im Bestand des Kölner Rom e.V., Vereinigung für die Verständigung von Rom (Roma und Sinti) und Nicht – Rom e. V., befinden sich tausende Bildwerke, darunter auch eine abgeschlossene Sammlung von rund 4.000 Bildpostkarten und Grafiken, die bislang kaum erforscht wurden. Die Objekte zeigen in den meisten Fällen rassistische Darstellungen, die nun kritisch eingeordnet und digitalisiert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das auf mehr als zwei Jahre angesetzte Projekt, welches offiziell zum 01. Januar 2021 seine Arbeit aufgenommen hat.

Die Sammlung der Bildpostkarten und Grafiken wurde vom Rom e.V. ab ca. 1990  zusammengetragen. Damals begannen der, inzwischen verstorbene, Mitbegründer des Rom e.V. Kurt Holl und seine Mitstreiter*innen, u. a. rassistische Darstellungen von Rom*nja und Sinti*ze als historische Belege für die seit langem zementierten Ressentiments und Diskriminierungspraktiken  der Mehrheitsgesellschaft gegenüber den Minderheiten Rom*nja und Sinti*ze zu sammeln. „Heute stellen wir neue Fragen an die Sammlung. Eine der zentralen Fragen ist, wie wir mit den Bildwerken umgehen können und müssen – diese Bilder zeigen keine Realitäten, sondern vielmehr historische und gegenwärtige, antiziganistische Strukturen innerhalb der Mehrheitsgesellschaft. Mit diesem Bewusstsein wurde die Sammlung angelegt“, erklärt die Projektleiterin Vera Tönsfeldt. „Mit den Forschungsfragen, die wir heute an diese Sammlung stellen, befinden wir uns in guter Gesellschaft: Auch museale Sammlungen werden seit einigen Jahren hinterfragt.“

Das Projekt DigiRom startet zunächst mit drei Mitarbeiterinnen, die den Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*ze anhand der Postkarten erforschen. Der Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*ze, bezeichnet als Antiziganismus, wurde 2017 in den Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus aufgenommen.

Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an:

Vera Tönsfeldt  Vera.toensfeldt@romev.de
0221/278 60 35

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