Amaro Kher – Unser Haus:

Die Kindertagesstätte von Amaro Kher wurde 2006 gegründet und ist seit 2011 ein zertifiziertes Familienzentrum. Amaro Kher kommt aus dem Romanes und bedeutet Unser Haus. Ein solches Zuhause stellen wir symbolisch dar.

Der Rom e.V. setzt sich politisch, sozial, und kulturell für die Rechte der Minderheiten ein, um ihre Integration voranzutreiben und um der Mehrheitsgesellschaft die Kultur und die soziale Lage der Minderheit näher zu bringen und bekannt zu machen. Seit seiner Gründung (1988)  setzt sich der Verein gemeinsam mit den betroffenen Rom_nja und Sinti_ze, für Bleiberecht und Integration ein.

Daher sind die Kita und das FamZ von Amaro Kher fokussiert auf die Unterstützung von Geflüchteten und Zuwanderern, die oft durch Rassismus und Diskriminierung, Kriegserlebnisse und Fluchterfahrungen traumatisiert  oder einen gesonderten Aufenthaltsstatus haben.

Seit August 2016 haben Kita und Familienzentrum im Auftrag des Rom e. V. ihr pädagogisches Konzept erweitert. Wir richten uns nicht nur an Rom_nja und Sinti_ze-Familien sondern allgemein auf Familien mit Fluchterfahrung oder aus EU Ländern zugewanderte Familien. Das heißt, geflüchtete und zugewanderte Kinder können unabhängig vom Herkunftsland und Aufenthaltsstatus das Familienzentrum Amaro Kher besuchen. Darüber hinaus können alle Familien, also eben auch die aus unserem direkten Sozialraum, an den Angeboten unseres Familienzentrums teilhaben. Dies hat zu einer positiven Entwicklung in der Kita beigetragen:

Die gesamte Gruppe erlebt nun die kulturelle Vielfalt im Kita-Alltag. Diese ist, neben einigen Herausforderungen, eine Bereicherung für die Kinder, die Eltern und die Fachkräfte und wird ganzheitlich auch so wahrgenommen. Durch die interkulturelle Interaktion im Alltag erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit, sich sowohl mit der eigenen Kultur stärker auseinanderzusetzen als auch fremde Kulturen kennenzulernen. So nutzt und unterstützt das Kita-Team die kulturelle Diversität.

Zur Ausgangssituation:

In Köln wohnen mehrere tausend Geflüchtete und Zuwanderer. Die Familien leben oft unterhalb der Armutsgrenze. Sie werden oftmals von den Menschen in ihrer Umgebung mit Ablehnung und Misstrauen behandelt.  Die Ausgrenzung und schlechten Wohnverhältnisse in Flüchtlingsunterkünften oder maroden Mietshäusern verhindern eine normale und gesunde Entwicklung der Kinder.

Vertreibung, Flucht und Kriegserlebnisse, sowie Armut und ungesicherter Aufenthaltsstatus haben bei den Kindern und ihren Eltern zu Traumatisierungen, Entwicklungsstörungen und Rückzug von der Mehrheitsgesellschaft geführt. Deshalb brauchen viele von Ihnen besondere pädagogische, psychologische und medizinische Unterstützung.

Das ganzheitliche Konzept von Amaro Kher mit dem niedrigschwelligen pädagogischen Angebot und intensiver Eltern- und Familienarbeit, die die medizinischen, psychologischen und pädagogischen Hilfsangebote im Stadtteil mit einbezieht, zeigt, dass auch für diese Kinder ein erfolgreicher schulischer Einstieg möglich ist. 

Zur Pädagogischen Arbeit:

In der Kindertagesstätte und dem Familienzentrum Amaro Kher können maximal 22 Kinder von 2 bis 6 Jahren betreut werden.

Das Spiel-und Betreuungsangebot im Kindergarten gibt ihnen die Möglichkeit altersentspre­chende emotionale, soziale, körperliche, kognitive, und sprachliche Erfahrungen zu machen.

Die Kinder finden hier einen sicheren und zuverlässigen (Schutz)raum, der einen Ausgleich zu den beengten und unsicheren Lebensverhältnissen der Flüchtlingsfamilien schafft.

Die intensive und regelmäßige Elternarbeit baut Vertrauen zwischen Familien und Mitarbei­ter*innen aus; das ist die notwendige Basis, um die Kinder außerhalb der Familien betreuen zu lassen. Die Arbeit wird durch den Einsatz muttersprachlicher Ansprechpartner*innen un­terstützt. Unser Team besteht aus den verschiedensten pädagogischen Fach- und Ergän­zungskräften, (Sozialarbeiter*innen, Kindheitspädagog*innen, Tanzpädagog*innen, Erzieher*innen/Heilpädagogischen Helfer*innen, Heilerziehungspfleger*innen).

Die Kinder erleben neben einem abwechslungsreichen Kita-Alltag vielfältige Förderangebote, wie z.B.:

  • Motopädie:

Seit Oktober 2007 nehmen alle Kinder einmal wöchentlich am Motopädie-Angebot des FamZ teil; finanziell wird es durch die  Initiative „Wir helfen“ unterstützt. Hier steht die ganzheitliche Arbeit am Kind im Vordergrund, es beinhaltet die Einheit von Körper, Bewegung, Psyche und Umwelt. Die Motopädie zielt darauf ab, das Selbstvertrauen jedes einzelnen zu stärken, ein gutes Körpergefühl zu vermitteln und spielerisch die Freude an der Bewegung zu wecken.

  • Schwimmkurs:

Außerdem findet seit 2006 einmal in der Woche ein Besuch im Schwimmbad statt. Hier können die Kinder zunächst Ängste vor dem Wasser abbauen und sich mit diesem vertraut machen. In kleinen Gruppen lernen sie gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft und einem Sportlehrer die ersten Techniken des Schwimmens und werden auf mehreren Ebenen in ihrer Bewegungsentwicklung gefördert.

  • Logopädie:

Unsere Mitarbeiter*innen bilden sich regelmäßig im Bereich Sprachförderung fort. Einmal in der Woche findet in den Räumlichkeiten der Kita Sprachförderung in kleinen Sitzungen statt. Diese werden von zwei Logopädinnen durchgeführt, die die Kinder noch einmal ganz gezielt in ihrer Sprachentwicklung fördern.

  • Family-Programm (Vorschularbeit)

Das familY-Programm versteht Familie als zentralen Teil des Bildungssystems. FamilY stärkt die Bildungskompetenzen von Eltern. Es unterstützt Eltern von Vorschulkindern bei der Begleitung des Übergangs von der Kita in die Grundschule. Damit schafft es gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie. Zielgruppe des Programms sind alle Eltern mit Kindern im Vorschulalter – insbesondere aber Eltern, die keine, kaum oder schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem gemacht haben. Gemeinsam mit einer Pädagogischen Fachkraft und einem Tandem Partner aus dem Schulbereich wird ein sanfter Übergang in die Schule für die Kinder und ihre Eltern ermöglicht.

  • Sozialraum-Erkundung

Mindestens einmal wöchentlich wird der Sozialraum erkundet, das bedeutet, dass die Kinder ihr Umfeld kennenlernen und z.B. Besuche in die Bibliothek, in das Seniorenheim, in die Schule, in den Tierpark,  auf verschiedene Spielplätze, auf den Wochenmarkt, in die Eisdiele oder einfache Spaziergänge machen. 

Familienzentrum:

Als Familienzentrum bieten wir neben den Aufgaben der Kindertagesstätte zusätzliche Leistungen und Angebote für Kinder, Eltern und Familien an. In unserer Arbeit als Familienzentrum rückt die Familie als Ganzes in den Mittelpunkt und wird dabei durch vielfältige Angebote angesprochen. Zudem soll die Arbeit im Familienzentrum aktiv dazu genutzt werden, die im Sozialraum lebenden Menschen  mit denen in der Kindertagesstätte  zu vernetzen und in Verbindung zu bringen, damit gleichzeitig das Thema Integration lebendig im Alltag zu gestalten.

Viele Angebote, die im Rahmen des Familienzentrums durchgeführt werden, sollen die kulturelle Vielfalt Deutschlands positiv hervorheben und die Möglichkeit bieten, andere Menschen daran teilhaben zu lassen. So werden zum Beispiel die Familien mit Flüchtlings bzw. Zuwandererhintergrund an einige Aspekte der deutschen Kultur herangeführt und es finden Veranstaltungen und Feierlichkeiten zum Thema Interkulturalität statt.

 


Wir sind eine von über 60 Schulen und Kitas bundesweit im Programm 3×1 macht stark! von Save the
Children Deutschland e. V. Gemeinsam mit den Eltern unserer Schule setzen wir vielfältige Aktivitäten
wie Ideenwerkstätten oder Aktionstage um. Unsere Kita/unsere Schule ist ein Ort, an dem die ganze
Familie willkommen ist.