Mehr Sichtbarkeit für die Roma-Community –
der Welt-Roma-Tag, 08.04.2026, in Köln
Anlässlich des Welt-Roma-Tages stand in diesem Jahr in Köln alles im Zeichen von mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und demokratischer Teilhabe der Roma-Community. Zwei bedeutende Jubiläen rund um die Roma-Flagge prägten dabei die Agenda:
Zum einen wurde der 55. Jahrestag der ersten Konstitution und Anerkennung der Roma-Flagge gewürdigt (8.April, London). Zum anderen feierte Köln eine eigene, mittlerweile fünfjährige Tradition: das feierliche Hissen der Roma-Flagge vor dem Kölner Rathaus.
Diese Tradition wurde vor vier Jahren von Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf Initiative von Rom e.V. und auf Idee von Sead Memeti ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurde sie vom neuen Oberbürgermeister Herr Torsten Burmester fortgeführt, der mit seiner persönlichen Anwesenheit ein starkes Zeichen für Kontinuität, Sichtbarkeit und Anerkennung setzte.
Das Flaggehissen wurde unterstützt vom Kommunalen Integrationszentrum Köln, dem Arbeitskreis der Kölner Interkulturellen Zentren sowie der Roma-Selbstorganisation Carmen e.V. aus Düsseldorf. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie erneut von der Balkan-Brass-Gruppe unter der Leitung von Fabijan Selimović, die mit der Roma-Hymne einen feierlichen Rahmen schuf.
In seiner Rede formulierte der erste Sprecher von Rom e.V. klare politische Forderungen mit Blick auf das Jahr 2027:
- Erhalt des wichtigen Netzwerks „Soziales Köln“ für Roma, Sinti und alle Menschen mit internationaler Familiengeschichte in den kommenden Jahren
- Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Aktionsplans gegen Antiziganismus in Köln – analog zu bestehenden Strategien auf EU-, Bundes- und Landesebene, mit regelmäßiger Fortschreibung
Im Anschluss an das Flaggehissen fand ein kleines Fest in den Räumen des Kommunalen Integrationszentrums statt – doch dies war nur die „erste Halbzeit“ der Feierlichkeiten.
Die „zweite Halbzeit“ folgte am Samstag, den 11. April, auf dem Gelände von Rom e.V. mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Höhepunkte waren die Verleihung von drei Ehrenurkunden an Muzafer Nürnberger, Simone Treis und den Schriftsteller Jovan Nikolić. Herr Nikolić begeisterte zudem mit einer Lesung seiner Poesie.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch die Teilnahme von Jugendlichen aus dem Romno Power Club aus München, die von ihrem Leiter Alexander Diepold begleitet wurden. Seine eindrucksvolle Rede setzte ein weiteres starkes Zeichen für die Bedeutung von Jugendengagement und Empowerment.
Das Fest wurde in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern organisiert, darunter kulturelle Zentren, die Caritas sowie der Verein KulturKinder aus Ehrenfeld. Die Veranstaltung war bewusst familien- und kinderfreundlich gestaltet und zog rund 300 Besucherinnen und Besucher an.
Für die musikalische Gestaltung sorgten – wie bereits im Vorjahr – Künstlerinnen und Künstler aus der Balkan-Brass-Szene, die dem Fest einen lebendigen und verbindenden Charakter verliehen.
Der diesjährige Welt-Roma-Tag in Köln hat damit eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Sichtbarkeit, kulturelle Anerkennung und politische Teilhabe für eine offene und demokratische Stadtgesellschaft sind.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung der Feierlichkeiten am 11.04.2026 bei der Hildegard-Lagrenne-Stiftung und dem Arsch huh e.V.








