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Der Rom e.V. beim Gedenktag für die deportierten Rom:nja in Stolberg – Erinnerung und politischer Auftrag

 

Am 2. März nahm Rom e.V. an der jährlichen Gedenkveranstaltung für die deportierten Rom:nja am Mahnmal am Bahnhof in Stolberg bei Aachen teil. Die Veranstaltung wird seit vielen Jahren von der Gruppe Z sowie der VVN-BdA Aachen organisiert und ist ein wichtiger Ort des Erinnerns an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung der Roma.

Für den Rom e.V. sprach der 1. Sprecher Ruždija Sejdović als Redner. In seiner Rede erinnerte er an das Schicksal der 41 Rom:nja aus Stolberg, die am 2. März 1943 von den Nationalsozialisten deportiert wurden. Unter ihnen waren 26 Kinder. Die Menschen wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet.

Besonders erschütternd ist die Erinnerung an das jüngste Opfer: Gustav Wassilkowitsch. Der Platz am Bahnhof in Stolberg trägt heute seinen Namen. Gustav war nur achtzehn Monate alt, als er gemeinsam mit seiner Familie deportiert und ermordet wurde. Sein Name steht stellvertretend für die vielen zerstörten Leben, für ausgelöschte Familien und für eine Geschichte, die viel zu lange marginalisiert wurde.

Während der Gedenkveranstaltung wurden auch die Familiennamen Lassisch, Markowitsch, Jowanowitsch, Todorowitsch und Wassilkowitsch genannt. Diese Namen sind Teil der Geschichte von Stolberg. Sie stehen für Menschen, deren Leben durch rassistische Ideologie, staatliche Verfolgung und gesellschaftliche Ausgrenzung zerstört wurde.

An der Veranstaltung nahmen auch der Bürgermeister von Stolberg, Patrick Haas, sowie Vertreterinnen und Vertreter der CDU, SPD und Die Linke teil. Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung von Schülerinnen und Schülern des Ritzefeld-Gymnasiums gestaltet. Auch Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Stolberg beteiligten sich mit poetischen und künstlerischen Beiträgen.

Zum Abschluss wurden rote Blumen am Mahnmal niedergelegt – ein stilles Zeichen des Gedenkens an die 41 deportierten Roma aus Stolberg und insbesondere an die 26 Kinder, denen jede Zukunft genommen wurde.

Erinnerung verpflichtet zum politischen Handeln

Für den Rom e.V. ist dieses Gedenken mehr als eine symbolische Erinnerung. Es ist ein politischer Auftrag. Die Geschichte der Roma-Verfolgung im Nationalsozialismus ist bis heute in der deutschen Erinnerungskultur unterrepräsentiert. Gleichzeitig erleben Rom:nja und Sinti:ze auch heute noch Rassismus, Ausgrenzung und Antiziganismus in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Gerade deshalb ist es notwendig, dass Rom:nja ihre Geschichte selbst erzählen, sichtbar machen und politisch vertreten. Erinnerung darf nicht nur einmal im Jahr stattfinden. Sie muss Teil einer kontinuierlichen Bildungs-, Aufklärungs- und politischen Arbeit sein.

Der Rom e.V. setzt sich seit vielen Jahren für eine kritische Erinnerungskultur, politische Teilhabe und gesellschaftliche Sichtbarkeit der Roma-Community ein.

Die Gedenkveranstaltung in Stolberg hat gezeigt, dass es in Politik, Schulen und Zivilgesellschaft Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Diese Allianzen müssen weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig braucht es eine stärkere Selbstorganisation und politische Mobilisierung innerhalb der Roma-Community.

Das Gedenken an Gustav Wassilkowitsch und die anderen Opfer verpflichtet uns, ihre Namen nicht nur zu bewahren, sondern auch für eine gerechtere Zukunft zu kämpfen. Erinnerung bedeutet Verantwortung – und Verantwortung bedeutet, Rassismus und Antiziganismus heute entschieden entgegenzutreten und eine Gesellschaft zu gestalten, in der Rom:nja gleichberechtigt und sichtbar ihren Platz haben.

Mehr Sichtbarkeit für die Roma-Community – der Welt-Roma-Tag, 08.04.2026, in Köln

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Anlässlich des Welt-Roma-Tages stand in diesem Jahr in Köln alles im Zeichen von mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und demokratischer Teilhabe der Roma-Community. Zwei bedeutende Jubiläen rund um die Roma-Flagge prägten dabei die Agenda:

Zum einen wurde der 55. Jahrestag der ersten Konstitution und Anerkennung der Roma-Flagge gewürdigt (8.April, London). Zum anderen feierte Köln eine eigene, mittlerweile fünfjährige Tradition: das feierliche Hissen der Roma-Flagge vor dem Kölner Rathaus, in Anwesenheit des amtierenden Oberbürgermeisters, Torsten Burmester.

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Kommunalen Integrationszentrum Köln, weiteren Interkulturellen Zentren sowie der Roma-Selbstorganisation Carmen e.V. aus Düsseldorf.

In seiner Rede formulierte der 1. Sprecher des Rom e.V., Ruždija Sejdović, klare politische Forderungen mit Blick auf das Jahr 2027

  • Erhalt des wichtigen Netzwerks „Soziales Köln“ für Roma, Sinti und alle Menschen mit internationaler Familiengeschichte in den kommenden Jahren
  • Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Aktionsplans gegen Antiziganismus in Köln – analog zu bestehenden Strategien auf EU-, Bundes- und Landesebene, mit regelmäßiger Fortschreibung

Am Samstag, 11.04.2026, fand die „zweite Halbzeit“ der Feierlichkeiten auf dem Gelände des Rom e.V. mit einem vielfältigen kulturellen Programm. Hier findet sich ein ausführlicher Bericht.

Eindrücke vom Welt-Roma-Tag 2026

Weitere Links:

Bericht der Tagesschau zum Welt-Roma-Tag (und über den Rom e.V.) am 08.04.2026
https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1573206.html

Link zum Youtube-Kanal des Rom e.V. (gerne abonnieren!)
https://www.youtube.com/@rome.v.

Link zum facebook-Auftritt des Rom e.V. (gerne Follower werden!)
https://www.facebook.com/RomevKoeln/?locale=de_DE

Gedenkveranstaltung an den Völkermord an Rom:nja und Sinti:zze am 21. Mai 2026

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anlässlich des Roma Resistance Day möchten wir Euch recht herzlich zu der Gedenkveranstaltung an den Völkermord an Rom:nja und Sinti:zze am 21. Mai 2026 ab 19 Uhr im Kölner VHS-Forum am Neumarkt einladen. Die Veranstaltung beginnt mit einem Impulsvortrag von Magdalena Lovrić über die NS-Verfolgung und Erinnerungskultur in Kroatien. Im Anschluss wird es eine Podiumsdiskussion über das Gedenken und die fehlende gesellschaftliche und politische Anerkennung in Deutschland geben. Hier diskutieren Sami Dzemailovski vom Carmen e.V., Kenan Emini vom Bundesromaverband e.V., Magdalena Lovrić und Ruždija Sejdović vom Rom e.V. Die Moderation übernimmt Radoslav Ganev vom RomAnity e.V. Das Programm wird durch eine musikalische Begleitung von June Heilig und Sergej Hartmann abgerundet. Die Veranstaltung ist kostenlos und wir würden uns sehr über Eure Teilnahme freuen.

Darüber hinaus möchten wir Euch gerne über das Rahmenprogramm aufmerksam machen. Dies Veranstaltungsreihe findet im Rautenstrauch-Joest-Museum statt. Hier sprechen Rom*nja und Sinti*zze für sich selbst, dabei stehen ihre Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven im Mittelpunkt. Euch erwarten folgende Programmpunkte:

  • TALK mit Zeitzeug*innen: Samudaripen – Rom*nja erinnern
    21. Mai, 17:30 Uhr, RJM-Bibliothek, Eintritt frei
  • POESIE & GESPRÄCH: Sehnsucht nach meiner Stimme – Romn*ja lesen ihre Textproduktionen
    22. Mai, 17 Uhr, RJM-Bibliothek, Eintritt frei
  • FILM & AUSTAUSCH: Djelem, Djelem. Rom*nja und Sinti*zze im langen Schatten des 20. Jahrhunderts
    23. Mai, 15:30 Uhr, RJM- Bibliothek, Eintritt frei
  • WORKSHOPS FÜR KIDS
    24. Mai, 14 bis 15 Uhr, SPACE4KIDS, Eintritt frei

Wir freuen uns über Eure Teilnahme und danken allen Kooperationspartner:innen und Unterstützer:innen.


Weitere Informationen: Veranstaltungsflyer

Gedenkveranstaltung 21. Mai

Djelem djelem im RJM_Flyer

Neue Broschüre:
Sehnsucht nach meiner Stimme – Roma-Poesie 

By Allgemein, Medien

Sehr stolz präsentieren wir unsere neue Broschüre „Sehnsucht nach meiner Stimme – Roma-Poesie“: Teilnehmer:innen unseres Deutsch- und Alphabetisierungskurses mit unterschiedlichen Kenntnissen der deutschen Sprache haben niedergeschrieben, was ihr Herz bewegt, ihre Sorgen und Ängste, ihre Hoffnungen, ihre Wünsche. Diese Poesie ist in Köpfen und Herzen entstanden, in denen verschiedene Sprachen und Zugehörigkeiten aktiv sind. Sie entspringt direkter Lebenserfahrung und verzichtet durch die Verdichtung der Sprache auf Nebensächliches. Ihre Poesie ist Trost für die Seele!

Nach einem öffentlichen Vortrag im Mai 2025 liegen nun die Gedichte auch in Form einer Broschüre vor, die mit freundlicher Unterstützung der Stadt Köln (Kommunales Integrationszentrum) erstellt werden konnte. Hier findet sich die Online-Fassung der Broschüre.

Noch ein Hinweis: Die Vervielfältigung, Verarbeitung und Verbreitung der Inhalte dieser Broschüre ist – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Rom e.V. erlaubt.

Die Supermarktkette „Penny“ bietet die Möglichkeit, für gemeinnützige Organisationen über ein „Voting“ Spenden zu erhalten – bis 26.08.2025 abstimmen.

By Aktuelles, Allgemein

 

Der Rom e.V. ist nach einem Bewerbungs- und Losverfahren dabei und kann – wenn das Voting gewonnen wird – 1.500 € von Penny sowie die innerhalb eines Jahres gesammelten Kundenspenden aus der eigenen Nachbarschaftsregion erhalten. Wir sind beim Voting in Konkurrenz zu einer weiteren Organisation in unserer Nachbarschaft.

Bitte stimmt für den Rom e.V. ab! Bitte verbreitet den Voting-Link in euren Netzwerken!

 

Wie es geht:

Auf dieser Seite: https://www.penny.de/aktionen/foerderpenny#foerderpenny-abstimmung

unter „Meinen Verein suchen“ den „Rom e.V.“ eingeben und abstimmen. Hierfür müsst ihr eure Mailadresse eingeben, an eure Mailadresse wird ein Link geschickt, den ihr bitte bestätigen müsst.

Danke im Voraus für eure Unterstützung!