Stellungnahme des Rom e. V. Köln zur geplanten Entfernung, bzw. Verkleinerung des Mahnmals für Sinti und Roma in Berlin durch die Deutsche Bahn

Schockiert nehmen wir im Rom e. V. zur Kenntnis, dass die Deutsche Bahn (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Reichsbahn) plant, das erst 2012 nach langen Jahrzehnten des Kampfes errichtete Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin für den Bau der S-Bahn zu entfernen bzw. zu verkleinern und an den Rand der geplanten Gleisanlagen zu verdrängen.

Das plant die Deutsche Bahn in beispielloser Ignoranz und mit einer Geschichtslosigkeit die Ihresgleichen sucht.

Laut TAZ-Artikel vom 22.05.2020 fiel man bei der Bahn aus allen Wolken als deutlich wurde, dass sich Widerstand gegen die Pläne formiert. Das macht deutlich „wes Geistes Kind man bei der Bahn ist“.

Helfen wir den Akteuren der Bahn also auf die Sprünge.

Ab etwa 1940 transportierte die Reichbahn durch die gesamte Kriegszeit vor allem Juden und Roma und Sinti Richtung Osten in die Gettos und in die Todeslager der Nazi-Schergen. Es war eine Reise ohne Rückfahrkarte und ohne Wiederkehr. Teilweise mussten die unfreiwillig Reisenden noch eine Fahrkarte lösen, den Transport in den Tod also selbst bezahlen. Nie hat es seitens der Deutschen Bahn als Rechtsnachfolgerin eine Entschuldigung oder gar eine Entschädigung für die Überlebenden oder Nachkommen gegeben.

Ein weiteres Kapitel der deutschen Geschichte und einer ihrer Institutionen, welches bis heute auf die Aufarbeitung wartet.

Wir fordern daher den Erhalt des Mahnmals am derzeitigen Standort ohne jede Einschränkung und wir fordern von der Deutschen Bahn jegliche Untertunnelung der Gedenkstätte zu unterlassen.

Darüber hinaus bitten wir alle unsere Mitglieder, Unterstützer_innen und Leser-innen die Petition zu unterschreiben:

https://www.change.org/p/deutsche-bahn-ag-das-mahnmal-der-ermordeten-sinti-roma-bleibt

 

Außerdem fordern wir die Mitglieder des Deutschen Bundestages dringend auf sich ebenfalls mit der ganzen Macht ihres Mandats für den Erhalt der Gedenkstätte am derzeitigen Ort einzusetzen.

 

Für den Vorstand des Rom e. V. Köln

Doris Schmitz und Ruzdija Sejdović