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Aktuelles

Presseerklärung des Grundrechtekomittes: Das Bundesinnenministerium verschleppt Entscheidung zu gefordertem Bleiberecht

By Aktuelles, Presse

Vor mehr als einem Jahr, am 23. Oktober 2019, hat das Komitee für Grundrechte und Demokratie zusammen mit Medico International die gemeinsame Petition „Bleiberecht statt Ausgrenzung und Illegalität!“ dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages überreicht.
Die Petition wird bundesweit von mehr als einhundert politischen Organisationen sowie Prominenten aus Wissenschaft, Kultur und Politik sowie von mehreren tausend Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen.
Über die Petition ist auch ein Jahr später noch nicht entschieden.
Der Grund: Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat seit über sechs Monaten nicht die erbetene Stellungnahme abgegeben.
Ein ganzes Jahr, in dem weiterhin Tausende Menschen in Deutschland kein Aufenthaltsrecht haben, abgeschoben wurden oder davon bedroht sind.
Ein Jahr, in dem Menschen illegalisiert und damit rechtlos unter uns leben müssen, bedroht von Ausbeutung, Wohnungslosigkeit und immerwährender Unsicherheit.
„Die Verschleppung der Stellungnahme und damit des Entscheids unserer Petition ist ein weiterer Baustein in der Negierung der Menschenrechte in Deutschland durch Herrn Seehofer und das ihm unterstellte Innenministerium“, kommentiert Britta Rabe vom Grundrechtekomitee die Passivität des Bundesinnenministeriums.
Ramona Lenz von Medico International ergänzt: „Wir fordern Herrn Seehofer auf, jetzt Farbe zu bekennen und Stellung zu beziehen, für ein Bekenntnis zur Menschenwürde – und zwar für alle, die hier leben.“

Anmerkung: Der Rom e.V. gehörte zu den Erstunterzeichner_innen der Petition.

Prof. Dr. Rajko Djurić verstorben

By Aktuelles, Nachruf

Der Rom e.V. trauert um Prof. Dr. Rajko Djurić, international bekannter Roma-Aktivist, Schriftsteller, Philosoph und Wissenschaftler. Er verstarb am Montag, den 02.11.2020, im Alter von 73 Jahren.

Prof. Dr. Rajko Djurić auf der Veranstaltung zum 8. April

Prof. Dr. Rajko Djurić auf der Veranstaltung zum 8. April (Internationaler Tag der Rom_nja) im Rom e.V. © Izabela Alibajro

Rajko Djurić wurde 1947 in Serbien geboren. Er studierte an der Philosphischen Fakultät in Belgrad und promovierte über die in Jugoslawien lebenden Rom_nja. Bevor er aufgrund der zunehmenden politischen Spannungen in Jugoslawien nach Berlin emigrierte, war er Leiter der Kulturedaktion der Belgrader Zeitung „Politika“. In Deutschland gründete er 1996 das PEN-Zentrum. Zudem war er zehn Jahre lang Präsident der „Internationalen Roma Union“. In seinem Leben veröffentlichte Djurić zahlreiche Artikel und Bücher über die Literaturen von Rom_nja und Sinti_ze sowie über die Sprache Romanes. Zuletzt lebte er in Belgrad, wohin er Anfang der 200er Jahr zurückgekehrt war.

„Der Tod von Rajko Djurić hinterlässt eine große Lücke. Er war ein bemerkenswerter Aktivist, ein großartiger Schriftsteller, ein wissenschaftlicher Pionier und ein guter Freund. Er wird uns allen sehr fehlen“, bedauert Vorstandsmitglied des Rom e.V., Ruždija Russo Sejdović.

Am Montag, den 02.11.2020 verstarb Rajko Djurić nach längerer Krankheit. Der Rom e.V. wird ihn immer in Ehren halten.

Jovan Nikolić. Gast von nirgendwoher. 40 Jahre Literatur.

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen, Veranstaltungen

Am 23. Oktober ab 18 Uhr laden wir Sie und Euch zum literarischen Gespräch mit dem Schriftsteller Jovan Nikolić ein. Gemeinsam blicken wir auf das bewegte Leben des Schriftstellers sowie auf seine vergangenen 40 Jahre als Künstler zurück. Ausgewählte Prosa und Poesie wird auf Romanes, Serbisch und Deutsch gelesen.

Bis heute ist Jovan Nikolić einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer „Rom_nja-Literatur“, auch wenn diese Beschreibung nicht das Kaleidoskop seiner tiefgründigen literarischen Auseinandersetzungen abzubilden vermag.  Er wird 1955 in Belgrad geboren, wächst in Čačak auf und macht eine Ausbildung zum Maschinenbauingenieur. 1981 erscheint sein erster Gedichtband „Gost niotkuda“  (Gast nirgendwoher). Bis 1998 folgen fünf weitere Gedichtsammlungen, mit denen er als herausragender Exponent der Rom_nja-Literatur auch international  Bekanntheit erlangt. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller arbeitet Nikolić auch als Journalist. Er engagiert sich politisch gegen den nationalen Chauvinismus, verfasst Satiretexte und Theaterstücke.

Im Zuge der Jugoslawien-Kriege emigriert er 1999 nach Deutschland. Sein Werk „Weißer Raabe, schwarzes Lamm“ wird im Jahr 2011 zum „Buch für die Stadt Köln“ gekürt. Heute lebt und wirkt er in der Stadt Köln und ist eng mit dem Rom e.V. verbunden. Demnächst wird ein neues Buch von ihm erscheinen.

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

Bitte beachten Sie/ beachtet:

Die Teilnehmer_innenzahl ist aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen begrenzt. Bitte melden Sie sich/meldet  Euch bis zum 22.10.2020 unter folgender Mailadresse an: rombuk@romev.de

Veranstaltungsflyer

Pressemitteilung

Workshop „Antiziganismus – Geschichte(n) und Lebensrealitäten!“

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen, Veranstaltungen

Seit Jahrhunderten sind rassistische Stereotype gegenüber der heterogenen Minderheit auf institutioneller,
struktureller und gesellschaftlicher Ebene tief verwurzelt und werden wenig bis gar nicht von der Gesellschaft geächtet.

In dieser interaktiven Fortbildung wird Wissen zu den Geschichten und unterschiedlichen Lebensrealitäten
von Angehörigen der Minderheit vermittelt.

Referenten:
Lisa Willnecker, Serçe Berna Öznarçiçeği
RomBuK-Bildung und Kultur im Rom e. V.

ISS-Bildungsakademie
Berliner Straße 98-100, 51063 Köln-Mülheim

14.10.2020, 9:30 bis 17:00 Uhr
Anmeldung: info@iss-netzwerk.de

Workshopflyer herunterladen

Erstes Leipziger Kulturfestival der Sinti und Roma

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen

6. bis 13. September

Erstes Leipziger Kulturfestival der Sinti und Roma

Die Gipsy Kings

Im Rahmen des Festivals rappen die jungen Sinti und Roma „Gipsy Kings“ im OFT Völkerfreundschaft – Eintritt kostenfrei. Bildrechte: Gipsy Kings

 

Die Kultur der Sinti und Roma steht erstmals im Mittelpunkt eines Festivals in Leipzig. Geplant sind vom 6. bis 13. September unter anderem Ausstellungen, Diskussionen, Lesungen und Konzerte. Unter dem Titel „Latcho Dives“ („Ein schöner Tag“) werde die Vielfalt und Poesie der Kultur und Lebenswelt der Sinti und Roma erlebbar, teilte der Leipziger Verein Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus als Mitveranstalter am Donnerstag mit. Diese Kultur spiegele etwa mit ihrer authentischen Musik- und Tanzkunst „wahren europäischen Geist wider“, hieß es.

Im Verein Romano sind 150 Roma und Sinti engagiert

Ins Leben gerufen wurde das Festival vom Verein Romano Sumnal – der einzigen in Sachsen existierenden Selbstorganisation der Sinti und Roma – und dem Zentrum für jüdische Kultur Ariowitsch-Haus. Im Leipziger Verein Romano Sumnal sind nach eigenen Angaben etwa 150 Roma und Sinti engagiert. „Das Festival ist ein guter Schritt, um ein breiteres Bewusstsein für die Anliegen der Sinti und Roma zu schaffen“, erklärte Sachsens Europaministerin, Katja Meier (Grüne). Es sei „ein Statement gegen Vorurteile, Rassismus, Hass und Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft“.

Viele Musiker von Sinti-und-Roma-Kultur beeinflusst

„Kaum jemand weiß, dass etwa Vertreter der europäischen Klassik wie Haydn, Mozart und Beethoven von der Musik der ungarischen Roma beeinflusst waren“, sagte Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland. „In Zeiten, in denen in unserem Land Nationalismus, Antiziganismus und Antisemitismus zunehmen und Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion verfolgt und ermordet werden, sind kulturelle Projekte wie das Festival der Roma- und Sinti-Kultur wichtiger denn je und Ausdruck unserer lebendigen und bunten Zivilgesellschaft.“

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma begrüßt es, dass sich der Leipziger Verein Romano Sumnal mit dem Ariowitsch-Haus e. V. „ein Zeichen für Toleranz und Dialog“ setzt. Bildrechte: dpa

 

Festival beginnt am 6. September mit Ausstellung

Das Programm beginnt am 6. September mit der Vernissage der Ausstellung „Forgotten Lines“. Gezeigt werden Arbeiten des Berliner Roma-Künstlers Emanuel Barica. Während des Festivals ist zudem im Leipziger Rathaus eine Ausstellung zur Ausgrenzung und Deportation der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus zu sehen.

Debatte um Zigeunersauce

Erst vor zwei Wochen hatte der Lebensmittelhersteller Knorr angekündigt, seine „Zigeunersauce“ in „Paprikasauce Ungarische Art“ umzubenennen. Damit reagiere man auf die aktuelle Rassismusdebatte. Kurze Zeit danach teilte auch der sächsische Lebensmittelhersteller Bautz‘ner Senf & Feinkost mit, dass dessen entsprechenden Würzsauce umbenannt werden soll. „Die Namensänderung ist auch bei uns schon länger in Planung und der Zeitpunkt nur noch von produktionstechnischen Umständen abhängig“, sagte eine Sprecherin. Infolgedessen entbrannte eine weitere Debatte um politische Korrektheit sowie Rassismus.

Quelle: MDR/epd/kt

https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/erstes-leipziger-kulturfestival-fuer-sinti-und-roma-100.html

TKO Theater – Angst essen Seele auf
von Rainer Werner Fassbinder

By Aktuelle Veranstaltungshinweise, Aktuelles, Hinweise auf Veranstaltungen

Premiere am 11.09.2020

 

Wo:

Theater der Keller
In der TanzFaktur
Siegburger Str. 233w
50679 Köln

 

Wann:

Freitag, 11. September, 20 Uhr (Premiere)
Samstag, 12. September, 20 Uhr
Freitag, 25. September, 20 Uhr
Samstag, 26. September, 20 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.tko-theater.de/logicio/pmws/indexDOM.php?client_id=tko&page_id=aktuelles&lang_iso639=de