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Pressemitteilung

Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze
Förderung durch das Land NRW

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen fördert seit Februar 2021 das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze“/ das Projekt wird in Kooperation mit der Selbstorganisation Romane Romnja umgesetzt/ Erinnerungen und Erfahrungen der 2. und 3. Generation nach dem NS-Völkermord sollen bewahrt werden

Köln, 12.05.2021: Seit Februar 2021 fördert das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze.“ Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit der Selbstorganisation Romane Romnja, Zeitzeug:innengespräche mit der 2. und 3. Generation von Rom:nja und Sinti:ze nach dem Samuradipen, also nach dem NS-Völkermord, zu führen. Dabei sollen geflüchtete Rom:nja sowie Rom:nja und Sinti:ze mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit Bezug zum Land NRW im Mittelpunkt stehen. Die Video-Interviews werden im Archiv des Rom e.V. bewahrt. In enger Zusammenarbeit mit den Zeitzeug:innen wird zudem ein ca. zweistündiger Film entstehen, der gegen Ende der Projektlaufzeit einem breiten Publikum präsentiert wird.

„Mit den Interviews möchten wir die vielfältigen Geschichte(n) und Erfahrungen der Menschen bewahren und der jahrzehntelangen und bis heute andauernden rassistischen Marginalisierung entgegenwirken. Das Projekt richtet sich daher auch an die Dominanzgesellschaft, die mithilfe des Films zum Abbau von eignen rassistischen Bildern und Praxen angeregt werden soll“, so die Projektleiterin Lisa Willnecker. Denn nach 1945 war der NS-Völkermord an Rom:nja und Sinti:ze von der Dominanzgesellschaft geleugnet worden, Opfer erhielten in den wenigsten Fällen Entschädigungszahlungen, Täter:innen blieben unbehelligt und konnten eine aktive Schuldumkehr betreiben, sodass sich rassistische Praxen gegenüber der Community auch nach 1945 in der deutschen Gesellschaft halten konnten. Infolge der rassistischen Kontinuitäten verheimlichten einige Angehörige aus der Minderheit ihre Identitäten, andere wiederum setzten sich offensiv zur Wehr und traten für eine gleichberechtigte Teilhabe und eine Anerkennung des NS-Völkermordes ein.

Gemeinsam mit den Zeitzeug:innen und der Selbstorganisation Romane Romnja wird die Ausgestaltung und Umsetzung des Projekts realisiert. Gordana Herold und Elvira Ajvazi, (Mitbe-) Gründerinnen der Initiative Romane Romnja betonen: „Es ist von hoher Bedeutung, dass unsere jahrzehntelang marginalisierten Stimmen aus der Community in der Gesellschaft hör- und sichtbar werden. Das Projekt kann so nicht nur zum Abbau des Rassismus in der Dominanzgesellschaft beitragen, sondern auch zum Ausbau des Empowerments in der Community. Durch die Dokumentation der Zeitzeug:innengespräche ist es auch nachfolgenden Generationen möglich, sich mit den eignen Geschichte(n) und Erfahrungen der Vorfahren, neuen und alten Vorbildern und der eignen Identität auseinanderzusetzen.“

Das Zeitzeug:innenprojekt ist im Rom e.V. an das Projekt RomBuK- Bildung und Kultur im Rom e.V., welches vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Köln gefördert wird, angegliedert.

Ansprechpartnerin: Lisa Willnecker; lisa.willnecker@romev.de; 0221-2786076

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