Ende Mai haben wir einen Spendenaufruf gestartet, um Geld für die Erneuerung der „Kölner Spur“ zu sammeln. Dank eurer zahlreichen Unterstützung sind schon 2.590,00 € eingegangen.
Dafür möchten wir uns von ganzem Herzen bedanken. Ihr habt uns nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch eure Netzwerke, Plattformen und Verteiler genutzt und somit einiges in Bewegung gesetzt.
Die Spur ist nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch des Widerstands gegen das Vergessen – und gegen das Fortwirken von Rassismus bis heute. Daher schätzen wir euren Einsatz sehr.
Die genauen Kosten sind leider noch unklar; es handelt sich jedoch um ungefähr 6.600 €. Über die genauen Verlegungskosten, die Daten der Verlegung und den Fortgang der Spendenkampagne werden wir euch über unsere Verteiler und Social Media weiter auf dem Laufenden halten.
Die Kölner Spur und ihre Geschichte:
Im Mai 1940 wurden circa 1.000 Rom:nja und Sinti:ze im Innenhof der Kölner Messe gewaltsam zusammengeführt und für die Deportation registriert. Am 21. Mai 1940 wurden sie in das deutsch besetzte Polen verschleppt. Diese Deportation gilt als die erste reichsweite Massendeportation von Rom:nja und Sinti:ze aus dem Deutschen Reich. Im besetzten Polen wurden sie in Lager, Ghettos und andere Internierungseinrichtungen eingewiesen und zur Zwangsarbeit gezwungen. Viele überleben die Verfolgung und die menschenunwürdigen Lebensbedingungen nicht. Die Deportationen markieren einen frühen Schritt in der systematischen Verfolgung und späteren Vernichtung von Rom:nja und Sinti:ze während des Nationalsozialismus. Ab 1943 wurden tausende Rom:nja und Sinti:ze aus dem Deutschen Reich und den besetzten Gebieten in ein gesondertes Lager des KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Mehrheit der dort Inhaftierten wird ermordet.
Um dieses Verbrechen sichtbar zu machen, zog der Künstler Gunter Demnig im Jahr 1990 eine Lackspur durch Köln. Dies geschah mit praktischer Unterstützung des Rom e.V.. Die Spur mit der Aufschrift „MAI 1940 – 1000 ROMA UND SINTI“ wurde mithilfe einer selbstgebauten Druckwalze aufgebracht. Der Schriftzug verlief, entlang der Deportationswege von Bickendorf bis zur Laderampe in Deutz. Nach einigen Jahren verblasste die Spur.
Im März 1993 stimmte der Kölner Stadtrat zu, dass Demnig Messingplatten verlegt. So entstand nach und nach die Messingspur um die Deportation dauerhaft sichtbar zu machen.
Heute ist die Spur an einigen Stellen beschädigt. Um ihre Erneuerung (Verlegungs- und Materialkosten) zu finanzieren, sammeln wir die Spenden.
Bis heute findet der Samudaripen und die Verfolgung von Rom:nja und Sinti:ze zu wenig Beachtung.
Dabei leistet die Kölner Spur lokal einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung und Sichtbarkeit, denn sie ist ein visueller Strich durch das Vergessen.
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