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Pressemitteilung: 90. Jahrestag der Bücherverbrennung

By Allgemein

Musketiere mit spitzer Feder – „Lafi tari Jak – Wort aus Asche“

Am 10.05.2023 beteiligte sich der Rom e. V. mit einer eigenen Veranstaltung am Gedenken „verbrannt & verbannt“ zum 90. Jahrestag der Bücherverbrennung. Die beteiligten Autoren Jovan Nikolic, Nedjo Osman und Ruzdija Sejdovic wissen, was Unfreiheit ist und welche Wirkung Bücherverbrennungen haben.

 

Köln, 15.05.2023: Die Bücherverbrennungen von 1933 waren das Ende von Demokratie und Freiheit in Deutschland. Sie lösten unter anderem eine massenhafte Fluchtbewegung weg aus Deutschland in die ganze Welt aus, anders als heute, in die umgekehrte Richtung. Heute leben wir wieder in einer Demokratie mit einer freiheitlichen Verfassung. Menschenwürde und das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit muss aber für Alle im Land gelten. Ein nicht richtiger oder fehlender Pass darf kein unüberwindliches Hindernis sein auf der Suche nach Sicherheit und einem menschenwürdigen Dasein.

Es lasen die seit langem in Köln lebenden Autoren Jovan Nikolic aus Serbien, Nedjo Osman aus Mazedonien und Ruzdija Sejdovic aus Montenegro. Sie sind dem Rom e.V. seit langem auf unterschiedliche Art und Weise verbunden. Sie wissen, was Unfreiheit ist, sie haben Migration und einen Neuanfang in Köln unter schwierigen Bedingungen auf sich genommen. Sie schreiben – und nicht nur darüber. Den musikalischen Rahmen übernahmen Miki und Kristijan Jankovic, Vater und Sohn aus Serbien.

Zum Thema boten die Autoren eine überraschende Vielfalt. Jovan Nikolic setzte sich in seinem Essay „Brennen Manuskripte wirklich“ mit den, seit der Antike bekannten, bis heute immer wieder stattfindenden Bücherverbrennungen auseinander. Man ließ keineswegs nur in autoritären Systemen Bücher verbrennen, Autor:innen selbst verbrannten ihre Werke, manche schrieben sie nach Jahren neu, andere beließen es dabei und schrieben neue Texte.

Was treibt eine/n Autor:in das eigene Werk zu verbrennen? Es bleibt zum großen Teil ein Geheimnis. Was treibt einen Herrscher oder eine Gesellschaft Bücher zu verbrennen? Es ist wohl die Angst vor dem freien Wort, vor dem realen oder herbeiphantasierten Aufstand, der die Herrschaft gefährden, der ein Feuer des Widerstands entfachen könnte. Also verbrennt man lieber die Bücher?

Nedjo Osman, Schauspieler und Autor, las Monologe, u. a. einen Brief aus der Todeszelle aus dem Theaterstück „Mit eigener Stimme“, welches vom TKO (Theater Kokotovic-Osman) am 20.11.2019 im NS-Dokumentationszentrum in Köln uraufgeführt wurde. Danach las er eigene Gedichte, lebendig und berührend. Er spricht in seiner Lyrik häufig über die Seele seines Volkes, die von den bitteren Lehren der Geschichte gezeichnet ist. Ruzdija Sejdovic las seinen Prosatext „Asche von Gedanken, die nicht einmal geschrieben werden konnten.“

Jovan Nikolic, Foto Bruno Neurath-Wilson
Nedjo Osman, Foto Bruno Neurath-Wilson
Ruždija Sejdović, Foto Bruno Neurath-Wilson

Es waren sehr poetische und witzige Gedanken zu dem, was man alles mit Büchern und leeren Schreibheften anfangen kann. Sie wärmen eben nicht nur das Herz. Sie wärmen zur Not Füße, Hände, Rücken und Bauch (auch). Dabei kann man noch „sinnieren“, was aus den verbrannten Buchstaben wohl wird, wo landen sie, was bewirken sie? Und erst einmal die verbrannten leeren Schreibhefte! Was wird aus den nie aufgeschriebenen Buchstaben, Wörtern und Gedanken?

Während des Abends entstand eine spürbare gute Verbindung zwischen den Autoren – den

„Musketieren mit spitzer Feder“, wie sie Jovan Nikolic nannte – und ihrem Publikum. Diese Stimmung ließ sicher einige beschwingt nach Hause gehen. Dazu hat auch die Musik der Familie Jankovic beigetragen, die zwischen den Texten mal melancholisch, mal fröhlich das Geschehen des Abends sensibel unterstrich. Herzlicher Dank an dieser Stelle an die Bilz-Stiftung, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung nicht stattgefunden hätte.

Über den Rom e.V.

Der Rom e.V. arbeitet seit über 30 Jahren als interkultureller, gemeinnütziger Verein für die Verständigung von Rom:nja/Sinti:ze und der Mehrheitsgesellschaft. Ziel ist die umfassende Teilhabe von Rom:nja und Sinti:ze. Neben dem Archiv und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Kultur der Roma als Teil des Projektes RomBuK (Bildung und Kultur im Rom e.V.), betreiben wir eine Sozial-, Geflüchteten- und Integrationsberatungsstelle, eine Integrationsagentur, ein Interkulturelles Zentrum, eine KiTa mit Familienzentrum und mehrere pädagogische Projekte, unter anderem Amaro Kher.

Pressekontakt:

Marion Krämer, Geschäftsführung

Tel: 0221-2786075, Mail: marion.kraemer@romev.de

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„Schützen wir das EL-DE-Haus in Köln vor rechten Kriegstreibern!“

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Aufruf des Vereins EL-DE-Haus, Förderverein des NS-Dokumentationszentrums

Am 13. April wurde bekannt, dass die Putintreue Organisation „Brücke Freundschaft zwischen Russland und Deutschland“ der in Köln lebenden Elena Kolbasnikova und ihres Partners Max Schlund für den 6. Mai 2023 eine Kundgebung vor dem NSDokumentationszentrum der Stadt Köln, dem ELDEHaus, planen.

Zu der Veranstaltung mobilisiert ebenso der rechtsextreme „Aufbruch Leverkusen“, mit dem es schon in der Vergangenheit eine enge Zusammenarbeit gab. Geplant sind ein Autokorso von
Leverkusen nach Köln und im Anschluss eine gemeinsame Demonstration zum
NSDokumentationszentrum am Appellhofplatz.

Wir fordern, die Kundgebung vor dem ELDEHaus und in unmittelbarer Nähe zum DeserteursDenkmal zu verbieten!
Wir rufen alle Demokratinnen und Demokraten auf, mit uns gemeinsam das ELDEHaus friedlich mit einer großen Menschenkette zu schützen:

Kommen Sie/Kommt:
am Samstag, dem 6. Mai ab 14:30 Uhr zum ELDEHaus.


Dieser Aufruf wird unterstützt von:

Arsch huh Allerweltshaus Köln Bündnis 90 Die Grünen Köln CDU Köln city of hope cologne e.V.
ColognePride e.V. Dellbrück gegen Rechts Deutscher Gewerkschaftsbund DGB Köln DGB Jugend Köln
DIE LINKE Ratsfraktion Köln DIE LINKE Köln Evangelischer Kirchenverband Köln und Region
Friedensbildungswerk e.V. Köln Generalkonsulat der Ukraine Düsseldorf Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft GEW Köln HansMayerGesellschaft Köln Humanistischer Verband NRW Gemeinschaft
Köln Initiative Nippeser Edelweißpiraten Initiative Völkermord Erinnern Jugendclub Courage Köln e.V.
Jusos in der KölnSPD Karl Rahner Akademie Köln Katholikenausschuss in der Stadt Köln
Katholisches Stadtdekanat Köln Klare Kante e.V. Köln Köln stellt sich quer Kölner Frauen
geschichtsverein Kölner Jugendring e.V. Kölnische Gesellschaft für ChristlichJüdische Zusammenarbeit
Lern und Gedenkort Jawne Lew Kopelew Forum Maro Drom Kölner Sinte und Freunde Melanchthon
Akademie Köln Naturfreundejugend Köln Omas gegen Rechts Köln Osteuropaforum Bonn Recherche
International e.V. Rom e.V. Sektion RheinlandKöln e.V. im DAV (Kölner Alpenverein) Sozialistische
Jugend DeutschlandsDie Falken Köln SPD Unterbezirk Köln Synagogengemeinde Köln Verein zur
Förderung der Städtepartnerschaft KölnCorinto/El Realejo ver.di Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft
Ortsverein Köln Volt Köln Werkstatt für Ortsgeschichte KölnBrück workwatch e.V.

Mehr zu dem Aufruf finden Sie hier:
https://eldehauskoeln.de/

Aufruf Schuetzen wir das EL-DE-Haus_20230506

verbrannt & verbannt – eine Veranstaltung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung im Mai 1933

By Allgemein

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe
verbrannt & verbannt

zur Erinnerung an die schmachvolle Bücherverbrennung im Mai 1933 in Köln und überall in Deutschland lädt der Rom e. V. Köln zu einer Lesung mit Musik ins Bürgerzentrum Ehrenfeld ein:

 

Lafi tari jag – Wort aus Asche
 
10.05.2023 um 19 Uhr
BÜZE, Venloer Str. 419

Es lesen die in Köln lebenden Autoren

Jovan Nikolic aus Serbien
Nedjo Osman aus Nordmazedonien
Ruzdija Russo Sejdovic aus Montenegro

 

Nedjo Osman ist Schauspieler und Dichter und spricht in seinen Gedichten über die Seele seines Volkes, die von den bitteren Lehren der Geschichte gezeichnet ist. Dazu spricht er Monologe aus seinem Stück „Mit eigener Stimme“, welches im Theater TKO in Köln uraufgeführt wurde. Ruzdija Sejdovic liest seinen Text „Asche von Gedanken, die nicht einmal aufgeschrieben werden konnten“ und Jovan Nikolic fragt: „Brennen Manuskripte wirklich?“

Die Veranstaltung dauert ca. 75 Minuten.

Jovan Nikolić

Jovan Nikolić

Nedjo Osman

Nedjo Osman

Ruždija Sejdović

Ruždija Sejdović

Pressemitteilung: Roma-Flagge weht am Kölner Rathaus

By Aktuelles, Allgemein, Presse

Am 08.04.2022 hat Frau Oberbürgermeisterin Reker anlässlich des Welt-Roma-Tages  die Roma Flagge symbolträchtig am Rathaus gehisst. Ein Akt der Anerkennung der Roma als gleichberechtigte und aktive Bürger:innen  Kölns. Am 08.04.2023 wurde diese Tradition fortgesetzt. Die Roma-Flagge hing ganztägig neben der EU-Flagge, der Deutschland-Flagge und der Köln-Flagge. Ab 17 Uhr gab es eine politische Kultur-Veranstaltung in den Räumen des Rom e.V.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

„Die Muttersprache stärkt – Edejaki ćhib zurarel”

By Allgemein

R. Sejdovic (links), B. Burakowska (4. v. links) und O. Ismaili (2 .v. rechts) mit den Vortragenden © Rom e.V.

Im Rahmen des Tags der Muttersprache, der vom ZMI jedes Jahr in Köln initiiert wird, konnte der Romno Power Club im Rom e.V. am 13. Februar eine Lesung mit Roma-Jugendlichen veranstalten. Die Jugendlichen präsentierten Gedichte bekannter Roma-Dichter, eine der jungen Frauen las überdies aus ihrem eigenen poetischen Werk. Ausführliche Infos zur Veranstaltung finden sich hier.

Veröffentlichung: Auf Spurensuche der Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze in Köln

By Aktuelles, Allgemein

Handreichung und Stadtrallyes gehen online: Ab heute können verschiedene Orte in Köln kennengelernt werden, die mit den Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze verknüpft sind:

Orte …

  • der Verfolgung im Nationalsozialismus,
  • der Erinnerung,
  • der rassistischen Kontinuitäten nach 1945 und
  • der Bürger:innenrechtsbewegung von Rom:nja und Sinti:ze in den 1980er/1990er Jahren.

App:

Unsere Stadtrallyes „SpuRom:nja“ sind über die App Actionbound zugänglich. Dazu muss die App Actionbound einfach nur über den Play- oder Appstore auf Smartphones oder Tablets heruntergeladen werden. Dann können über den QR-Code-Scanner in der App unsere Touren gefunden werden. Wir haben unsere Stadtrallye auf zwei Wege mit unterschiedlichen Stationen aufgeteilt, um größeren Gruppen, wie z.B. Schulklassen, eine leichtere Durchführung zu ermöglichen. Hier kann sich die Klasse einfach aufteilen: Eine Gruppe macht die

  • Tour 1 „SpuRom:nja – Startpunkt Köln Messe/Deutz“ und die andere die
  • Tour 2 „SpuRom:nja – Startpunkt Waidmarkt/Köln Innenstadt“.

Tour 1 beginnt am Bahnhof Messe/Deutz und führt über den Kölner Dom und das Historische Rathaus zur Kölner Oper. Tour 2 beginnt am Alten Polizeipräsidium und führt über die Bobstraße und die Schildergasse zur Antoniterkirche. Falls sich eine größere Gruppe aufteilt, treffen sich die beiden Gruppen dann in der Mitte wieder – zwischen Antoniterkirche und Kölner Oper. Kleinere Gruppen oder Gruppen, die mehr Zeit mitbringen, können auch beide Touren hintereinander machen, dann sollte nach der Kölner Oper mit der Station Antoniterkirche weitergemacht werden. Beide Touren sind über die Suchfunktion oder die QR-Codes in der Actionbound-App auffindbar:

 

Handreichung:

Darüber hinaus ist eine Handreichung als Begleitmaterial für unsere beiden Stadtrallyes „SpuRom:nja“ entstanden, die vor allem Lehrkräften eine Vor- und Nachbereitung mit Schüler:innen erleichtern soll. Daher sind alle Orte und ihre Geschichten, die in den Stadtrallyes thematisiert werden, Teil der Handreichung. Wir stellen außerdem mögliche Arbeitsaufträge für Schüler:innen zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit den Themen sowie Zusatzmaterial, darunter Link- und Literaturempfehlungen, eine Chronologie und ein Glossar zur Verfügung. Selbstverständlich steht die Handreichung aber auch allen Interessierten zur Verfügung.

Die Handreichung steht hier zum Download bereit.

Die Stadtrallyes und die dazugehörige Handreichung sind im Projekt „SpuRom:nja. Auf Spurensuche der Geschichten von Rom:nja und Sinti:ze“, gefördert vom Kölnischen Stadtmuseum,  als Teil des Projektes „RomBuK- Bildung und Kultur im Rom e.V.“ entstanden, gefördert vom Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Köln.